UNESCO-Welterbe auf Zypern – Stätten und Kulturerbe

Zypern hat drei UNESCO-Welterbestätten: Páfos seit 1980, die bemalten Kirchen im Tróodos seit 1985 und die Steinzeitsiedlung Choirokoitía seit 1998. Dazu kommen der UNESCO-Geopark Tróodos, die Spitzenstickerei Lefkaritika auf der Liste des immateriellen Kulturerbes und eine Vorschlagsliste mit 13 weiteren Stätten.

Schnellfakten UNESCO auf Zypern

PáfosWelterbe seit 1980: Palaepáfos, Néa Páfos, Mosaike, Königsgräber
Bemalte Kirchen im TróodosWelterbe seit 1985, zehn Kirchen
ChoirokoitíaWelterbe seit 1998, Siedlung der Jungsteinzeit
GeoparkTróodos, rund 15 % der Inselfläche, 110 Dörfer
Immaterielles ErbeLefkaritika (2009)
Vorschlagsliste13 Stätten, darunter Fikárdou und Hala Sultan Tekke
Kleine Troodos-Kirche mit steilem Holzdach zwischen Kiefern

Kleine Troodos-Kirche mit steilem Holzdach zwischen Kiefern

Welche UNESCO-Welterbestätten gibt es auf Zypern?

Alle drei Welterbestätten der Republik Zypern zählen zum Kulturerbe. Die erste Eintragung von Denkmälern der Insel auf der Welterbeliste erfolgte 1980 mit Páfos. Es folgten 1985 die Gruppe der bemalten Kirchen im Tróodos-Gebirge und 1998 die jungsteinzeitliche Siedlung Choirokoitía. Die Stätten liegen in drei Landesteilen: Páfos im Westen, die Kirchen im Gebirge und Choirokoitía im Bezirk Lárnaka.

Die drei Orte decken gemeinsam sehr unterschiedliche Epochen ab: die Jungsteinzeit, die Antike mit dem Kult der Aphrodite und dem frühen Christentum sowie die byzantinische Malerei des Mittelalters. Die Eintragungen berufen sich auf unterschiedliche Kriterien: Páfos auf die Kriterien III und VI, die Kirchen und Choirokoitía jeweils auf II, III und IV. Mit dem Mietwagen erreichst du alle drei Stätten.

Was macht Páfos zum Welterbe?

Die Eintragung von 1980 beruht auf zwei Gründen: der Rolle der Region im Kult der Göttin Aphrodite und der Rolle von Páfos bei der Ausbreitung des Christentums, vor allem durch den Weg des Apostels Paulus durch die Gegend. Die Stätte umfasst mehrere Teile.

Palaepáfos, das alte Páfos, wurde der Überlieferung nach von König Kinyras gegründet; eine andere Erzählung nennt Agapenor. Die Siedlung bestand schon in der Kupfersteinzeit und erlebte ihre größte Bedeutung am Ende der Späten Bronzezeit, als mykenische Griechen sich um 1200 vor Christus auf der Insel niederließen. Das Heiligtum der Aphrodite stammt ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert vor Christus und zeigt, wie alt der Fruchtbarkeitskult ist.

Néa Páfos, das neue Páfos, gründete Nikokles, der letzte König von Palaepáfos, gegen Ende des 4. Jahrhunderts vor Christus. Die Stadt wurde zum Verwaltungszentrum, im 2. Jahrhundert vor Christus zur Hauptstadt der Insel und erreichte ihren größten Wohlstand. Die Häuser der Reichen waren mit außergewöhnlichen Mosaiken geschmückt, die heute im Archäologischen Park Páfos zu sehen sind. Die Königsgräber spiegeln Reichtum und Raffinesse des hellenistischen Páfos. Als Stadt für die Reise ist Páfos der Ausgangspunkt.

Welche zehn Kirchen im Tróodos gehören zum Welterbe?

Die Kirchen wurden 1985 eingetragen. Zunächst waren es neun; Agía Sotíra in Palaichóri kam später hinzu, sodass heute zehn Kirchen zum Welterbe gehören. Sie entstanden zwischen dem frühen 11. und dem frühen 16. Jahrhundert, in mittel- und spätbyzantinischer Zeit. Es sind:

  • Ágios Nikólaos tis Stégis in Kakopetriá
  • Agía Sotíra (Verklärung des Erlösers) in Palaichóri
  • Panagía Phorviótissa (Asinou) bei Nikitári
  • Panagía tou Araka in Lagoudera
  • Panagía in Moutoullás
  • Ágios Ioánnis Lampadístis in Kalopanagiótis
  • Archángelos Michaíl in Pedoulás
  • Timíos Stavrós Agiasmáti in Platanistása
  • Panagía tou Podythou in Galata
  • Timíos Stavrós in Pelendri

Das Dorf mit der Kirche Ágios Nikólaos tis Stégis beschreibt die Seite Kakopetriá. Das Gebirge selbst stellt die Seite Tróodos vor, Kirchen und Klöster allgemein Kirchen und Klöster.

Warum sind diese kleinen Kirchen so besonders?

Die Kirchen enthalten byzantinische Malerei von hauptstädtischer Qualität und tragen zugleich Züge, die nur auf Zypern vorkommen; sie sind durch Lage, Geschichte und Klima geprägt. Die Bauten sind kleine Kirchen, die in dieser Form nur im Tróodos-Gebirge stehen und sehr wahrscheinlich örtlichen Ursprungs sind. Steile Holzdächer, gedeckt mit flachen, vor Ort gefertigten Ziegeln, schützen sie vor Regen und gelegentlichem Schnee.

Die Eintragung stützt sich auf drei Punkte: Die Kirchen sind ein Zeugnis der byzantinischen Kultur auf der Insel, sie sind wichtige und sehr gut erhaltene Beispiele ländlicher Kirchenbaukunst, und ihre Malerei zeigt Verbindungen zwischen östlicher und westlicher christlicher Kunst. Besonders deutlich wird das bei den Ensembles von Asinou bei Nikitári und Lagoudera aus dem 12. Jahrhundert, die enge Beziehungen zur westlichen Kunst aufweisen und die Kultur der byzantinischen Komnenenzeit belegen.

Was ist in Choirokoitía zu sehen?

Die Siedlung entstand am Ende des 7. Jahrtausends vor Christus, in der aprokeramischen Jungsteinzeit, und liegt im Bezirk Lárnaka. Neuere Forschung geht davon aus, dass Siedler vom Festland schon im 8. Jahrtausend vor Christus auf die Insel kamen und die jungsteinzeitliche Kultur ohne Keramik entwickelten. Das Dorf war von einer Mauer umgeben, was auf gemeinschaftliche, organisierte Arbeit hinweist.

Die Gebäude waren rund und hatten flache Dächer; gebaut wurden sie aus Lehm, an der Sonne getrockneten Lehmziegeln und Stein. Mehrere runde Bauten bildeten zusammen ein Haus. Die Toten wurden in Gruben im Inneren des Hauses bestattet, zusammen mit Gefäßen, sodass sie bei den Lebenden blieben und der Tod die Gemeinschaft nicht zerriss. Die Welterbe-Begründung sieht in Choirokoitía die wichtigste archäologische Stätte der Jungsteinzeit, weil sie Ausbreitung und dauerhafte Besiedlung zeigt und die Rolle Zyperns bei der Verbreitung der jungsteinzeitlichen Zivilisation vom östlichen Mittelmeer nach Westen belegt. Nur ein Teil der Siedlung ist ausgegraben; der Rest bleibt Forschungsreserve. Mehr zum Besuch steht auf der Seite Steinzeitsiedlung Choirokoitía.

Was ist der UNESCO-Geopark Tróodos?

Der Geopark Tróodos ist keine Welterbestätte, sondern ein eigenes UNESCO-Gebiet. Er umfasst fast 45 Prozent des Tróodos-Gebirges und rund 15 Prozent der Fläche Zyperns, erstreckt sich über die Bezirke Nikosia, Páfos und Limassol und schließt 110 Dörfer mit etwa 25.000 Einwohnern ein. Das Gebiet ist ein Zeugnis geologischer, bergbaulicher, natürlicher und kultureller Bedeutung von weltweitem Rang.

Der Gipfel des Tróodos besteht aus der tiefsten Schicht eines Stücks ozeanischer Erdkruste und des oberen Erdmantels. Er entstand vor etwa 90 Millionen Jahren, rund 8.000 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Entstehung der Insel hängt unmittelbar mit der Bildung dieses Gebirges zusammen. Ein Besucherzentrum befindet sich bei Amiantos. Für Wanderungen siehe Wanderwege im Tróodos, zum höchsten Gipfel Berg Olympos.

Welche Traditionen stehen auf der Liste des immateriellen Erbes?

Auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit steht seit 2009 die Spitzenstickerei Lefkaritika aus dem Dorf Léfkara; sie wird auf der Seite Léfkara erklärt. Zusätzlich führt die zyprische UNESCO-Nationalkommission ein nationales Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes, das nach einem offenen Aufruf 2015 angelegt wurde und jährlich aktualisiert wird. Zu den Themen im Bereich des immateriellen Erbes zählen unter anderem das Tsiattista-Dichterduell, der byzantinische Gesang, der Karneval von Limassol, die Johannisbrot-Kultur, das Schattentheater Karagiozis, zyprische Hochzeitsbräuche und Commandaria mit den Weintraditionen der 14 Dörfer, aufgenommen 2021.

Welche Stätten stehen auf der Vorschlagsliste?

Die Vorschlagsliste Zyperns umfasst 13 Stätten. Kulturstätten sind die Kirche Panagía Chrysokourdaliotissa in Kourdáli als Erweiterung der bemalten Kirchen (2002), das Dorf Fikárdou (2002), die Kirchen Ágioi Varnávas und Ilárion in Peristerona mit fünf Kuppeln (2004), die Kirche Panagía Angeloktisti in Kíti (2015) sowie Hala Sultan Tekke mit dem Salzsee von Lárnaka (2016). Als gemischte Stätte steht Mathiatis Süd darauf (2002). Dazu kommen Naturstätten: Tróodos mit dem Olymp, Chandria, Kionia und die Brücken von Malounta und Klirou (alle 2002).

Diese Stätten sind noch kein Welterbe. Wer sie besucht, sieht Orte, die Zypern selbst für eines der großen Verzeichnisse vorgeschlagen hat. Für eine Reise lassen sich Kíti und der Salzsee gut mit einem Ausflug nach Lárnaka verbinden.

Wie planst du eine Reise zu den UNESCO-Stätten?

Die Stätten lassen sich in einer Reihe aufreihen: Páfos im Westen, die Kirchen im Tróodos in der Mitte, Choirokoitía im Südosten. Gib dem Archäologischen Park und den Königsgräbern in Páfos einen eigenen Tag, den Kirchen im Gebirge möglichst mehrere Tage und Choirokoitía einen halben Tag. Die zyprische UNESCO-Nationalkommission veranstaltet gemeinsam mit der Abteilung für Altertümer und dem Tourismus-Ministerium kostenlose Führungen und Wanderungen zu den Welterbestätten, 2026 etwa auf dem Choirokoitía-Pfad mit Führung durch die Siedlung. Im März 2026 erschien auf Griechisch und Englisch das Buch „Welterbe in Zypern: Geschichte, Mythos, Religion“ in Print und digital. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintritt vor dem Besuch prüfen.

Häufige Fragen zum UNESCO-Welterbe auf Zypern

Wie viele UNESCO-Welterbestätten hat Zypern?

Drei: Páfos (1980), die bemalten Kirchen im Tróodos (1985) und Choirokoitía (1998). Alle drei sind Kulturerbe.

Welche Kirchen im Tróodos gehören zum Welterbe?

Zehn: Ágios Nikólaos tis Stégis, Agía Sotíra in Palaichóri, Asinou, Panagía tou Arakos, Moutoullás, Ágios Ioánnis Lampadístis, Pedoulás, Platanistása, Galata und Timíos Stavrós in Pelendri.

Was ist in Choirokoitía zu sehen?

Eine Siedlung aus der Jungsteinzeit mit einer Umfassungsmauer und runden Häusern aus Lehm, Lehmziegel und Stein.

Wer gründete Néa Páfos?

Nikokles, der letzte König von Palaepáfos, gegen Ende des 4. Jahrhunderts vor Christus. Im 2. Jahrhundert vor Christus wurde die Stadt zur Hauptstadt der Insel.

Wie alt ist Choirokoitía?

Die Siedlung entstand am Ende des 7. Jahrtausends vor Christus, in der aprokeramischen Jungsteinzeit.

Aus welcher Zeit stammen die Kirchen im Tróodos?

Aus der mittel- und spätbyzantinischen Zeit, vom frühen 11. bis zum frühen 16. Jahrhundert.

Ist Léfkara Welterbe?

Nein. Die Spitzenstickerei Lefkaritika steht seit 2009 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.

Was ist der Geopark Tróodos?

Ein UNESCO-Gebiet, das rund 15 Prozent der Inselfläche und 110 Dörfer umfasst. Es zeigt Teile ozeanischer Erdkruste und des Erdmantels.

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