Kap Gkréko – Nationalforstpark mit Naturpfaden

Der Nationalforstpark Kap Gkréko liegt östlich von Agia Napa und südöstlich von Protaras und ist ein Natura-2000-Gebiet. Vier markierte Naturpfade von 1,2 bis 4,8 Kilometern führen durch Kalabrische Kiefern und Phönizische Wacholder zu Kalksteinklippen, Meereshöhlen, einer natürlichen Felsbrücke und der Kapelle Agioi Anargyroi. Alle vier Pfade sind leicht.

Schnellfakten Kap Gkréko

Lageöstlich von Agia Napa, südöstlich von Protaras, Bezirk Ammochostos
SchutzstatusNationalforstpark, Natura-2000-Gebiet
Pfade im ParkAphrodite (2 km), Kavos (1,2 km), Meereshöhlen–Agioi Anargyroi (4 km), Konnoi–Agioi Anargyroi (4,8 km)
SchwierigkeitStufe 1 von 3 (leicht)
Pflanzenrund 400 Arten, darunter 14 endemische
SehenswertesFelsbrücke Kamara tou Koraka, Meereshöhlen, Leuchtturm
RouteTeil der Aphrodite-Kulturroute
Felsküste am Kap Gkréko mit Kiefern, Wacholder und türkisfarbenem Meer

Felsküste am Kap Gkréko mit Kiefern, Wacholder und türkisfarbenem Meer

Was ist der Nationalforstpark Kap Gkréko?

Kap Gkréko, in vielen Reiseführern auch Kavo Gkreko oder Cavo Greco geschrieben, ist ein Vorgebirge an der südöstlichen Küste, östlich von Agia Napa. Das Land um das Kap ist als Nationalforstpark geschützt und gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Ein Netz aus Naturpfaden führt durch Kalabrische Kiefern und Phönizische Wacholder, und für Radfahrer gibt es eigene Wege mit Sitzbänken. Die Küste besteht aus Kalksteinklippen mit Blick auf klares Wasser, weshalb die Gegend bei Tauchern beliebt ist und Boote Besucher zu den Höhlen am Fuß der Felsen fahren.

Der Park lässt sich in einem Tag erkunden, ohne dass du lange Strecken planen musst: Die vier Pfade sind kurz, und alle tragen die Schwierigkeitsstufe 1 auf der dreistufigen Skala der Forstverwaltung, bei der 1 die leichteste und 3 die schwerste Stufe ist. Wer Strand und Wanderung verbinden will, findet Anregungen in unserem Überblick der schönsten Strände Zyperns.

Welche Pflanzen und Tiere leben im Park?

Der Wald war einst reicher an Bäumen und ist heute von niedriger Vegetation bedeckt. Dazu gehören Phönizischer Wacholder (Juniperus phoenicea), Mastixstrauch (Pistacia lentiscus), Wilder Thymian (Thymus capitatus), Dornige Becherblume (Sarcopoterium spinosum) und Meerfenchel (Crithmum maritimum) sowie der Wilde Ölbaum. Insgesamt wachsen im Park rund 400 Pflanzenarten, 14 davon sind endemisch und 14 weitere äußerst selten. Zu den Besonderheiten zählt die zyprische Bosea (Bosea cypria), ein Endemit. Entlang des Pfades Konnoi–Agioi Anargyroi wachsen außerdem der Zyprische Lauch (Allium willeanum), die Dreifarbige Hundskamille (Anthemis tricolor), der Zyprische Gamander (Teucrium micropodioides) und der Strauch Onosma fruticosa.

An Säugetieren leben Füchse, Hasen und Igel im Park. Dazu kommen Reptilien: Zyprische Viper, Zyprische Eidechse, Chamäleon und Schwarze Zornnatter. Die Vogelwelt besteht überwiegend aus Zugvögeln; der Park dient vielen von ihnen als Rastplatz. Zu den heimischen Arten gehören der Zypernsteinschmätzer (Oenanthe cypriaca), der als Zugvogel auf der Insel brütet, und die Zypern-Grasmücke, außerdem das Rebhuhn.

Macchia mit Thymian, Wacholder und gelben Blüten am Kap Gkréko

Wie verläuft der Aphrodite-Pfad?

Der Aphrodite-Pfad ist ein Rundweg von 2 Kilometern Länge, für den du etwa eine Stunde brauchst. Er beginnt und endet am Parkplatz des Besucherzentrums, der rund 10 Meter über dem Meer liegt, und steigt auf höchstens 60 Meter. Zuerst führt er hinunter zum Strand und trifft dort auf den Pfad zu den Meereshöhlen. Vor der Felsbrücke Kamara tou Koraka wendet er sich bergauf zurück zum Besucherzentrum; dieses letzte Stück teilt er mit dem Pfad Konnoi–Agioi Anargyroi.

Am Anfang liegt eine Stelle, die mit einem antiken Tempel der Aphrodite verbunden wird. Ein Schild mit dem Logo der Kyprida Aphroditi, dem Zeichen der Aphrodite-Kulturroute, markiert den Ort. Das Kap hieß in der Antike Pidalion, und ein Heiligtum der Göttin ist von dieser Landzunge überliefert. Auf dem Weg zum Strand passierst du natürliche Höhlen mit Trockenmauern, in denen früher Hirten ihre Tiere unterbrachten. Mehrere Aussichtspunkte öffnen den Blick auf die Küste. Mehr zur Verbindung der Göttin mit der Insel liest du bei Palaipáfos und Kítion.

Was erwartet dich auf dem Kavos-Pfad?

Der Kavos-Pfad ist mit 1,2 Kilometern der kürzeste Weg im Park und dauert etwa 45 Minuten. Start und Ziel ist ein alter Steinbruch auf 64 Metern Höhe, der höchste Punkt liegt bei 70 Metern. Du gehst zunächst durch Kiefernwald und dann durch niedrige Strauchvegetation. Der schönste Aussichtspunkt liegt auf dem Gipfel des Hügels, mit Rundumblick: Im Osten siehst du die Spitze des Kaps mit dem Leuchtturm und den Anlagen einer französischen Funkstation, im Westen das Urlaubsgebiet von Agia Napa, im Norden den Hauptteil des Nationalforstparks und im Süden klares Wasser und zerklüftete Küste.

An den steilen Klippen auf der Südseite des Hügels klettern Sportler. Der Pfad ist durch einen Anschluss mit dem Pfad zu den Meereshöhlen verbunden, sodass du beide Wege zu einer längeren Runde verknüpfen kannst. Am Wegrand wachsen Phönizischer Wacholder, Mastixstrauch, Wilder Thymian, Dornige Becherblume und die zyprische Bosea.

Wohin führt der Pfad zu den Meereshöhlen?

Der Pfad Meereshöhlen–Agioi Anargyroi ist ein linearer Weg von 4 Kilometern, für den du etwa anderthalb Stunden einplanst. Er beginnt an den Meereshöhlen bei der Kapelle Agioi Anargyroi, auf 13 Metern Höhe, und steigt bis auf 30 Meter. Ein großer Teil verläuft parallel zur Küste. Zwischen den Höhlen und dem Hügel Kavos durchquerst du ein felsiges Gebiet mit spärlicher, salzliebender Vegetation. Dann geht es nach Norden durch niedrige Sträucher, vorbei an Getreidefeldern und Buschland, bis zur natürlichen Felsbrücke Kamara tou Koraka. Das Ziel ist wieder die Kapelle Agioi Anargyroi.

Die kleine weiß getünchte Kapelle ist über einer Meereshöhle gebaut, in die Stufen hinunterführen. In der Überlieferung lebten dort die Heiligen Anargyroi als Einsiedler. Etwa 200 Meter westlich vom Ende des Pfades liegt ein Rastplatz mit Trinkwasser. Der Pfad verbindet sich mit dem Aphrodite-Pfad und mit dem Pfad Konnoi–Agioi Anargyroi. Zu den Pflanzen am Wegrand zählen Dornige Becherblume, Wilder Thymian, Meerfenchel, Mastixstrauch und Wilder Ölbaum.

Weiße Kapelle Agioi Anargyroi an der Felsküste mit Stufen zur Meereshöhle

Wie führt der Rundweg ab der Konnos-Bucht?

Der Pfad Konnoi–Agioi Anargyroi ist mit 4,8 Kilometern der längste der vier Parkpfade und dauert etwa zwei Stunden. Du kannst ihn an der Konnos-Bucht beginnen, die zwischen Protaras und dem Kap liegt, oder an der Kapelle Agioi Anargyroi, die du von der Hauptstraße zwischen Protaras und dem Kap erreichst. Die ersten 2 Kilometer verlaufen parallel zum Strand bis zur Kapelle, und die Konnos-Bucht beeindruckt dabei besonders. Dann geht es nach Süden durch niedrige Sträucher zur Felsbrücke Kamara tou Koraka, einem natürlichen Bogen im Kalkstein.

Hinter dem Bogen steigt der Weg leicht an, führt an der Stelle des Aphrodite-Tempels vorbei und folgt der Küste durch hohe Sträucher. Zum Schluss durchquerst du einen kleinen Kiefernwald. Wer sich für Antike interessiert, ergänzt den Tag mit einem Besuch in Lárnaka.

Welche weiteren Pfade gibt es rund um das Kap?

Außerhalb des Nationalforstparks führen weitere markierte Wege durch die Landschaft um Protaras. Die Forstverwaltung führt im Bezirk Ammochostos drei zusätzliche Pfade außerhalb der Staatswälder: den Pfad Profitis Ilias–Konnoi (linear, 8,5 Kilometer, rund drei Stunden), den Pfad Panagia–Agios Ioannis (linear, 2,8 Kilometer, 45 Minuten) und den Pfad Panagia–Agioi Saranda (linear, 2,5 Kilometer, 45 Minuten). Alle haben die Schwierigkeitsstufe 1. Vom Hügel mit der Kirche Profitis Ilias bei Protaras genießt du einen weiten Blick, der Weg passiert die Kirchen Agioi Saranda und Agios Ioannis und endet am Strand von Konnos. Teile verlaufen parallel zum europäischen Fernwanderweg E4.

Die Forstverwaltung ist nur für Pfade in den Staatswäldern zuständig. Die Wege außerhalb entstanden mit Mitteln des Programms für ländliche Entwicklung, und für Fragen zu ihnen sind die örtlichen Behörden Ansprechpartner. Allgemeine Tipps zum Wandern auf der Insel findest du auf der Seite Wandern auf Zypern, Gebirgswege im Tróodos beschreibt Wanderwege im Tróodos.

Wie planst du den Besuch am Kap Gkréko?

Das Kap erreichst du von Agia Napa oder Protaras in wenigen Minuten mit dem Mietwagen. Die Aphrodite-Kulturroute schlägt für Lárnaka und Agia Napa einen Besuch von ein bis zwei Tagen vor. Für den Park genügen einige Stunden: Starte am Besucherzentrum mit dem Aphrodite-Pfad, hänge den Kavos-Pfad an und lass den Rest des Tages am Strand oder auf einer Bootsfahrt zu den Höhlen ausklingen. Wer taucht, findet in der Übersicht Tauchen auf Zypern weitere Informationen.

Die Pfade bieten keine Schattenspender außer den Kiefernwäldchen, also gehören Kopfbedeckung, Sonnenschutz und Wasser ins Gepäck. Der Park ist ein Schutzgebiet: Bleib auf den markierten Wegen, nimm deinen Abfall mit und lass Pflanzen und Tiere ungestört. Wie sauber die Badebuchten der Region sind, erfährst du auf der Seite saubere Strände. Aktuelle Auskünfte erteilt das Vizeministerium für Tourismus.

Kap Gkréko gehört zu den Naturorten der Aphrodite-Kulturroute. Die Route verbindet Antike und Landschaft: Neben dem Kap zählen dazu die Pfade der Halbinsel Akamas bei den Bädern der Aphrodite (der Pfad Aphrodite und Adonis misst 7,5 Kilometer und dauert etwa drei Stunden, der Pfad Fontana Amorosa 6 Kilometer und zwei Stunden) sowie der Naturpfad am Salzsee von Lárnaka mit 4 Kilometern und etwa einer Stunde. Wer mehrere Tage in der Region verbringt, kann die drei Gebiete zu einer Rundreise im Zeichen der Göttin verbinden und an den Kerngrabungen von Palaipáfos, Kítion und Amathous die Antike erleben.

Häufige Fragen zu Kap Gkréko

Wo liegt der Nationalforstpark Kap Gkréko?

Östlich von Agia Napa und südöstlich von Protaras, an der südöstlichen Küste der Insel.

Wie viele Pfade gibt es im Park?

Vier markierte Pfade: Aphrodite (2 km), Kavos (1,2 km), Meereshöhlen–Agioi Anargyroi (4 km) und Konnoi–Agioi Anargyroi (4,8 km).

Wie schwer sind die Wanderungen?

Alle vier Pfade haben die Schwierigkeitsstufe 1 auf der Skala von 1 (leicht) bis 3 (schwer).

Was ist die Kamara tou Koraka?

Eine natürliche Felsbrücke aus Kalkstein an der Küste, die der Pfad zu den Meereshöhlen und der Rundweg ab Konnos passieren.

Welche Tiere kannst du beobachten?

Füchse, Hasen, Igel, Reptilien und viele Zugvögel, darunter der Zypernsteinschmätzer.

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