Kloster Ágios Neófytos
Das Kloster Ágios Neófytos liegt rund neun Kilometer nördlich von Páfos. Gegründet wurde es im 12. Jahrhundert vom Eremiten Neófytos, der sich hier eigenhändig eine Klause in den Fels schlug. Berühmt ist die Enkleistra – diese in den Fels gehauene Einsiedelei mit ihren leuchtenden byzantinischen Fresken aus der Gründungszeit. Daneben steht die spätere Klosteranlage mit Kirche und Museum.
| Lage | ca. 9 km nördlich von Páfos, Bezirk Páfos |
| Typ | Griechisch-orthodoxes Männerkloster mit Felsen-Einsiedelei (Enkleistra) |
| Gegründet | ab 1159 vom Eremiten Neófytos (1134–1219) |
| Bekannt für | in den Fels gehauene Klause mit byzantinischen Fresken, versilberter Schädel des Heiligen |
| Zugang & Kleiderordnung | Kloster und Enkleistra zugänglich; bedeckte Schultern und Knie erwünscht |
| Tipp | auch das Klostermuseum mit Ikonen und alten Zypern-Landkarten besuchen |
Öffnungszeiten
- April bis September
- Täglich 9–13 & 14–18 Uhr
- Oktober bis März
- Täglich 9–16 Uhr
Wer war Neófytos, der Gründer des Klosters?
Hier lebte einst der Einsiedler Neófytos, der den Anstoß zur Klostergründung gab. Geboren 1134 im Dorf Káto Drys nahe Léfkara, kehrte er seinem Elternhaus den Rücken, lernte im Kloster Ágios Chrysóstomos Lesen und Schreiben und pilgerte nach Jerusalem. 1159 fand er nördlich von Páfos eine einsame Höhle und beschloss zu bleiben. Mit Axt und Spaten schlug er sich eine Kapelle und eine Zelle aus dem Gestein. Neófytos war zugleich ein wacher Chronist seiner Zeit; er starb 1219 im Alter von 85 Jahren.
Was ist die Enkleistra?
Die Enkleistra ist die in den Fels gehauene Klause, die Neófytos eigenhändig anlegte – das eigentliche Herz der Anlage. Sie gliedert sich in drei Höhlenräume: einen Kirchenraum, einen Altarraum (Bema) und die Wohnzelle (Cella), in der der Heilige über vier Jahrzehnte lebte und schrieb. Schon zu Lebzeiten grub er hier sein eigenes Grab. Die Wände und Decken sind über und über mit byzantinischen Fresken bedeckt, von denen ein Teil noch aus der Gründungszeit stammt – darunter strenge Heiligenfiguren, ein Pantokrator und Darstellungen des Neófytos selbst zwischen den Erzengeln.
Was gibt es im Kloster und Museum zu sehen?
Von der Einsiedelei blickt man hinüber zur eigentlichen Klosteranlage. Ihre der Muttergottes gewidmete Basilika entstand wahrscheinlich im 15. Jahrhundert und birgt wertvolle Ikonen. Hier wird auch der versilberte Schädel des Neófytos als Reliquie verehrt. Das angeschlossene Klostermuseum zeigt Ikonen, liturgische Geräte und Priestergewänder vom 12. bis 19. Jahrhundert sowie eine weltliche Abteilung mit Gefäßen aus der geometrischen Periode und alten Landkarten Zyperns aus mehreren Jahrhunderten. In der Osterwoche ziehen große Pilgerscharen um das Kloster.
Wie besuche ich das Kloster Ágios Neófytos?
Das Kloster liegt rund neun Kilometer nördlich von Páfos und ist mit dem Mietwagen in etwa 20 Minuten erreichbar – ideal als Halbtagesausflug aus den Badeorten an der Westküste. Für Kloster und Enkleistra gelten die nebenstehenden Öffnungszeiten; bedeckte Schultern und Knie sind erwünscht. Wer mehr von Zyperns Sakralbauten sehen möchte, kombiniert den Besuch mit weiteren Kirchen und Klöstern oder dem berühmten Kýkko-Kloster im Gebirge.
Wann wurde das Kloster gegründet?
Als Beginn der Einsiedelei gilt das Jahr 1159, als Neófytos eine kleine natürliche Höhle fand. Zuerst entstand die Klause, später wuchs eine Gemeinschaft um sie. Sie wuchs deutlich, nachdem der Bischof von Páfos Neófytos im Jahr 1170 überzeugt hatte, einen Schüler aufzunehmen. Der Klostername leitet sich also vom Begründer der Einsiedelei ab, nicht vom heutigen Hauptgebäude.
Wer malte die Fresken der Enkleistra?
Eine Inschrift besagt, dass die Fresken 1183 vom byzantinischen Maler Theodoros Apsevdis vollendet wurden. Einige jüngere Malereien ersetzte man im frühen 13. Jahrhundert, doch mehrere Werke von Theodoros sind erhalten. Besonders ungewöhnlich ist eine Szene hoch an der Decke: Neófytos selbst erscheint dort zwischen den Erzengeln Michael und Gabriel. Wenn du den Raum betrittst, lass deinen Augen einen Moment Zeit, sich an das Dämmerlicht zu gewöhnen.
Was gehört zum Hauptkloster?
Die heutigen Klostergebäude stammen vermutlich vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Zwischen 1585 und 1611 gingen viele Fresken im Hauptkloster verloren. Das Museum bewahrt Ikonen, liturgische Geräte und weitere kirchliche Gegenstände. Es lohnt sich, die Ausstellungsstücke mit den Fresken der Klause zu vergleichen, denn so erkennst du, wie sich die Bildsprache zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert verändert hat.
Wie viel Zeit solltest du mitbringen?
Für Enkleistra, Kirche und Museum reichen in der Regel 60 bis 90 Minuten. Aktuelle Öffnungszeiten und Eintritt vor dem Besuch prüfen. Fotografieren ist meist erlaubt, Blitzlicht schadet den Fresken und sollte unterbleiben.
- Trage bequeme Schuhe, denn der Zugang zur Klause führt über Stufen im Fels.
- Bedecke Schultern und Knie wie in jedem aktiven Kloster.
- Kombiniere den Besuch mit einem Mittagessen im nahen Dorf Tala.
Welche Ziele lassen sich in der Nähe verbinden?
Von hier ist es nicht weit zu den Stätten in Páfos, etwa zur frühchristlichen Basilika und zur Katakombe Agía Solomoní. Wer in die Berge möchte, fährt weiter zum Kýkko-Kloster im Tróodos. So entsteht eine kleine Rundreise durch die Frömmigkeit der Insel, von der Höhle bis zur Gebirgsabtei.
Was lässt sich aus dem Leben des Neófytos lernen?
Neófytos wurde 1134 geboren und starb als alter Mann in seiner Klause. Er schrieb Predigten, geistliche Werke und Berichte über die Zeit der Kreuzzüge. Für Historiker ist er daher auch eine Stimme aus dem mittelalterlichen Zypern. Wer den Ort besucht, begegnet also nicht nur einem Heiligen, sondern einem Chronisten, dessen Texte eine ganze Epoche beleuchten.
Setze dir für den Besuch ein kleines Ziel, etwa die drei Höhlenräume in Ruhe zu betrachten und die Bildfolge an Wand und Decke Schritt für Schritt zu verfolgen. Das Gelände ist klein, und gerade deshalb entfaltet es seine Wirkung, wenn du dir Zeit nimmst. Falls du mit Kindern kommst, erkläre vorab, dass dies ein Ort des Gebets ist und leises Verhalten erwartet wird.
Wie kommst du ohne Mietwagen hin?
Das Kloster liegt im Hinterland nördlich der Stadt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur umständlich zu erreichen. Eine Alternative sind Taxis oder organisierte Ausflüge ab den Küstenorten. Bei Taxis solltest du Preis und Wartezeit vorher vereinbaren. Wer selbst fährt, parkt am Kloster und geht das letzte Stück zu Fuß. Plane die Rückfahrt so, dass du nicht in die Abenddämmerung gerätst, denn die Straßen im Hinterland sind teils kurvig.
Wenn du ohnehin in der Gegend bist, lässt sich der Besuch gut mit einem Abstecher in die Dörfer rund um Tála verbinden.
Häufige Fragen zum Kloster Ágios Neófytos
Wo liegt das Kloster Ágios Neófytos?
Das Kloster liegt rund neun Kilometer nördlich von Páfos im Westen Zyperns. Mit dem Mietwagen ist es von der Stadt aus in etwa 20 Minuten zu erreichen.
Was ist die Enkleistra?
Die Enkleistra ist die in den Fels gehauene Klause, die der Eremit Neófytos im 12. Jahrhundert selbst anlegte. Sie besteht aus drei Höhlenräumen und ist mit byzantinischen Fresken geschmückt, von denen ein Teil aus der Gründungszeit stammt.
Wer war Neófytos?
Neófytos (1134–1219) war ein Eremit und Schriftsteller, der sich ab 1159 nördlich von Páfos eine Klause in den Fels schlug. Um seine Einsiedelei entstand das Kloster; sein versilberter Schädel wird dort bis heute als Reliquie verehrt.
Wann hat das Kloster geöffnet?
Von April bis September täglich 9–13 und 14–18 Uhr, von Oktober bis März täglich 9–16 Uhr. Das Klostermuseum ist zu denselben Zeiten zugänglich.
Vergleiche aktuelle Pauschalreisen nach Zypern und nimm das Kloster auf deine Tour rund um Páfos. Entdecke weitere Kirchen und Klöster der Insel. Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise findest du beim Auswärtigen Amt.
