Kirche Ágios Lazaros
Die Kirche Ágios Lázaros steht im Herzen von Lárnaka und wurde im 9. Jahrhundert über dem Grab des heiligen Lázaros errichtet, der laut Bibel von Jesus auferweckt wurde und das Christentum nach Zypern gebracht haben soll. Die dreikuppelige Kirche ist eine bedeutende orthodoxe Wallfahrtsstätte und beeindruckt mit kunstvoll geschnitzter, vergoldeter Ikonostase und einer Krypta mit Sarkophagen.
| Lage | Altstadt von Lárnaka, an der Südküste Zyperns |
| Typ | Griechisch-orthodoxe Kirche und Wallfahrtsstätte |
| Erbaut | Ende des 9. Jahrhunderts über dem Grab des Lázaros |
| Highlights | Vergoldete Ikonostase, Krypta mit Sarkophagen, Ikonenmuseum |
| Glockenturm | Von den Franken erbaut – orthodoxe Kirchen kennen sonst nur Glockengiebel |
| Zugang | Täglich zu den Öffnungszeiten, Eintritt frei (Spende erbeten) |
Wer war Lázaros und warum steht die Kirche hier?
Die Kirche wäre nie gebaut worden, hätte man hier nicht um das Jahr 890 einen Sarkophag mit der Inschrift „Lázaros“ entdeckt. Der biblische Lázaros, Bruder von Maria und Martha, gilt als jener Mann, den Jesus vier Tage nach seinem Tod von den Toten auferweckte. Der Legende nach wurde Lázaros später von Gegnern in ein segel- und ruderloses Boot ausgesetzt, das nach Kition – dem heutigen Lárnaka – trieb. Dort soll er das Christentum verbreitet und 30 Jahre als erster Bischof gewirkt haben.
Eine Überlieferung erzählt, Lázaros habe nach seiner Auferweckung nie wieder gelacht: Er hatte schon einmal ins Jenseits geblickt und fand am Diesseits keine rechte Freude mehr. Über seinem Grab errichtete Kaiser Leon VI. Ende des 9. Jahrhunderts die heutige Kirche. Die Stätte ist bis heute ein Anziehungspunkt für orthodoxe Pilger und gehört zu den wichtigsten Kirchen und Klöstern der Insel.
Was macht die Kirche Ágios Lázaros so sehenswert?
Größter Schatz im Inneren ist die geschnitzte, vergoldete Ikonostase – die Bilderwand, die das Allerheiligste vom Kirchenschiff trennt. Sie zählt zu den kunstvollsten ihrer Art auf Zypern und ist über Jahre von Hand gefertigt worden. Im Altarraum bewahrt die Kirche unter einem geschnitzten, goldenen Baldachin eine Schädelreliquie, die als die des Lázaros verehrt wird.
Ein besonderes Detail ist der steinerne Glockenturm: Er wurde von den Franken erbaut, denn die orthodoxe Kirche kennt eigentlich keine Glockentürme, sondern nur kleine Glockengiebel. Dass die Kirche überhaupt erhalten blieb und – anders als viele Gotteshäuser der Insel – nicht in eine Moschee umgewandelt wurde, verdankt sie einem hohen „Lösegeld“, das die Christen einst für ihren Erhalt zahlten. Wer mehr über die alte Geschichte Zyperns erfahren möchte, findet hier ein lebendiges Stück Kirchengeschichte.
Was verbirgt sich in der Krypta?
Eigentlich galten die Gebeine des Heiligen als verloren: Kaiser Leon VI. ließ sie nach Konstantinopel bringen, von wo Kreuzfahrer sie raubten und schließlich nach Frankreich verschleppten. Doch in den 1970er Jahren entdeckte man unter dem Altarraum eine vergessene Krypta mit mehreren Sarkophagen – einer davon wurde als der 890 aufgefundene Sarg des Heiligen identifiziert.
Seither sind die Zyprioten überzeugt, ihre Vorfahren hätten dem Kaiser damals fremde Gebeine übergeben und die echten Reliquien des Lázaros heimlich umgelagert. Ob der hier verehrte Schädel wirklich der des biblischen Lázaros ist, bleibt am Ende eine Frage des Glaubens. Die kleine Krypta unter der Kirche kann besichtigt werden und gehört zu den eindrücklichsten Winkeln des Bauwerks.
Was gibt es rund um die Kirche zu entdecken?
Außerhalb des Gotteshauses verbirgt sich hinter einem schwarzen Gitter ein kleiner Friedhof mit europäischen Grabsteinen. Bestattet sind hier Kaufleute der Levant Company und ihre Angehörigen – darunter Mary, die Frau von Samuel Palmer, 1720 mit ihrer kleinen Tochter beigesetzt, sowie mehrere junge Seeleute und Händler des 17. bis 19. Jahrhunderts. Fast alle starben jung, vermutlich an Malaria, die in der sumpfigen Küstengegend einst grassierte.
Die Kirche bildet den lebendigen Mittelpunkt der Altstadt von Lárnaka: Rundherum laden Cafés, Gassen und die nahe Strandpromenade zum Bummeln ein. Ein Besuch lässt sich gut mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Region und einem entspannten Tag in der Hafenstadt verbinden.
Was bedeutet Lázaros für die Stadt Lárnaka?
Die Kirche bildet den Mittelpunkt der Altstadt. Am Samstag vor dem Palmsonntag, dem Lazarus-Samstag, wird sein Fest gefeiert, und Gläubige ziehen mit der Ikone durch die Gassen. Wer zu dieser Zeit in Lárnaka ist, erlebt die orthodoxe Frömmigkeit auf der Insel besonders unmittelbar. Informiere dich vorab über den Termin, da er mit dem orthodoxen Osterdatum wandert und in manchen Jahren vom westlichen Kalender abweicht.
Wie liest du die Geschichte am Grab?
Um 890 kam ein Sarkophag zutage, dessen Inschrift Lázaros nannte, den vier Tage Toten und Freund Christi. Der Überlieferung nach ließ Kaiser Leon VI. daraufhin die Kirche errichten und die Gebeine nach Konstantinopel bringen. Ob der Sarkophag in der Krypta der echte ist, entscheidet am Ende der Glaube; für dich als Besucher zählt, dass die Kirche seit über tausend Jahren an dieser Stelle steht und von den Menschen verehrt wird. Gehe langsam durch den Raum, schaue auf die Ikonostase und steige dann in die Krypta hinab.
Welche Orte lohnen sich in Lárnaka noch?
Die Kirche liegt nur wenige Gehminuten vom Meer entfernt. Folge der Strandpromenade, deren Palmen den Blick auf den Hafen rahmen, und iss in einer Taverne frischen Fisch. Südwestlich der Stadt liegt der Salzsee mit der Hala-Sultan-Tekke, im Winter ein Rastplatz für Flamingos und andere Zugvögel. Im Dorf Kíti steht die Kirche Panagía Angeloktísti mit ihrem Mosaik, und auf einem Berg erhebt sich das Kloster Stavrovoúni. Eine Übersicht bietet die Seite zu Lárnaka.
Wie besuchst du die Kirche respektvoll?
Die Kirche ist ein aktiver Ort des Gebets. Bedecke Schultern und Knie, halte dich leise und bleibe stehen, wenn eine Andacht stattfindet. Frage im Zweifel vor Ort nach, was erlaubt ist. Wer eine Kerze anzünden möchte, findet am Eingang Gelegenheit dazu. Ein Besuch dauert nicht lange, aber er prägt den Tag, wenn du ihn mit einem Gang durch die Altstadt verbindest. Aktuelle Öffnungszeiten vor dem Besuch prüfen.
Wer sich für Zypern als Insel der frühen Christen interessiert, findet auf der Seite zu den Kirchen und Klöstern weitere Stationen.
Plane für Kirche, Krypta und das angeschlossene Ikonenmuseum etwa eine Stunde ein und lege den Besuch auf den Vormittag. Dann ist es im Inneren ruhig, und du kannst anschließend bei Sonnenschein am Wasser entlanggehen. Im Sommer lohnt es sich, nach dem Besuch eine Pause im Schatten zu machen, bevor du die Stadt weiter erkundest. Kinder halten den Gang durch die kühle Krypta oft für das eigentliche Abenteuer des Tages.
Das Datum des Lazarus-Samstags verschiebt sich jedes Jahr, deshalb lohnt ein Blick in den Kalender der orthodoxen Kirche, bevor du die Reise buchst.
Häufige Fragen zu Ágios Lázaros
Wo befindet sich die Kirche Ágios Lázaros?
Die Kirche steht mitten in der Altstadt von Lárnaka an der Südküste Zyperns, nur wenige Gehminuten von der Strandpromenade entfernt. Sie ist der religiöse und touristische Mittelpunkt der Stadt.
Wer war der heilige Lázaros?
Lázaros ist der biblische Mann, den Jesus von den Toten auferweckte. Der Legende nach gelangte er später nach Kition, dem heutigen Lárnaka, brachte das Christentum auf die Insel und wirkte dort 30 Jahre als erster Bischof.
Was kann man in der Kirche besichtigen?
Sehenswert sind vor allem die kunstvoll geschnitzte, vergoldete Ikonostase, die Schädelreliquie des Heiligen unter einem goldenen Baldachin sowie die Krypta mit den in den 1970er Jahren entdeckten Sarkophagen.
Kostet der Eintritt etwas?
Der Eintritt in die Kirche ist frei, eine Spende ist gern gesehen. Für das angeschlossene kleine Ikonenmuseum wird ein geringer Beitrag erhoben. Schultern und Knie sollten beim Besuch bedeckt sein.
Passend dazu: Kítion, die antike Stadt in Lárnaka.
Verbinde den Kirchenbesuch mit einem Tag in Lárnaka, stöbere durch weitere Kirchen und Klöster Zyperns oder plane gleich deine Pauschalreise auf die Insel. Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise findest du beim Auswärtigen Amt.