Lala-Mustafa-Pascha-Moschee
Die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee im nordzyprischen Famagusta ist die frühere gotische St.-Nikolaus-Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert. Nach der osmanischen Eroberung wurde sie 1571 in eine Moschee umgewandelt. Mit ihrer Fassade im Stil der französischen Gotik und einem einsamen Minarett ist sie bis heute das größte Gebäude und das Zentrum der Altstadt.
| Lage | Altstadt von Famagusta (türkisch verwalteter Nordteil) |
| Typ | ehemalige gotische Kathedrale, heute Moschee |
| Erbaut | als St.-Nikolaus-Kathedrale zwischen 1298 und 1400 |
| Umgewandelt | 1571 zur Moschee, 1954 umbenannt |
| Stil | französische Gotik (ähnlich der Kathedrale von Reims) |
| Besonderheit | größtes Gebäude Famagustas, einsames Minarett am Nordturm |
Was ist die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee?
Die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee im nordzyprischen Famagusta hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Gebaut wurde sie als St.-Nikolaus-Kathedrale zwischen 1298 und 1400 und 1328 zur Kirche geweiht. Auf den ersten Blick erkennt man den typischen Stil der französischen Gotik, der auf Zypern sonst nur bei der Selimiye-Moschee in Nikosía zu finden ist.
Nach der Eroberung der Insel durch die Osmanen wurde die Kathedrale 1571 zu einer Moschee umgewandelt – und zwar nur diese eine, denn die übrigen Kirchen der Stadt blieben zunächst unangetastet. Damit gehört das Bauwerk zu den eindrucksvollsten Kirchen und Moscheen Zyperns, in denen sich christliche und islamische Geschichte überlagern.
Wie wurde aus der Kathedrale eine Moschee?
Bei der Umwandlung 1571 wurden alle figürlichen Darstellungen sowie die komplette Inneneinrichtung entfernt. Stattdessen legte man Teppiche aus und versah die Wände mit einem weißen Anstrich, wie es für Moscheen üblich ist. Aus dieser Zeit stammt auch das einsame Minarett, das den Nordturm schmückt und dem gotischen Bau seine unverkennbare Silhouette gibt.
Die Spitzen der beiden Kirchtürme wurden im Lauf der Jahrhunderte durch Erdbeben und Bombardements zerstört, sodass das Gebäude von außen heute etwas unvollendet wirkt. Erst 1954 wurde es offiziell umbenannt – zu Ehren von Lala Kara Mustafa Pascha, dem osmanischen Feldherrn, der die Stadt 1571 nach langer Belagerung einnahm und danach den venezianischen Befehlshaber Marcantonio Bragadin auf grausame Weise hinrichten ließ.
Was macht die Moschee architektonisch besonders?
Optisch am beeindruckendsten ist die Vorderfront der Moschee, an der die Ähnlichkeit zur Kathedrale von Reims in Frankreich besonders deutlich wird. Drei tiefe gotische Portale und ein großes Maßwerkfenster prägen die Westfassade und zeugen vom hohen Anspruch der mittelalterlichen Baumeister.
Im Inneren ist das Gebäude lichtdurchflutet und mit kräftigen Säulen ausgestattet, die auch als Schutz vor Erdbeben dienen sollten. Die schlichte, weiß getünchte Ausstattung lässt die gotische Architektur klar hervortreten. Die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee ist bis heute das größte Gebäude Famagustas und bildet das Zentrum der Altstadt.
Wie besucht man die Moschee in Famagusta?
Die Moschee liegt im Herzen der Altstadt von Famagusta im türkisch verwalteten Nordteil Zyperns und ist weiterhin als Gotteshaus in Gebrauch. Besucher sind willkommen, sollten aber außerhalb der Gebetszeiten kommen und auf angemessene Kleidung achten; Frauen tragen üblicherweise ein Kopftuch, die Schuhe werden vor dem Betreten ausgezogen.
Reisende aus dem südlichen Teil der Insel überqueren dafür einen offiziellen Grenzübergang – das gelingt unkompliziert mit Personalausweis oder Reisepass. Wer die Hafenstadt im Norden besucht, sollte sich die Besichtigung nicht entgehen lassen und den Halt mit einem Rundgang durch die alten Stadtmauern verbinden. Weitere Ziele findest du in unserer Übersicht zu Famagusta und den Sehenswürdigkeiten Zyperns.
Häufige Fragen zur Lala-Mustafa-Pascha-Moschee
War die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee einmal eine Kirche?
Ja. Das Gebäude wurde zwischen 1298 und 1400 als gotische St.-Nikolaus-Kathedrale errichtet und 1328 geweiht. Nach der osmanischen Eroberung wurde es 1571 in eine Moschee umgewandelt und 1954 nach dem Feldherrn Lala Kara Mustafa Pascha benannt.
In welchem Stil ist die Moschee gebaut?
Das Bauwerk ist ein herausragendes Beispiel der französischen Gotik. Vor allem die Westfassade mit ihren Portalen erinnert stark an die Kathedrale von Reims. Auf Zypern findet sich dieser Stil sonst nur bei der Selimiye-Moschee in Nikosía.
Kann man die Moschee besichtigen?
Ja. Die Moschee ist ein aktives Gotteshaus, Besucher sind aber außerhalb der Gebetszeiten willkommen. Angemessene Kleidung ist Pflicht: Schuhe werden ausgezogen, Frauen tragen üblicherweise ein Kopftuch.
Wo liegt die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee?
Sie steht im Zentrum der Altstadt von Famagusta im türkisch verwalteten Nordteil Zyperns. Reisende aus dem Süden erreichen sie über einen offiziellen Grenzübergang mit Personalausweis oder Reisepass.
Entdecke weitere Kirchen und Klöster Zyperns, plane deine Reise in die Hafenstadt Famagusta oder finde dein Angebot unter den Pauschalreisen. Aktuelle Sicherheits- und Einreisehinweise gibt das Auswärtige Amt.
