Pétra tou Romioú
| Lage | Küste zwischen Páfos und Limassol (B6) |
| Auch bekannt als | Aphrodite-Felsen, „Fels der Griechen“ |
| Mythos | Geburtsort der Liebesgöttin Aphrodite |
| Zugang | Parkplatz an der Straße, Unterführung zum Strand |
| Strand | Kieselstrand, Baden möglich |
| Beste Zeit | Sonnenauf- und -untergang für die schönsten Lichtstimmungen |
Wo liegt Pétra tou Romioú?
Eine Magisterarbeit oder Dissertation könnte man über diesen Flecken Erde schreiben. Über das Phänomen, wie ein, wenn auch reizvolles, Fleckchen Erde zum touristischen Anziehungspunkt wurde. Die Felsformationen, die neben der Straße von Páfos nach Limassol im Meer liegen, sind schon ungewöhnlich, aber nicht außergewöhnlich spektakulär. Der „Fels der Griechen“, was Pétra tou Romioú bedeutet, geht auf die Legende um den byzantinischen Helden Dighenís zurück. Der schleuderte den arabischen Eindringlingen riesige Felsbrocken entgegen und zerstörte so ihre Flotte. Auch habe Aphrodite, angetan von der Schönheit der Landschaft, hier die Fluten verlassen, um auf immer an diesem Ort zu wohnen.
Genau genommen liegt der Aphrodite-Felsen rund 25 Kilometer östlich von Páfos an der Küstenstraße B6, kurz vor dem Dorf Koúklia. Von einem Aussichtspunkt oberhalb der Straße hat man den klassischen Postkartenblick auf die Felsen im Meer, den Kieselstrand und die weite Bucht. Weil der Ort zwischen den beiden Küstenstädten liegt, lässt er sich bequem als Zwischenstopp auf einer Fahrt entlang der Südküste einplanen.
Warum gilt der Felsen als Geburtsort der Aphrodite?
Eine Engländerin wollte den realistischen Kern dieser Legende aufdecken und fand heraus: Im Herbst, wenn das Meer wild gegen die Felsen schlägt, fliegt der gelb-weiße Schaum der Wogen weit ins Land hinein, bleibt an den Ästen der Bäume hängen, wo er bizarre Formen wie Gewänder oder wie Gestalten bildet, denn: „An den Felsen des Strandes von Páfos sammelt sich zuweilen, vermischt mit winzigen toten Schalentieren, ein bestimmter Seetang, der einen hell glänzenden Schaum erzeugt.“ Aus diesem schimmernden Schaum, so will es der Mythos, sei die Liebesgöttin geboren.
Die literarische Wurzel dieser Vorstellung reicht bis zum griechischen Dichter Hesiod zurück, der Aphrodite als „Schaumgeborene“ (Aphrodite Anadyoméne) beschreibt, die aus dem Meeresschaum vor der Küste Zyperns entstieg. Seither trägt die Göttin die Beinamen „Kypris“ und „Paphia“ – die Zyprische und die Paphische. Der Aphrodite-Felsen wurde so über die Jahrhunderte zum Sinnbild dieses Mythos, auch wenn das eigentliche Zentrum ihrer Verehrung einige Kilometer landeinwärts lag.
Wer war Aphrodite in der griechischen Mythologie?
Aphrodite war in der griechischen Mythologie die Göttin der Liebe, der Schönheit und der Fruchtbarkeit; die Römer verehrten sie später als Venus. Auf Zypern besaß ihr Kult eine besondere Bedeutung: In Palaípaphos, dem heutigen Dorf Koúklia, stand eines der wichtigsten Heiligtümer der antiken Mittelmeerwelt. Schon in der Bronzezeit wurde die Göttin hier verehrt, weniger als menschliche Gestalt denn in Form eines schwarzen, kegelförmigen Kultsteins. Aus dem ganzen östlichen Mittelmeerraum pilgerten Menschen zu diesem Heiligtum.
Rund um den Felsen ranken sich seit jeher Fruchtbarkeits- und Liebeszauber. Der Legende nach werden Frauen, die hier bei Vollmond baden, mit überirdischer Schönheit gesegnet – Aphrodites Symbol war unter anderem der Mond. Wer dreimal um den Felsen herumschwimmt, dem verspricht die Sage ewige Jugend. Wie oft man dieses Kunststück wiederholen muss, verrät die Überlieferung allerdings nicht.
Welche Mythen und Bräuche ranken sich um den Aphrodite-Felsen?
Eigenartig ist auch die Tatsache, dass die Felsen nicht mit dem Küstengestein übereinstimmen. Man kann sich das nur so erklären, dass sie weit oben vom Abhang herunter gerollt sind – was für ein Getöse muss das gewesen sein! Wie es an einem solchen magischen Ort nicht anders sein kann, steht auch hier ein Wunschbaum, über und über mit Taschentüchern und Stofffetzen behängt, an denen Besucher ihre Wünsche festknüpfen.
Viele Reiseveranstalter haben den Ort in eine „Aphrodite-Kulturroute“ eingebunden, die die mythologischen Stätten rund um die Göttin miteinander verbindet – vom Felsen über das Heiligtum in Koúklia bis zu den Bädern der Aphrodite auf der Halbinsel Akámas. So wird aus einem einzelnen Fotostopp schnell eine kleine Rundreise durch die Welt der antiken Sagen.
Kann man am Aphrodite-Felsen baden?
Der Strand unterhalb der Felsen ist ein Kieselstrand, an dem Baden grundsätzlich möglich ist. Man sollte allerdings vorsichtig sein: Der Einstieg über die runden Kieselsteine ist rutschig, und je nach Wetterlage kann die Strömung rund um die Felsen kräftig sein. Rettungsschwimmer gibt es hier nicht, und Schatten ist rar – Sonnenschutz und feste Badeschuhe sind daher sinnvoll. Wer nur den Ausblick genießen möchte, bleibt am besten oben am Aussichtspunkt.
Für einen entspannten Badetag eignen sich die betreuten Strände rund um Páfos meist besser. Eine Übersicht bieten unsere Seiten zu den schönsten Stränden Zyperns und zu den Stränden mit der Blauen Flagge.
Wie besucht man Pétra tou Romioú?
Der Aphrodite-Felsen liegt direkt an der Küstenstraße B6 und lässt sich bequem in einen Ausflug entlang der Südküste einbinden. Am praktischsten ist die Anreise mit dem Mietwagen, da öffentliche Verbindungen an diesem abgelegenen Küstenabschnitt selten sind. Besonders stimmungsvoll ist der Ort bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang, wenn das weiche Licht die Formation in warme Farben taucht und die Besuchermassen des Tages verschwunden sind. Wer mehr Natur erleben möchte, kombiniert den Stopp mit weiteren Naturerlebnissen auf Zypern oder einer Tour ins nahe Tróodos-Gebirge. Einen Überblick über alle Highlights der Insel bietet unsere Seite zu den Sehenswürdigkeiten Zyperns.
Hinkommen:
Auf der landeinwärts gelegenen Straßenseite parken. Links neben dem Restaurant/Kiosk geht man dann über eine Treppe zu einer Unterführung, die unter der Straße hindurch zum Strand führt.
Was gibt es in Koúklia und der Umgebung zu entdecken?
Nur wenige Kilometer landeinwärts vom Aphrodite-Felsen liegt das Dorf Koúklia, das antike Palaípaphos („Alt-Páfos“). Hier stand über Jahrhunderte das große Heiligtum der Aphrodite, das Pilger aus dem gesamten Mittelmeerraum anzog. Von der einst prächtigen Anlage sind heute Fundamente, Reste von Mauern und ein Mosaikboden erhalten. Das kleine Ortsmuseum ist in einem mittelalterlichen Herrenhaus aus der Zeit der Lusignan-Herrschaft untergebracht und zeigt Funde von der Bronzezeit bis in die römische Epoche – darunter den berühmten schwarzen Kultstein, der einst die Göttin symbolisierte.
Der Aphrodite-Felsen bildet damit den mythischen Auftakt zu einer ganzen Region voller Geschichte. Wer möchte, folgt der Küstenstraße weiter Richtung Westen in die Hafenstadt Páfos mit ihrem UNESCO-geschützten Archäologiepark, oder biegt landeinwärts ab zu den Weindörfern am Südhang des Tróodos. So verbindet sich der kurze Fotostopp am Felsen mühelos mit einem abwechslungsreichen Tagesausflug entlang der zyprischen Südküste.
Häufige Fragen zu Pétra tou Romioú
Was bedeutet Pétra tou Romioú?
Pétra tou Romioú heißt übersetzt „Fels des Griechen“. Der Name geht auf den byzantinischen Helden Dighenís zurück, der hier der Legende nach riesige Felsbrocken gegen arabische Angreifer schleuderte.
Wo befindet sich der Aphrodite-Felsen?
Der Felsen liegt an der Küstenstraße B6 zwischen Páfos und Limassol im Süden Zyperns, rund 25 Kilometer östlich von Páfos nahe dem Dorf Koúklia. Ein Parkplatz auf der landeinwärts gelegenen Straßenseite und eine Unterführung führen direkt zum Kieselstrand.
Kann man am Aphrodite-Felsen baden?
Ja, der Strand ist ein Kieselstrand, an dem man baden kann. Der Einstieg ist rutschig und es gibt keine Rettungsschwimmer, deshalb ist etwas Vorsicht geboten. Der Sage nach soll, wer bei Vollmond hier badet oder dreimal um den Felsen schwimmt, mit Schönheit und ewiger Jugend belohnt werden.
Warum ist Aphrodite mit Zypern verbunden?
Nach dem Mythos entstieg Aphrodite dem Meeresschaum vor der Küste Zyperns, weshalb sie die Beinamen „Kypris“ und „Paphia“ trägt. Ihr wichtigstes Heiligtum stand in Palaípaphos beim heutigen Dorf Koúklia, nur wenige Kilometer vom Felsen entfernt.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Besuch?
Besonders stimmungsvoll ist der Felsen bei Sonnenauf- und -untergang, wenn das Licht die Formation in warme Farben taucht. Im Herbst sorgt der schäumende Seegang für das mythische Naturschauspiel.
Kostet der Besuch Eintritt?
Nein, der Aussichtspunkt und der Strand sind frei zugänglich und kostenlos. Lediglich der Parkplatz und das Restaurant an der Straße sind kommerziell.
Lohnt sich ein Abstecher nach Koúklia?
Ja. Im nahen Dorf Koúklia liegt das antike Palaípaphos mit dem einst berühmten Aphrodite-Heiligtum und einem sehenswerten Ortsmuseum in einem mittelalterlichen Herrenhaus. Der kurze Abstecher landeinwärts verbindet den Mythos am Felsen mit der realen Geschichte seiner Verehrung und lässt sich gut in eine Tour entlang der Südküste einbauen.
Pétra tou Romioú lässt sich perfekt mit der Region um Páfos und einem Abstecher ins Tróodos-Gebirge verbinden. Weitere Naturhighlights findest du in unserer Übersicht der Naturerlebnisse auf Zypern. Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise gibt es beim Auswärtigen Amt.

















