Tochni – Kalavasos
Tochni und Kalavasos sind zwei benachbarte Dörfer im Landesinneren des Bezirks Lárnaka, etwa auf halbem Weg zwischen Limassol und Lárnaka. Bekannt sind sie für Agrotourismus und das ursprüngliche, ländliche Zypern: Statt großer Hotels wohnen Gäste in Unterkünften, die übers Dorf verteilt sind. Kalavasos blickt zudem auf eine bronzezeitliche Geschichte zurück.
| Bezirk | Lárnaka |
| Lage | Landesinneres, mittig zwischen Limassol und Lárnaka |
| Einwohner | Tochni ca. 400, Kalavasos ca. 700 |
| Bekannt für | Agrotourismus, ländliches Zypern, Steinhäuser |
| Geschichte | Kalavasos seit der Bronzezeit (um 1200 v. Chr.) |
| Sehenswert | Ausgrabungsstätte Kalavasos-Ayios Dhimitrios, alte Minen |
Kalavasos und Tochni sind zwei benachbarte Dörfer im Inland des Bezirks Lárnaka. Sie liegen ungefähr mittig zwischen den Städten Limassol und Lárnaka. Nicht weit entfernt in östlicher Richtung liegt das Dorf Skarinou. Nach Tochni oder Kalavasos kommen Urlauber, die weniger Wert auf Strand und touristisches Amüsement legen, sondern das ursprüngliche, unverfälschte zyprische Leben suchen. Die Gäste wohnen entsprechend nicht in Hotels, sondern in Unterkünften, die übers ganze Dorf verteilt sind und es ermöglichen, sich ins Dorfleben einzufügen.
Was macht Tochni und Kalavasos zum Agrotourismus-Ziel?
Beide Dörfer sind ruhig, idyllisch und überschaubar, mit gut 400 bzw. 700 Einwohnern. In beiden wird viel Wert darauf gelegt, die traditionelle Lebensart zu erhalten – dazu gehören die typischen Steinhäuser, die nach und nach restauriert werden. Gäste wohnen in über das Dorf verteilten Unterkünften statt in großen Hotels und kommen so dem Alltag der Einheimischen nahe. Besucher schätzen besonders die Gastfreundschaft der Dorfbewohner und knüpfen in den örtlichen Tavernen und Restaurants schnell Kontakte. Damit zählen Tochni und Kalavasos zu den schönsten Dörfern Zyperns für einen Urlaub auf dem Land.
Welche Geschichte steckt in Kalavasos?
Trotz seiner Beschaulichkeit blickt Kalavasos auf eine glanzvolle Vergangenheit zurück: Der Ort hatte schon zur Bronzezeit (um 1200 v. Chr.) Bestand und war damals möglicherweise sogar ein Zentrum auf Zypern. Die archäologische Ausgrabungsstätte Kalavasos-Ayios Dhimitrios legt Zeugnis von dieser Zeit ab. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen mehrere Kirchen, Kapellen und eine Moschee. Auch in Tochni finden sich kleine Gotteshäuser sowie die Ruinen einer frühchristlichen Kirche.
Was kann man rund um die Dörfer unternehmen?
In der Umgebung verlaufen verschiedene Wanderwege durch die Hügel der Tróodos-Ausläufer. Wer weiter ins Gebirge möchte, findet auf den markierten Wanderwegen im Tróodos zahlreiche Touren. Spannend sind außerdem einige alte Minen, in denen früher Gestein und Kupfer abgebaut wurde. Sie lohnen einen Besuch, denn die teils noch frei herumstehenden, rostenden Waggons geben einen anschaulichen Einblick in den Bergbau der Vergangenheit.
Wie kommt man nach Tochni und Kalavasos?
Die Dörfer liegen verkehrsgünstig etwa auf halbem Weg zwischen Limassol und Lárnaka, von beiden Städten ist man in rund einer halben Stunde da. Am bequemsten reist du mit dem Mietwagen an, mit dem sich auch die Nachbardörfer und das nahe Tróodos gut erkunden lassen.
Was war Kalavasos-Ayios Dhimitrios?
Die Ausgrabungsstätte Kalavasos-Ayios Dhimitrios gehört zu den wichtigsten Fundstätten der späten Bronzezeit auf Zypern. Sie wurde zwischen 1979 und 1998 im Rahmen des Vasilikos Valley Project erforscht. Die Siedlung bedeckte rund zehn Hektar und war etwa zwischen 1500 und 1200 vor Christus bewohnt. Sie lag in der Nähe der Kupfervorkommen und nicht weit von der Küste, was ihre Bedeutung für den Metallhandel erklärt.
Das größte Gebäude, das „Gebäude X“, war ein quadratischer Bau mit sorgfältigem Mauerwerk und Zedernbalken. Darin fand man große Vorratsgefäße für Olivenöl mit einer Kapazität von zusammen etwa 50.000 Litern, außerdem Siegel und Tafeln mit der noch nicht entzifferten kypro-minoischen Schrift. Die Siedlung wurde nach heutiger Kenntnis plötzlich und anscheinend planmäßig aufgegeben, die Gründe sind ungeklärt. Neuere Untersuchungen mit Bodenradar haben bisher unbekannte Gebäudereste entdeckt. Zu Zugang und Öffnungszeiten fragst du die Antikenbehörde oder die Tourist-Information.
Welche Spuren hat der Bergbau hinterlassen?
Rund sechs Kilometer nordwestlich von Kalavasos liegen die ehemaligen Kupferminen. Der moderne Abbau begann 1937, heute sind die Gruben stillgelegt. Auch in der Antike wurde hier Kupfer gewonnen, Phönizier und später Römer sollen in der Gegend aktiv gewesen sein. Rostende Förderwagen und Halden zeigen noch heute, wie intensiv gearbeitet wurde. Betrete Gruben und Halden nicht, sie sind einsturzgefährdet, und halte Abstand zu Absperrungen. Im Gebiet von Asgata gibt es nach einem Projektbericht Wanderwege zwischen alten Gruben.
Was ist die Siedlung Tenta?
Südlich von Kalavasos liegt die Fundstätte Tenta, eine jungsteinzeitliche Siedlung. Eine Quelle nennt eine Entfernung von rund vier Kilometern vom Dorf. Sie gehört wie die berühmtere Steinzeitsiedlung Choirokoitía in die Frühzeit der Insel, ist aber weniger bekannt. Die Orte liegen nur wenige Kilometer auseinander, daher bietet sich eine gemeinsame Tour an.
Wie wohnst und isst du in Tochni und Kalavasos?
Die Dörfer bauen auf Gastfreundschaft statt Hotels. Die Häuser in Kalavasos wurden zum Teil aus Stein aus Tochni gebaut. Viele Gäste wohnen in restaurierten Steinhäusern, die über die Orte verteilt sind. In den Tavernen kommst du schnell mit Einheimischen ins Gespräch. Plane Mahlzeiten voraus, da das Angebot klein ist und außerhalb der Saison nicht alles geöffnet hat.
Wie kombinierst du die Ziele zu einem Tag?
- Vormittag: Fundstätte oder Dorfrundgang, solange es kühl ist.
- Mittag: Essen in einer Taverne in Kalavasos oder Tochni.
- Nachmittag: Fahrt nach Skarinou oder in die Hügel.
Wanderungen in der Umgebung findest du in der Übersicht der Wanderrouten. Mit dem Mietwagen kommst du am flexibelsten voran, die Seite Mietwagen hilft bei der Planung.
Worauf solltest du bei Besuchen im Gelände achten?
Das Hinterland bei Kalavasos ist ländlich und trocken, im Sommer sehr heiß. Trage Hut und festes Schuhwerk, nimm genug Wasser mit und plane Wege am Vormittag. Auf Wanderungen entlang alter Minen bleibst du auf Wegen und hältst dich von Schächten fern. Fotografiere Fundstätten nur dort, wo es erlaubt ist, und nimm keine Steine oder Scherben mit, denn Funde sind geschützt. Wenn du Fragen zu Zugang oder Führungen hast, hilft die örtliche Gemeindeverwaltung oder die Tourist-Information in Lárnaka weiter.
Wie lange solltest du für Tochni und Kalavasos einplanen?
Ein Tag genügt für einen ersten Eindruck: ein Rundgang durch beide Dörfer, ein Essen in einer Taverne und ein Abstecher zu den Minen oder zur Fundstätte. Wenn du das Landleben genießen und wandern möchtest, bleibst du besser zwei bis drei Nächte. Frühling und Herbst bieten die angenehmsten Temperaturen, im Hochsommer solltest du alle Wege auf den Morgen legen.
Nimm für den Besuch der Orte Wasser, Sonnenschutz und festes Schuhwerk mit, denn Schatten ist in den Hügeln selten und die Wege sind steinig.
Häufige Fragen zu Tochni / Kalavasos
Wo wohnt man in Tochni und Kalavasos?
Statt in großen Hotels wohnen Gäste in Unterkünften, die übers Dorf verteilt sind – oft in restaurierten Steinhäusern. So lebt man mitten im Dorf und kommt den Einheimischen nahe.
Was kann man bei Kalavasos besichtigen?
Sehenswert ist die bronzezeitliche Ausgrabungsstätte Kalavasos-Ayios Dhimitrios sowie mehrere Kirchen, Kapellen und eine Moschee. Auch die alten Minen mit ihren rostenden Waggons sind einen Abstecher wert.
Sind Tochni und Kalavasos auch ohne Strandurlaub interessant?
Ja, gerade dann. Wer das ursprüngliche, ländliche Zypern, Wandern und Gastfreundschaft sucht, ist hier richtig – Strand und Trubel stehen bewusst im Hintergrund.
Passend dazu: Kítion, die antike Stadt in Lárnaka.
Für Agrotourismus und echtes Dorfleben sind Tochni und Kalavasos ideal. Eine Pauschalreise nach Zypern bringt dich auf die Insel, von dort erkundest du den Bezirk Lárnaka und das benachbarte Skarinou. Aktuelle Reisehinweise findest du beim Auswärtigen Amt.












