Kloster Machairás
Das Kloster Machairás liegt rund 870 Meter hoch im Tróodos-Gebirge in der Region Pitsiliá und wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Berühmt ist es für seine wundertätige Marienikone, die der Überlieferung nach von einem Messer bewacht wurde – daher der Name. Eng verbunden ist das Kloster auch mit dem EOKA-Freiheitskämpfer Grigóris Afxentíou, der hier 1957 fiel.
| Lage | Tróodos-Gebirge, Region Pitsiliá, ca. 870 m hoch, südwestlich von Nikosía |
| Typ | orthodoxes Bergkloster, aktiv bewohnt |
| Gegründet | 1172 durch die Eremiten Neófytos und Ignátios |
| Highlights | wundertätige Marienikone, Mosaike am Kirchenportal, Afxentíou-Gedenkraum |
| Besonderheit | Zutritt für Frauen nur eingeschränkt, angemessene Kleidung erforderlich |
| Anfahrt | am besten mit dem Mietwagen über die Bergstraßen des Tróodos |
Was ist das Kloster Machairás?
Das Kloster Machairás zählt zu den großen und bedeutendsten Klöstern Zyperns. Hoch im Tróodos-Gebirge gelegen, hat es Macht und Pracht des untergegangenen Byzanz bis heute bewahrt. Während der osmanischen Herrschaft hielten die Mönche hier das alte Griechentum am Leben und unterhielten eine Schule für die Kinder der griechischen Zyprioten.
Schon die Fahrt durch die wildromantische Berglandschaft macht den Besuch lohnend. Woher das Kloster seinen Namen „Machairás“ (Messer) hat, ist nicht gesichert. Eine Theorie führt ihn auf den eisigen, schneidenden Wind zurück, der hier oben gelegentlich weht. Mehr über die Sakralbauten der Insel erfährst du in unserem Überblick zu Kirchen und Klöstern auf Zypern.
Welche Legende rankt sich um die Ikone?
Der Überlieferung nach entdeckten die Eremiten Ignátios und Neófytos 1172 eine von einem großen Messer oder Schwert bewachte Ikone der Muttergottes. Um zur Ikone zu gelangen, erhielten die Mönche von „göttlicher Hand“ ein Messer, mit dem sie das Gestrüpp rund um die Höhle zerschnitten. Diese Szene ist auf den beiden großen Mosaiken beiderseits der Kirchentür dargestellt.
Aufgrund des Fundes erhielten die Einsiedler von Kaiser Manuel I. Komnenos Ländereien, um das Kloster zu errichten. Viele Klostergründungen Zyperns gehen auf die wundersame Entdeckung einer Ikone zurück – das hat einen realen Hintergrund: Während der arabischen Überfälle zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert und unter der Herrschaft der katholischen Franken vom 12. bis zum 15. Jahrhundert mussten viele Kultgegenstände der orthodoxen Kirche versteckt werden. Im Laufe der Zeit gerieten sie in Vergessenheit, um später wiederentdeckt zu werden.
Wofür soll die wundertätige Ikone helfen?
Die wundertätige Ikone der Jungfrau von Machairás soll vor Seuchen schützen. Während der Herrschaft der Franken zog sich der Adel in dieses Kloster zurück, wenn in Nikosía Seuchen wüteten – unter anderem im 14. Jahrhundert der fränkische König Jaques I., der hier mit seiner Familie der Pest entkommen wollte. Abseits der Seuchenherde blieben sie im gesünderen Bergklima verschont.
1892 wurde das Kloster durch einen Brand zerstört – ein Schicksal, das es mit anderen Klöstern der Insel teilt. Die segenspendende Ikone entging der Feuersbrunst wie durch ein Wunder. Noch immer ist sie ein beliebtes Pilgerziel, da sie angeblich die Heilung von Wunden beschleunigt und für Regen sorgt. Um von Krankheiten verschont zu werden, zeichnen die Gläubigen mit dem erwähnten Messer ein Kreuz auf den betroffenen Körperteil. Wer mehr über die berühmteste Ikone der Insel erfahren möchte, sollte auch dem Kýkko-Kloster einen Besuch abstatten.
Was hat das Kloster mit Grigóris Afxentíou zu tun?
Etwas talabwärts gedenken die Zyprioten mit einer markanten Statue eines ihrer Nationalhelden. Der EOKA-Widerstandskämpfer Grigóris Afxentíou versteckte sich hier – nachdem ein Bauer ihn verraten hatte – mit dem Schwur: „Ich ziehe es vor, wie ein Hellene zu kämpfen und zu fallen.“ Durch einen von den Briten gelegten Brand starb er am 3. März 1957 in seinem Versteck.
Im Kloster wurde ein Raum eingerichtet, in dem persönliche Gegenstände und Fotos des Freiheitshelden ausgestellt sind. Auf dem Weg zum Kloster steht zudem ein weiteres Denkmal für Afxentíou, das von weitem an eine Haifischflosse erinnert. Wer den Besuch mit weiteren Höhepunkten der Insel verbinden möchte, findet Anregungen unter unseren Sehenswürdigkeiten.
Wann und wie besucht man das Kloster?
Das Kloster ist ein aktives Mönchskloster, weshalb die Besuchszeiten begrenzt und für Frauen eingeschränkt sind. Wer hinauffährt, sollte auf angemessene, geschlossene Kleidung achten. Am bequemsten erreicht man Machairás mit dem Mietwagen über die kurvenreichen Bergstraßen des Tróodos – die Anfahrt durch Pinienwälder und kleine Bergdörfer ist Teil des Erlebnisses.
Frühling und Herbst sind die angenehmsten Reisezeiten für die Höhenlagen des Gebirges. Ein Besuch lässt sich gut mit einer Erkundung der umliegenden Bergregion verbinden, etwa im Rahmen einer Pauschalreise nach Zypern mit Mietwagen vor Ort.
Häufige Fragen zu Kloster Machairás
Woher hat das Kloster Machairás seinen Namen?
„Machairás“ bedeutet auf Griechisch „Messer“. Einer Legende nach wurde die wundertätige Marienikone von einem Messer oder Schwert bewacht; eine andere Deutung führt den Namen auf den schneidenden Bergwind zurück, der hier oben weht.
Können Frauen das Kloster Machairás besuchen?
Als aktives Mönchskloster gelten eingeschränkte Besuchszeiten, der Zugang für Frauen ist nur zu bestimmten Zeiten möglich. In jedem Fall ist angemessene, geschlossene Kleidung erforderlich.
Wer war Grigóris Afxentíou?
Afxentíou war ein Freiheitskämpfer der EOKA, der hier ein Versteck hatte und 1957 durch einen von den Briten gelegten Brand fiel. Im Kloster erinnert ein Gedenkraum an ihn, am Weg dorthin steht ein eigenes Denkmal.
Wie kommt man zum Kloster Machairás?
Am besten mit dem Mietwagen über die Bergstraßen des Tróodos. Die Anfahrt durch Pinienwälder und Bergdörfer gehört zu den Reizen des Ausflugs; Frühling und Herbst sind die angenehmsten Reisezeiten.
Entdecke weitere Kirchen und Klöster auf Zypern, plane den Abstecher zum nahen Kloster Troodítissa oder zur Bergregion Tróodos – und informiere dich vor der Reise über die aktuellen Reisehinweise des Auswärtigen Amts für Zypern.

