Panagia tou Moutoulla – Kirche von 1280 im Troodos
Die Kirche Panagia tou Moutoulla in Moutoullas im Bezirk Nikosia gehört zum UNESCO-Welterbe der Bemalten Kirchen im Troodos-Gebirge. Ein Stifterpaar ließ sie im Jahr 1280 erbauen, wie die Inschrift an der Nordwand belegt. Ihre Wandmalereien sind die einzige genau datierte Folge byzantinischer Monumentalmalerei des 13. Jahrhunderts auf Zypern.
| Lage | Moutoullas, Bezirk Nikosia, Troodos-Gebirge |
| Erbaut | 1280 von Johannes Moutoullas und seiner Frau Irene |
| Bauform | einschiffige Kirche, Vorhalle an Nord- und Westseite, Eingänge 1,75 m hoch |
| Besonderheit | einzige genau datierte Malereifolge des 13. Jahrhunderts auf Zypern |
| Bildschmuck | innen und außen, Jüngstes Gericht an der Nordwand außen |
| Ausstattung | geschnitzte zweiflügelige Südtür aus mittelbyzantinischer Zeit |
| Originalikonen | im Museum des Klosters Kykko |
Was ist die Panagia tou Moutoulla und wer ließ sie bauen?
Die Panagia tou Moutoulla ist eine kleine Dorfkirche im Troodos-Gebirge, die zu den zehn Bauten des UNESCO-Welterbes Bemalte Kirchen im Troodos-Gebirge zählt. Eine Inschrift an der Nordwand belegt das Stifterpaar: Johannes Moutoullas und seine Frau Irene ließen die Kirche im Jahr 1280 errichten. Dieses Datum macht die Kirche für die Kunstgeschichte so wichtig, denn es lässt sich an der Inschrift ablesen und muss nicht aus dem Stil geschlossen werden.
Die Kirche gehört nicht zu einem Kloster. Sie steht als einzelner Bau im Ort, und der Name des Malers ist nicht überliefert. Die Wandmalereien sind innen und außen erhalten, viele davon haben allerdings schwer gelitten. Mehr zur byzantinischen Herrschaft auf der Insel findest du in unserem Geschichtskapitel.
Wie sieht die Kirche von außen und innen aus?
Die Kirche hat nur ein Schiff und ist an ihrer Nord- und Westseite von einer geschlossenen Vorhalle umgeben. Diese Vorhalle wurde im 14. bis 15. Jahrhundert angebaut. In das Schiff führen zwei Eingänge von jeweils 1,75 Metern Höhe, einer im Westen und einer im Norden. Die Fenster sind wenige und klein: zwei rechteckige in den Giebeln im Osten und Westen, dazu kleine Lichtöffnungen und eine Öffnung in der Apsis des Altarraums. Im Inneren stehen Holzpfeiler, die den Raum teilweise unterteilen.
Die zweiflügelige, geschnitzte Südtür aus Holz ist eines der wenigen Beispiele mittelbyzantinischer Holzschnitzkunst, die auf Zypern erhalten sind. Auf der Ikonostase hängen Kopien der Ikonen von Christus und der Gottesmutter. Die Originale sind im Museum des Klosters Kykko ausgestellt.
Was zeigt die Apsis im Altarraum?
In der Apsis des Bemas steht die Gottesmutter mit erhobenen Händen im Fürbittgestus. Vor ihrer Brust trägt sie in einem Medaillon das Christuskind. Rechts und links schwingen die Erzengel Michael und Gabriel Weihrauchfässer. Im unteren Teil der Apsis stehen sechs amtierende Kirchenväter, von links Nikolaus, Gregor und Johannes Chrysostomos, rechts Basilius, Epiphanios und Auxibios.
An der Ostgiebelwand blieben keine Malereien erhalten. Über der Apsis ist aber die Inschrift mit den Stiftern zu lesen, darunter der untere Teil eines Thrones mit Stoffen in traditioneller Stickerei. Der Thron ist für das Jüngste Gericht bereitet. Im Osten der Apsis ist die Verkündigung dargestellt, mit den Worten des Erzengels Gabriel in einer Inschrift. Ein Lichtstrahl mit drei Strahlen fällt auf Maria und weist auf die Dreifaltigkeit hin. Die Sterne über ihr stehen für ihre bleibende Jungfräulichkeit, und verschlungene Schlangen sind ein Motiv, das aus Konstantinopel stammt.
Auf dem Pfeiler an der Südwand außerhalb des Bemas segnet Christus mit der rechten Hand und hält in der linken ein Evangelium. Auf dem Pfeiler der Nordwand steht die Gottesmutter im Fürbittgestus. Zusammen mit Johannes dem Täufer ergeben diese Bilder die Kleine Deesis, ein Bildtyp, der für das 12. Jahrhundert kennzeichnend ist.

Wie erzählt die Südwand die Geburt Christi?
Die Gottesmutter thront an der Südwand unter einem Bogen, und Christus ist als Kind dargestellt, hat aber eine kahle Stirn wie ein alter Mann. Der Maler wollte damit die Weisheit des Alters andeuten. Der Raum über der thronenden Maria ist leer und nur in Blaugrau gefasst.
Am Anfang der Südwand ist die Geburt Christi zu sehen. Maria ist größer gemalt als alle anderen Figuren und sitzt vor einer Höhle mit schwarzem Hintergrund. Sie neigt sich nach rechts zum Kind und hält ein Tuch, wie es in der Region traditionell getragen wurde. Christus liegt gewickelt in der Krippe, Ochse und Pferd wärmen ihn mit ihrem Atem. Ein Stern über der Höhle zeigt den Ort. Von links nähern sich die drei Weisen mit Myrrhe, Weihrauch und Gold, in der oberen rechten Ecke verkündet ein Engel den Hirten die Geburt. Unten rechts baden zwei Frauen das Neugeborene in einem runden Becken, links unten sitzt Josef.
Im 14. bis 15. Jahrhundert wurde die Darbringung im Tempel ergänzt. Sie findet vor dem Altar mit einer roten Decke und einem geschlossenen Buch statt. Symeon reicht das Kind der Gottesmutter, die die Arme ausstreckt; hinter ihr stehen Anna und Josef, der ein Taubenpaar für das Opfer hält. Das Gesetz sah vor, dass die Eltern 40 Tage nach der Geburt den erstgeborenen Sohn im Tempel darbrachten und ein Lamm oder, wenn sie arm waren, Tauben opferten.
Welche Szenen zeigen West- und Nordwand?
In der oberen Zone der Westwand folgen drei Bilder aus dem Leben Christi: die Auferweckung des Lazarus, von der nur der rechte Teil erhalten ist, der Einzug in Jerusalem und die Kreuzigung. Christus schreitet bei der Auferweckung mit großen Schritten auf Lazarus zu, der aufrecht im offenen Grab steht. Vor ihm ist der bekannte Ruf „Lazarus, komm heraus“ geschrieben, die Schwestern Maria und Martha knien vor Christus, ein junger Mann löst das Leichentuch und hält sich die Nase zu. Der Einzug in Jerusalem zeigt Christus auf einem weißen Esel, ein Kind legt sein Gewand auf den Boden, hinter Christus folgen die Apostel Johannes und Petrus.
Die Kreuzigung ist an der oberen rechten Seite zerstört. Unter dem Kreuz ist der Golgatha-Hügel gemalt, Christus hängt tot mit vier Nägeln am Kreuz, ein traditionell gewebtes Tuch ist um seine Hüfte gebunden. Links steht Maria, rechts der Jünger Johannes.
Die obere Zone der Nordwand zeigt die Auferstehung als Hadesfahrt und die Entschlafung Mariens. Christus steigt auf das zerbrochene Tor der Unterwelt, hält ein Kreuz als Siegeszeichen und zieht Adam hoch, hinter dem Eva steht. Daneben sind David, Salomo und Johannes der Täufer zu sehen. Die Entschlafung über dem Nordeingang zeigt das Bett der Gottesmutter mit reich verziertem Stoff, die Apostel stehen trauernd daneben, Petrus schwingt das Weihrauchfass, Christus hält hinter dem Bett die Seele seiner Mutter in den Armen. Auch ein fliegender Engel ist am oberen Rand zu erkennen.
Welche Heiligen schmücken die unteren Zonen?
Wie in anderen Kirchen dieser Art zeigt die obere Zone Szenen aus dem Leben Marias und Christi, die untere Zone Heilige. An der Südwand stehen Christophorus, Eustachius und Paulus und blicken nach links. Ihnen gegenüber schauen an der Nordwand Georg und Petrus nach rechts. In der unteren Zone der Westwand stehen sechs Gestalten in voller Größe neben dem Eingang, darunter Athanasia und Mavra. Athanasia ließ sich als Nonne einen Bart wachsen, um ihrem Mann Andronikos, der ebenfalls Mönch war, nicht aufzufallen. Auf der rechten Seite folgen Barbara, Marina, die Beschützerin der Kinder, und Anastasia.
In der unteren Zone der Nordwand stehen links vom Eingang Stylianos, der Erzengel Michael und Petrus. Östlich des Nordeingangs reitet der heilige Georg. Der Drache, den er erschlägt, ist als menschenähnliche Gestalt gemalt, eine Darstellung, die in Zypern einmalig ist. Johannes der Täufer, Christus und Maria auf den beiden Pfeilern ergänzen die Kleine Deesis. Im äußersten Osten der Nordwand liest du im Bema die Stifterinschrift, darüber sind die Stifter abgebildet. Ihre Platzierung an dieser Stelle war eine hohe Ehre.

Was zeigen die Malereien an den Außenwänden?
Auch die Vorhalle trägt Bilder. An der Außenseite ihrer Westwand sind der thronende Christus und der reitende Georg zu sehen. An der Nordwand außen sind rechts und links vom Eingang das Jüngste Gericht und die Inschrift „Die Bereitung des Thrones“ gemalt. Neben Christus stehen Maria und Johannes der Täufer, dann die Apostel, links vorn Paulus, danach Johannes, Markus und Andreas, rechts weitere Apostel, hinter ihnen Engel.
Weiter unten sieht man Adam und Eva als alte Menschen im Fürbittgestus. Hinter und unter Adam liegt die Hölle, daneben die Waage, mit der die Seelen gewogen werden. Zwei fliegende Engel mit Posaunen sammeln die Seelen, einer wendet sich der Erde zu, der andere dem Meer, beide sind als Frauen gemalt. Hinter Eva sind die Gerechten und das Paradies zu sehen. Vor den Stufen des Paradieses unterhält sich Petrus mit Paulus und führt eine Gruppe von Menschen hinein, dahinter folgen ein Chor weiblicher Heiliger und ein Chor von Märtyrern, zuletzt Maria von Ägypten. Im oberen Streifen am östlichen Rand der Nordwand sind der brennende Dornbusch und die Sieben Schläfer von Ephesos dargestellt, darunter Barbara und Katharina.
Wie verbindest du die Kirche mit weiteren Zielen?
Im Troodos-Gebirge kannst du die UNESCO-Kirchen nacheinander besuchen. Ebenfalls zum Welterbe gehört das Kloster Agios Ioannis Lampadistis in Kalopanagiotis, dessen Katholikon im 13. Jahrhundert und in der Zeit um 1400 bemalt wurde. Eine dritte Station ist die Heilig-Kreuz-Kirche von Platanistasa mit dem Bilderzyklus von 1494.
Wer mehr über die Bauform der Gebirgskirchen wissen möchte, liest den Beitrag über die Scheunendachkirchen. Das große Kloster der Region, Kykko, bewahrt die Originalikonen der Panagia tou Moutoulla. Anreise und Wanderungen findest du bei den Wanderwegen im Troodos. Öffnungszeiten ändern sich; erfrage sie vor der Fahrt beim Fremdenverkehrsamt oder bei der Gemeinde.
Häufige Fragen zur Panagia tou Moutoulla
Wann wurde die Panagia tou Moutoulla gebaut?
Im Jahr 1280. Johannes Moutoullas und seine Frau Irene stehen in der Inschrift an der Nordwand als Stifter.
Warum sind die Wandmalereien so bedeutend?
Sie bilden die einzige genau datierte Folge byzantinischer Monumentalmalerei des 13. Jahrhunderts auf Zypern.
Gehört die Kirche zu einem Kloster?
Nein, sie ist ein einzelner Kirchenbau im Dorf und nicht Teil einer Klosteranlage.
Was zeigt das Jüngste Gericht an der Außenwand?
Christus mit Maria, Johannes dem Täufer und den Aposteln, dazu Seelenwaage, Hölle, Paradies und zwei Engel mit Posaunen.
Wo sind die Originalikonen der Kirche?
Im Museum des Klosters Kykko. In der Kirche hängen Kopien.
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