Omeriye-Moschee

Die Omeriye-Moschee in der Altstadt von Nikosía ist eine frühere Augustinerkirche aus dem 14. Jahrhundert. Nach der osmanischen Eroberung ließ Lala Mustafa Pascha sie 1571 in eine Moschee umwandeln. Sie gilt als die einzige noch als solche genutzte Moschee der Hauptstadt und wird heute von muslimischen Gläubigen gehütet.

Schnellfakten Omeriye-Moschee

LageAltstadt von Nikosía, im südlichen (griechischen) Teil
Typehemalige Augustinerkirche, heute Moschee
Ursprunggotische Kirche des Augustinerordens (14. Jahrhundert)
Umgewandelt1571 durch Lala Mustafa Pascha
Besonderheiteinzige aktive Moschee der Altstadt von Nikosía
Eintrittfrei zugänglich außerhalb der Gebetszeiten

Was ist die Omeriye-Moschee?

Die Omeriye-Moschee ist die einzige noch als solche genutzte Moschee in der Altstadt von Nikosía und wird heute von muslimischen Gläubigen gehütet. Ursprünglich war das Gebäude eine gotische Augustinerkirche aus dem 14. Jahrhundert, die zu einem der bedeutendsten Klöster der mittelalterlichen Stadt gehörte.

Nach der osmanischen Eroberung Zyperns ließ der Feldherr Lala Mustafa Pascha die Kirche 1571 in eine Moschee umwandeln. Der Überlieferung nach wählte er gerade dieses Gebäude, weil er an dieser Stelle das Grab des Kalifen Omar vermutete – daher der Name „Omeriye“. Damit reiht sich die Moschee in die zahlreichen Kirchen und Moscheen ein, in denen sich die wechselvolle Geschichte der Insel widerspiegelt.

Welche Legende rankt sich um die Moschee?

In einer Seitenkapelle der einstigen Kirche befand sich das Grab des Heiligen und deutschen Kreuzfahrers Johannes von Montfort, über dessen Leichnam eine eigentümliche Geschichte überliefert ist. Eine Verwandte Montforts machte auf ihrem Weg ins Heilige Land Zwischenstation an seinem Grab und verbrachte dort eine Nacht im Gebet, während der sie dem Heiligen ein Stück Schulter abbiss, um es als Reliquie mit nach Hause zu nehmen.

Ihr Schiff aber konnte den Anker so lange nicht lichten, bis sie ihre Untat gestanden und das Stück Fleisch zurückgebracht hatte – das daraufhin sogleich wieder mit dem toten Leib zusammenwuchs. Solche Reliquienlegenden waren im mittelalterlichen Zypern verbreitet und zeigen, welche Bedeutung Pilgerstätten für die Kreuzfahrer besaßen.

Was kann man an der Moschee sehen?

Trotz der Umwandlung sind die gotischen Wurzeln des Baus bis heute deutlich erkennbar. Das ehemalige Hauptportal mit seinem spitzbogigen Maßwerk stammt noch aus der Zeit der Augustinerkirche, während das angesetzte Minarett auf den ersten Blick die heutige Nutzung verrät. So vereint das Gebäude christliche und islamische Bauelemente in einem einzigen Ensemble.

Im Inneren ist die Moschee schlicht gehalten, mit Teppichen ausgelegt und nach Mekka ausgerichtet. Gleich nebenan lädt das aufwendig restaurierte Omeriye-Hamam, ein historisches osmanisches Badehaus, zum Besuch ein – ein lohnender Abstecher bei einem Rundgang durch die Sehenswürdigkeiten der Altstadt.

Wie besucht man die Omeriye-Moschee?

Die Moschee liegt im südlichen, griechisch geprägten Teil der geteilten Hauptstadt Nikosía und ist außerhalb der Gebetszeiten frei zugänglich. Besucher sollten auf angemessene Kleidung achten, die Schuhe vor dem Betreten ausziehen; für Frauen empfiehlt sich ein Kopftuch. Wer mag, kann das Minarett besteigen und von oben einen schönen Blick über die Altstadt genießen.

Der Besuch lässt sich gut mit einem Bummel durch die engen Gassen der historischen Altstadt verbinden, die zu beiden Seiten der grünen Linie liegt. Weitere Anregungen für die geteilte Hauptstadt findest du in unserer Übersicht zu Nikosía und unter den Kirchen und Klöstern Zyperns.

Häufige Fragen zur Omeriye-Moschee

War die Omeriye-Moschee einmal eine Kirche?

Ja. Das Gebäude war ursprünglich eine gotische Augustinerkirche aus dem 14. Jahrhundert. Nach der osmanischen Eroberung ließ Lala Mustafa Pascha sie 1571 in eine Moschee umwandeln.

Woher stammt der Name Omeriye?

Der Überlieferung nach vermutete Lala Mustafa Pascha an dieser Stelle das Grab des Kalifen Omar. Nach ihm – beziehungsweise dem arabischen Namen Omar – wurde die Moschee „Omeriye“ benannt.

Kann man die Moschee besichtigen?

Ja. Die Omeriye-Moschee ist die einzige aktive Moschee der Altstadt von Nikosía und außerhalb der Gebetszeiten frei zugänglich. Schuhe werden vor dem Betreten ausgezogen, angemessene Kleidung ist Pflicht.

Was gibt es in der Nähe zu sehen?

Direkt neben der Moschee liegt das restaurierte Omeriye-Hamam, ein historisches osmanisches Badehaus. Ringsum erstreckt sich die historische Altstadt von Nikosía mit ihren engen Gassen beiderseits der grünen Linie.

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