Agía Solomoní

Die Agía Solomoní in Páfos ist eine frühchristliche Katakombe, die später zur Höhlenkirche umgebaut wurde. Vor dem Eingang steht ein uralter „Wunschbaum“, an dessen Zweige Gläubige bunte Tücher knoten, um Heilung – besonders bei Augenleiden – zu erbitten. Hinab führt eine Treppe zu einem Brunnen mit angeblich heilsamem Wasser.

Schnellfakten Agía Solomoní

Lageim Zentrum von Páfos, an der Apostolou Pavlou Avenue
Typfrühchristliche Katakombe und Höhlenkirche
Ursprungvermutlich hellenistische Grabanlage, im 9. Jahrhundert zur Kapelle umgewandelt
Highlightder etwa 300 Jahre alte „Wunschbaum“ mit bunten Tüchern
Eintrittfrei zugänglich
Beste Besuchszeitganzjährig, ideal im Frühling und Herbst

Was ist die Agía Solomoní?

Die Agía Solomoní ist das einzige antike Felsengrab in Páfos, das noch heute als christliches Heiligtum dient. Weil die Katakombe südlich des nahen Fabrika-Hügels liegt, nimmt man an, dass die Anlage ursprünglich aus hellenistischer Zeit stammt und erst später eine religiöse Bestimmung erhielt. Namensgeberin ist Solomoní (Hannah), eine Jüdin, die der Überlieferung nach im 2. Jahrhundert v. Chr. zusammen mit ihren sieben Söhnen zu Tode gefoltert wurde, weil sie den für Juden verbotenen Verzehr von Schweinefleisch ablehnte.

Agía Solomoní bei Paphos

Die unscheinbare Stätte liegt mitten in der Stadt und gehört zu den stilleren Kirchen und Klöstern Zyperns. Wer durch die niedrigen Felsräume geht, taucht in die frühchristliche Geschichte der Insel ein – lange bevor prächtige Kathedralen die Frömmigkeit der Bewohner in Stein fassten.

Welche heilenden Kräfte werden ihr nachgesagt?

Im 9. Jahrhundert wurde die Katakombe in eine christliche Kapelle umgewandelt und im 12. Jahrhundert mit Fresken ausgemalt, die durch eindringendes Regenwasser heute stark beschädigt sind. Vom Innenhof der Anlage führt eine steile Treppe hinunter zu einem Brunnen, dessen Wasser man heilende Kräfte nachsagt – besonders bei Augenleiden. Heute ist die Wasserqualität allerdings so schlecht, dass man sich eher ein Leiden zuzieht als es zu heilen.

Über Jahrhunderte zogen Pilger genau wegen dieser Quelle nach Páfos. Der Glaube an heilkräftiges Wasser verband sich hier mit der Verehrung der Märtyrerin Solomoní zu einem Wallfahrtsort, der bis in die Gegenwart Besucher anzieht.

Was hat es mit dem Wunschbaum auf sich?

Vor der Höhlenkirche steht eine etwa 300 Jahre alte Terpentinpistazie, ein sogenannter „Wunschbaum“, der mit bunten Tüchern behängt ist, wie man sie auch als buddhistische Gebetsfahnen kennt. Gläubige haben sie an die Zweige geknotet, um in der Kirche gesprochene Gebete wirksamer zu machen oder Hilfe bei Augenleiden zu erbitten. Sobald sich das Tuch zersetzt hat, so der Glaube, wird das Gebet erhört (ein praktischer Tipp lautet daher: Papiertaschentücher nehmen).

Ursprünglich schnitt ein Pilger, nachdem er eine Kerze angezündet und sich bekreuzigt hatte, ein kleines Stück von seiner Kleidung ab. Während er den Fetzen um den Baum knotete, sprach er: „Mein Heiliger, ich flehe Dich an, lass meine Krankheit sich von mir trennen, wie ich diesen Fetzen abgetrennt habe.“ Dieser Brauch macht die Agía Solomoní zu einer der atmosphärischsten Sehenswürdigkeiten der Insel.

Wie besucht man die Agía Solomoní?

Die Höhlenkirche liegt zentral an der Apostolou Pavlou Avenue in Páfos und ist frei zugänglich, sodass sich ein kurzer Halt jederzeit einrichten lässt. Wer die unterirdischen Räume erkunden möchte, sollte eine kleine Taschenlampe mitnehmen, denn im Inneren ist es dunkel. Festes Schuhwerk hilft auf den teils glatten, in den Fels gehauenen Stufen.

Der Besuch lässt sich gut mit anderen frühchristlichen Stätten der Stadt verbinden, etwa der nahen frühchristlichen Basilika mit der Säule des Apostels Paulus. Weitere Anregungen für die Region findest du in unserer Übersicht zu Páfos und den Kirchen und Klöstern Zyperns.

Häufige Fragen zu Agía Solomoní

Was ist die Agía Solomoní?

Die Agía Solomoní ist eine frühchristliche Katakombe in Páfos, die im 9. Jahrhundert zur Höhlenkirche umgebaut und im 12. Jahrhundert mit Fresken ausgemalt wurde. Sie gilt als das einzige antike Felsengrab der Stadt, das noch heute als christliches Heiligtum genutzt wird.

Warum hängen Tücher am Wunschbaum?

Vor der Kirche steht eine rund 300 Jahre alte Terpentinpistazie, an deren Zweige Gläubige bunte Tücher knoten. Dem Glauben nach wird ein Gebet erhört, sobald sich das Tuch zersetzt hat. Besonders oft wird um Heilung bei Augenleiden gebeten.

Ist das Brunnenwasser wirklich heilsam?

Dem Wasser der Quelle wurden früher heilende Kräfte nachgesagt, vor allem bei Augenleiden. Heute ist die Wasserqualität allerdings so schlecht, dass von einem Kontakt abzuraten ist.

Kann man die Agía Solomoní besichtigen?

Ja. Die Höhlenkirche liegt zentral in Páfos und ist frei zugänglich. Eine kleine Taschenlampe und festes Schuhwerk sind für die dunklen, in den Fels gehauenen Räume zu empfehlen.

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Entdecke weitere Kirchen und Klöster Zyperns, kombiniere den Besuch mit der nahen frühchristlichen Basilika und plane deine Reise in die Region Páfos. Aktuelle Sicherheits- und Einreisehinweise gibt das Auswärtige Amt.