Tierwelt

Zyperns Tierwelt ist überschaubar, aber besonders: Das Wahrzeichen ist das seltene Zypern-Mufflon im Páfos-Wald. An den Stränden der Akámas-Halbinsel nisten Meeresschildkröten, in den Salzseen rasten im Winter Flamingos. Insgesamt zählt die Insel 26 Reptilien- und Amphibienarten sowie 357 Vogelarten – große Raubtiere gibt es nicht.

Schnellfakten Tierwelt Zyperns

WahrzeichenZypern-Mufflon (griech. Agrino)
Reptilien & Amphibien26 Arten
Vogelarten357 (wichtige Zugvogel-Drehscheibe)
Fischarten197
MeeresschildkrötenUnechte & Grüne Meeresschildkröte (Lára-Bucht)
Giftignur eine Schlangenart (Levanteotter, „Koufi“)
Beste BeobachtungszeitFrühjahr & Winter (Zugvögel)

Was macht Zyperns Tierwelt besonders?

Weniger reich gegliedert als die Pflanzenwelt ist die Fauna Zyperns – dafür aber voller Eigenheiten, die du sonst nirgends findest. Als Insel im östlichen Mittelmeer war Zypern lange vom Festland abgeschnitten, weshalb sich hier eigene Arten und Unterarten entwickelt haben. Heute zählt die Insel 26 Arten von Amphibien und Reptilien, 357 verschiedene Vogelarten und 197 Fischarten. Große Raubtiere wie Wölfe oder Bären gibt es nicht, dafür ein paar echte Stars: das Zypern-Mufflon, nistende Meeresschildkröten und im Winter ganze Schwärme von Flamingos. Wer mit offenen Augen unterwegs ist – ob im Bergwald des Tróodos-Gebirges oder an den einsamen Stränden der Akámas-Halbinsel –, entdeckt eine erstaunlich vielfältige Natur.

Wo lebt das Zypern-Mufflon?

Am bemerkenswertesten unter den Landtieren ist das Zypern-Mufflon (Ovis gmelini ophion, griechisch Agrino), eine wilde Schafart, die im Páfos-Wald lebt und streng unter Naturschutz steht. Archäologen fanden in der neolithischen Siedlung Choirokoitía Knochen von Wildschafen – man nimmt an, dass die Tiere als Haustiere mit den ersten Siedlern auf die Insel kamen und später verwilderten.

Wegen seines schmackhaften Fleisches war das Mufflon über Jahrhunderte ein begehrtes Jagdobjekt: Während der britischen Kolonialzeit zählte man nur noch rund 20 Tiere, der Bestand stand kurz vor dem Aussterben. Dank konsequenter Schutzmaßnahmen leben heute wieder mehrere Hundert Mufflons auf der Insel. Das Männchen trägt eindrucksvolle, nach hinten gebogene Hörner. Mit etwas Glück und Geduld kannst du die scheuen Tiere früh morgens im Stavrós-tis-Psókas-Forst beobachten, wo ein Gehege die Begegnung erleichtert. Das Mufflon ist heute so sehr zum Symbol Zyperns geworden, dass es früher sogar Münzen und das Logo der staatlichen Fluglinie zierte.

Wo nisten die Meeresschildkröten?

Ein zweites Naturjuwel spielt sich am Strand ab: An den naturbelassenen Küsten der Akámas-Halbinsel im Westen legen jeden Sommer Meeresschildkröten ihre Eier ab. Zwei Arten kommen vor – die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) und die seltenere Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas). Besonders die Lára-Bucht ist ein wichtiger Nistplatz und steht unter strengem Schutz. Von Juni bis August kommen die Weibchen nachts an den Strand, graben ihre Nistgruben und vergraben bis zu hundert Eier; nach rund zwei Monaten schlüpfen die winzigen Jungtiere und tasten sich zum Meer.

Ein Schutzprogramm sichert die Gelege mit Drahtgittern gegen Räuber und Fahrzeuge. Damit das so bleibt, gilt: An den Nistständen nicht graben, nicht mit dem Auto fahren und nachts kein helles Licht verwenden, da es die Schlüpflinge in die Irre führt. Geführte Touren erklären dir, wie du die Tiere beobachten kannst, ohne sie zu stören.

Welche Vögel sieht man auf Zypern?

Für Vogelfreunde ist Zypern ein Paradies: Die Insel liegt auf einer der großen Zugrouten zwischen Europa und Afrika und dient Millionen Vögeln im Frühjahr und Herbst als Rastplatz. Spektakulär sind die rosa Flamingos, die im Winter zu Tausenden in den Salzseen von Larnaka und auf der Halbinsel Akrotiri einfallen und die flachen Gewässer in ein Farbenmeer verwandeln. Dazu kommen Bienenfresser, Greifvögel, Reiher und zahlreiche Singvögel. Zwei Arten – der Zypern-Steinschmätzer und die Zypern-Grasmücke – brüten ausschließlich auf der Insel.

Einen Schatten wirft allerdings die illegale Vogeljagd: Mit Leimruten und Netzen werden jedes Jahr Millionen Zugvögel für das umstrittene Gericht „Ambelopoulia“ gefangen. Naturschutzorganisationen kämpfen dagegen, und die Behörden gehen verstärkt gegen die Wilderei vor. Als Reisende kannst du helfen, indem du solche Gerichte konsequent ablehnst.

Gibt es gefährliche Tiere auf Zypern?

Die gute Nachricht zuerst: Zypern ist für Wanderer und Badegäste ungefährlich. Unter den Schlangen ist nur eine Art giftig – die Levanteotter (auf Zypern „Koufi“ genannt). Sie ist scheu, zieht sich bei Erschütterungen zurück und beißt fast nur, wenn man sie bedrängt. Die übrigen Schlangenarten sind harmlos, darunter die imposante, aber ungiftige Großpeitschennatter. Häufiger begegnest du flinken Eidechsen, Geckos und dem gut getarnten Mittelmeer-Chamäleon. Skorpione kommen vor, ihr Stich ist aber meist nicht schlimmer als ein Wespenstich. Feste Schuhe auf Wanderungen und ein Blick, bevor du dich auf Steine setzt, genügen als Vorsicht.

Welche Tiere leben im Meer rund um Zypern?

Auch unter Wasser lohnt sich der Blick: Im klaren, warmen Mittelmeer tummeln sich Zackenbarsche, Muränen, Tintenfische und bunte Schwarmfische, die Schnorchler und Taucher begeistern. Mit etwas Glück begleiten Delfine die Ausflugsboote. Sehr selten geworden ist die Mittelmeer-Mönchsrobbe, die nur noch vereinzelt an abgelegenen Küsten vorkommt. Wer die Unterwasserwelt erkunden möchte, findet rund um die Insel zahlreiche Tauchreviere – mehr dazu liest du in unserem Überblick zur Natur Zyperns und den Landschaftszonen der Insel.

Häufige Fragen zur Tierwelt Zyperns

Gibt es giftige Tiere auf Zypern?

Unter den Schlangen ist nur die Levanteotter („Koufi“) giftig; sie ist scheu und beißt selten. Skorpione kommen vor, ihr Stich ist meist harmlos. Große Raubtiere gibt es nicht – Zypern ist für Reisende ungefährlich.

Wo kann ich Meeresschildkröten sehen?

Die wichtigsten Nistplätze liegen an der Akámas-Halbinsel, vor allem in der geschützten Lára-Bucht. Von Juni bis August legen die Weibchen ihre Eier ab. Beobachten ja, aber nur mit Rücksicht und am besten auf geführten Touren.

Was ist das Zypern-Mufflon?

Das Mufflon (Agrino) ist eine wilde Schafart und das tierische Wahrzeichen Zyperns. Es lebt geschützt im Páfos-Wald; früher fast ausgerottet, zählt der Bestand heute wieder mehrere Hundert Tiere.

Wann sieht man die Flamingos?

Im Winter, etwa von November bis März, rasten Tausende Flamingos in den Salzseen von Larnaka und auf der Halbinsel Akrotiri – ein beliebtes Fotomotiv für Vogelbeobachter.