Kýkko-Kloster

Das Kýkko-Kloster ist das bedeutendste und reichste Kloster Zyperns, hoch im Tróodos-Gebirge gelegen und um das Jahr 1100 gegründet. Berühmt ist es für eine verehrte Marienikone, die der Überlieferung nach der Evangelist Lukas gemalt hat. Beim Kloster, an der Anhöhe Thróni, liegt das Grab von Erzbischof Makários III., dem ersten Präsidenten der Republik Zypern.

Schnellfakten Kýkko-Kloster

LageWestliches Tróodos-Gebirge, Bezirk Nikosía, rund 1.300 m hoch
TypGriechisch-orthodoxes Männerkloster (Stauropegium)
Gegründetum das Jahr 1100, unter Kaiser Alexios I. Komnenos
Bekannt fürverehrte Marienikone (dem Evangelisten Lukas zugeschrieben), reicher Klosterbesitz, Grab von Makários III. bei Thróni
Zugang & KleiderordnungKirche frei zugänglich; bedeckte Schultern und Knie erwünscht
Tippnach dem Kloster die 3 km zur Anhöhe Thróni fahren – Grab und Weitblick übers Gebirge

Warum ist das Kýkko-Kloster das wichtigste Kloster Zyperns?

Kýkko ist das bedeutendste und reichste Kloster der Insel. Es liegt im westlichen Tróodos-Gebirge und wurde um das Jahr 1100 gegründet. Den Anstoß gab der Legende nach Kaiser Alexios I. Komnenos, der dem Eremiten Isaías als Dank für die Heilung seiner Tochter eine Ikone der Heiligen Jungfrau schenkte. Um diese Ikone herum entstand das Kloster. Sein Reichtum wuchs über Jahrhunderte durch Schenkungen, Ländereien und Pilgergaben aus der ganzen orthodoxen Welt – bis nach Russland, Palästina und Syrien.

Bis heute genießt Kýkko unter den Klöstern Zyperns eine Sonderstellung. Als sogenanntes Stauropegium untersteht es direkt dem höchsten kirchlichen Rang und nicht dem örtlichen Bischof. Über die Jahrhunderte war das Kloster nicht nur ein religiöses, sondern auch ein geistiges und wirtschaftliches Zentrum der Insel, das Schulen unterhielt und in der Zeit unter fremder Herrschaft das griechisch-orthodoxe Erbe Zyperns bewahrte.

Was hat es mit der berühmten Marienikone auf sich?

Das Herzstück des Klosters ist eine Marienikone, die der Überlieferung nach der Evangelist Lukas gemalt hat. Sie gilt als so heilig, dass sie seit rund 200 Jahren hinter einer Platte aus getriebenem Silber verborgen bleibt – kein menschliches Auge soll sie erblicken. Um die Ikone ranken sich zahllose Legenden: Sie habe Brände überstanden, sei besonders wunderwirkend und galt vor allem als Regenbringerin. Bis heute ziehen orthodoxe Gläubige aus Serbien, Russland oder Bulgarien an ihr vorbei.
Kykkos Kloster

Was gibt es im Kýkko-Kloster zu sehen?

Schon der Weg durch die Klosteranlage ist ein Erlebnis: Die Innenhöfe und Gänge sind über und über mit farbenprächtigen Goldgrund-Mosaiken und Fresken geschmückt, die biblische Szenen und die Geschichte des Klosters erzählen. Ein großer Teil dieses Schmucks entstand im 20. Jahrhundert, als das Kloster aufwendig ausgestaltet wurde. Die Klosterkirche selbst beeindruckt mit einer reich verzierten Ikonostase, silbernen Weihegaben und dem prunkvollen Schrein der Marienikone.

Sehenswert ist außerdem das Kýkko-Kloster-Museum, eines der bedeutendsten kirchlichen Museen Zyperns. Es zeigt kostbare Ikonen, liturgische Gewänder, Handschriften und archäologische Funde und macht den jahrhundertelangen Reichtum des Klosters greifbar. Vom Glockenturm und den Terrassen bietet sich ein weiter Blick über die bewaldeten Höhen des Tróodos.

Wessen Grab liegt beim Kloster?

Rund drei Kilometer vom Kloster entfernt liegt auf der Anhöhe Thróni das Grab von Erzbischof Makários III., dem ersten Präsidenten der Republik Zypern. Makários hatte als junger Mönch eine enge Bindung zu Kýkko und wählte den Ort als seine letzte Ruhestätte. Von der Grabstätte bietet sich ein weiter Blick über die bewaldeten Höhen des Tróodos. Das heutige Kloster geht im Wesentlichen auf den Wiederaufbau nach den wiederholten Bränden zurück – der letzte große Brand ereignete sich 1813; einige seiner Mönche leben hier bis heute.

Wie ist das Kloster mit Erzbischof Makários verbunden?

Die enge Verbindung zwischen Kýkko und Makários III. prägt den Ort bis heute. Der spätere Kirchenführer und Staatspräsident trat als junger Mann in Kýkko in das Klosterleben ein, bevor er studierte und zur zentralen Figur der zyprischen Geschichte des 20. Jahrhunderts wurde. Seinem Wunsch entsprechend wurde er nach seinem Tod 1977 auf der Anhöhe Thróni beigesetzt, von wo aus er in seiner Jugend über das Gebirge geblickt hatte. Eine Ehrenwache und ein schlichtes, in den Fels gebautes Grabmal erinnern an ihn.

Was liegt in der Umgebung des Klosters?

Das Kloster liegt tief im westlichen Tróodos und lässt sich gut mit weiteren Zielen der Bergregion verbinden. In der Nähe liegen die berühmten Scheunendachkirchen, deren byzantinische Fresken zum UNESCO-Welterbe zählen, sowie das Kloster Troodítissa. Naturfreunde steuern das nahe Cedar Valley an, ein Tal voller seltener Zedern. Ein Abstecher ins Weindorf Ómodos rundet den Ausflug mit Kultur und Kulinarik ab.

Wie besuche ich das Kýkko-Kloster?

Das Kloster liegt tief im Gebirge und ist am besten mit dem Mietwagen zu erreichen – von Páfos oder Nikosía sind es jeweils gut eineinhalb Stunden über kurvige Bergstraßen. Die Klosterkirche kannst du frei besichtigen; bedeckte Schultern und Knie sind erwünscht, für das Museum wird ein kleiner Eintritt fällig. Zum Kloster gehört auch eine Herberge, in der heute jedoch nur noch Pilger übernachten dürfen. Plane genügend Zeit ein, denn allein die Fahrt durch das Gebirge und der Rundgang durch die reich geschmückte Anlage nehmen leicht einen halben Tag in Anspruch. Gut kombinieren lässt sich der Ausflug mit weiteren Kirchen und Klöstern der Insel.

Wie reich und einflussreich ist Kýkko heute?

Kýkko gilt bis heute als das wohlhabendste Kloster Zyperns. Über die Jahrhunderte sammelte es umfangreichen Grundbesitz an – Ländereien, Weingüter und Immobilien im ganzen Land. Aus diesen Einkünften finanziert das Kloster nicht nur den Erhalt seiner prachtvollen Anlage, sondern auch soziale, kulturelle und bildungsbezogene Einrichtungen. Zum Kloster gehört unter anderem ein Forschungszentrum, das sich der Erforschung der zyprischen Geschichte und Kultur widmet.

Auch politisch spielte Kýkko immer wieder eine Rolle: In der Zeit fremder Herrschaft war es ein Hort des griechisch-orthodoxen Glaubens und des zyprischen Selbstbewusstseins. Dass ausgerechnet hier der spätere Staatspräsident Makários seine geistliche Laufbahn begann, unterstreicht die enge Verflechtung von Kloster und Landesgeschichte. Wer die Anlage besucht, spürt diese Bedeutung an jeder Ecke – vom kostbaren Kirchenschatz bis zu den vielen Pilgern, die noch heute den Weg ins abgelegene Gebirge auf sich nehmen.

Wann besucht man das Kýkko-Kloster am besten?

Das Kloster ist ganzjährig ein lohnendes Ziel, doch die schönsten Bedingungen bieten Frühjahr und Herbst: Dann ist das Bergland grün, die Temperaturen sind angenehm und die Straßen frei. Im Sommer flüchten viele Besucher gern aus der Küstenhitze in die kühleren Höhen des Tróodos, entsprechend voller kann es dann werden. Im Winter kann in den Höhenlagen Schnee liegen, was die Anfahrt über die Bergstraßen erschwert – dafür ist die Stimmung besonders feierlich.

Wer die Ruhe des Ortes genießen möchte, kommt früh am Morgen, bevor die Reisebusse eintreffen. An orthodoxen Feiertagen und rund um das Fest der Jungfrau Maria ist das Kloster ein Zentrum großer Wallfahrten – ein eindrucksvolles, aber sehr gut besuchtes Erlebnis. Für alle Fälle empfiehlt sich die Anreise mit dem Mietwagen, da sich Kýkko so am flexibelsten mit anderen Zielen der Bergregion verbinden lässt.

Plane für den Ausflug ruhig einen ganzen Tag ein: Die Bergstraßen sind kurvig und die Fahrt zieht sich, doch unterwegs laden immer wieder Aussichtspunkte, Bergdörfer und Tavernen zu einer Pause ein. So wird aus dem Klosterbesuch eine entspannte Rundtour durch das schönste Bergland Zyperns – mit Kultur, Natur und zyprischer Küche in einem.

Häufige Fragen zum Kýkko-Kloster

Wann wurde das Kýkko-Kloster gegründet?

Das Kloster wurde um das Jahr 1100 gegründet, der Legende nach unter Kaiser Alexios I. Komnenos. Die heutigen Gebäude stammen größtenteils aus dem Wiederaufbau nach den wiederholten Bränden, zuletzt nach dem großen Feuer von 1813.

Kann man die berühmte Ikone sehen?

Nein. Die dem Evangelisten Lukas zugeschriebene Marienikone gilt als zu heilig und ist seit rund 200 Jahren hinter einer Platte aus getriebenem Silber verborgen. Sehen kann man sie nicht, wohl aber ihren reich geschmückten Schrein in der Klosterkirche.

Wer ist beim Kloster begraben?

Auf der nahen Anhöhe Thróni liegt das Grab von Erzbischof Makários III., dem ersten Präsidenten der Republik Zypern. Es ist rund drei Kilometer vom Kloster entfernt und frei zugänglich.

Was kostet der Besuch des Kýkko-Klosters?

Der Zutritt zum Kloster und zur Kirche ist kostenlos. Für den Besuch des Klostermuseums wird ein kleiner Eintritt erhoben. Spenden für den Erhalt der Anlage sind willkommen.

Gibt es eine Kleiderordnung?

Ja. Als religiöser Ort erwartet das Kloster angemessene Kleidung: Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Am Eingang liegen teils Überwürfe bereit, verlassen sollte man sich darauf jedoch nicht.

Wie komme ich zum Kýkko-Kloster?

Am bequemsten mit dem Mietwagen. Von Páfos oder Nikosía fährt man jeweils etwa eineinhalb Stunden über kurvige Bergstraßen hinauf ins westliche Tróodos-Gebirge. Öffentliche Verbindungen gibt es kaum.

Bereit für das Kloster im Tróodos?
Plane deinen Inselurlaub mit aktuellen Pauschalreisen nach Zypern und verbinde das Kloster mit einer Tour durchs Tróodos-Gebirge. Entdecke weitere Kirchen und Klöster der Insel. Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise findest du beim Auswärtigen Amt.

Cookie-Einstellungen