Kolóssi
Kolóssi ist eine mittelalterliche Kreuzritterburg westlich von Limassol. Ab 1210 gehörte sie dem Johanniter-Orden, dessen „Commandaria“ dem berühmten Süßwein der Insel den Namen gab. Der gut erhaltene Wohnturm aus dem 15. Jahrhundert ist heute frei zugänglich.
| Lage | rund 14 km westlich von Limassol |
| Typ | Kreuzritterburg / Wohnturm |
| Erbaut | heutiger Bau Mitte 15. Jahrhundert |
| Orden | Johanniter (ab 1210) |
| Höhe Turm | etwa 21 Meter, drei Geschosse |
| Besonderheit | Namensgeber des Süßweins Commandaria |
Warum ist Kolóssi mit dem Wein Commandaria verbunden?
Nach dem Fall von Akkon 1291 machten die Johanniter Kolóssi zu ihrem Hauptsitz auf Zypern. Der Verwaltungsbezirk hieß „Commandaria“ – und genau dieser Name ging auf den Süßwein über, den die Ritter in der Umgebung kelterten. Damit gilt Commandaria als einer der ältesten benannten Weine der Welt. Neben dem Weinbau verdiente der Orden sein Geld mit dem Anbau und der Verarbeitung von Zuckerrohr. Wenn du tiefer in die Geschichte der Insel eintauchen willst, lohnt ein Blick auf weitere Burgen und Ruinen Zyperns.
Wer hat Kolóssi erbaut und bewohnt?
Die erste Verteidigungsanlage entstand um 1210, nachdem Hugo I. von Lusignan das umliegende Land dem Johanniter-Orden übertragen hatte. 1373 mussten sich die Ritter gegen die Genuesen wehren, schwere Schäden richteten dann die Mamelucken-Angriffe von 1425 und 1426 an. Daraufhin baute der Orden den heutigen Wohnturm um die Mitte des 15. Jahrhunderts wieder auf. Sein gegenwärtiges Erscheinungsbild stammt aus dieser Zeit. Die Burg liegt verkehrsgünstig nahe Limassol und lässt sich gut mit einem Tagesausflug verbinden.
Was kannst du bei einem Rundgang durch die Burg sehen?
Der Wohnturm hat drei Geschosse, die du nacheinander erkundest:
- Erdgeschoss: Hier lagen Vorrats- und Lagerräume sowie die Zisternen. Bei einer Belagerung versorgten sie die Eingeschlossenen. Ursprünglich waren diese Räume nur vom Stockwerk darüber zu erreichen.
- Erste Etage: Kapelle und Küche. Ein Kamin sorgte für Wärme – ein Luxus jener Zeit. Links neben dem Eingang findest du Freskenreste einer Kreuzigungsszene mit dem Wappen des Louis de Magnac.
- Zweites Geschoss: Über eine Wendeltreppe erreichst du die Repräsentationsräume des Vorstehers. Große Balkonlöcher zeigen, dass hier einst ein Zwischengeschoss aus Holz das Schlafgemach beherbergte.
Vom Dach des Turms hast du einen herrlichen Ausblick aufs Meer und auf die Reste des Aquädukts, das einst die Plantagen bewässerte.
Was gibt es rund um die Burg zu entdecken?
Direkt neben dem Turm zeugen Reste einer Zuckerrohr-Verarbeitungsstätte, einer Mühle und eines Aquädukts von der einstigen Wirtschaftskraft des Ordens. Nahe dem Aquädukt steht zudem ein über 160 Jahre alter Machärionbaum aus Nordamerika, dessen messerscharfe Schoten („macheri“ = Messer) ihm den Namen gaben. Wer Kolóssi besucht, kombiniert den Stopp gern mit einem Tag in Limassol oder einer Tour zu weiteren Sehenswürdigkeiten der Insel.
Wie wurde in Kolóssi Zucker hergestellt?
Die Ebene am Fluss Kouris bot mit fruchtbarem Boden und reichlich Wasser nahezu ideale Bedingungen für Zuckerrohr. Der Johanniterorden nutzte das und baute eine Zuckerproduktion auf, die so einträglich war, dass sie besser geschützt werden musste. Das erklärt, warum die Burg und die Fabrik eng zusammengehören. Erhalten sind der Aquädukt, ein großer gewölbter Raum für die Verarbeitung und die Reste der Mühle. Eine spätere Inschrift belegt, dass die Anlage noch unter osmanischer Verwaltung, nämlich 1591 unter Murat Pascha, erneuert wurde. Erst als billiger Zucker aus Europa und Übersee den Markt überschwemmte, stellte man den Betrieb ein.
Wer war Louis de Magnac?
Der heutige Wohnturm entstand 1454 unter dem Komtur Louis de Magnac auf den Ruinen eines älteren Baus. Sein Wappen ist an den Mauern erhalten, du findest es auch bei den Freskenresten im ersten Obergeschoss. Der Turm ist ein dreigeschossiges Bauwerk mit einem angeschlossenen rechteckigen Hof von etwa 30 mal 40 Metern. Die Wände sind dick, die Fenster klein, ein Zeichen, dass die Wehrhaftigkeit wichtiger war als der Komfort.
Welche Rolle spielte der Orden auf Zypern?
Die Johanniter verwalteten ihre Güter in Zypern als Großkommende mit Sitz in Kolóssi. Neben Zuckerrohr bauten sie Oliven, Getreide, Johannisbrot und Wein an. Der Wein aus dieser Gegend, die Commandaria, wurde auch bei Zeremonien ausgeschenkt, etwa wenn neue Mitglieder in den Orden aufgenommen wurden. Mamlukische Raubzüge im frühen 15. Jahrhundert beschädigten die Burg; der Wiederaufbau folgte 1454.
Wie besuchst du Kolóssi am besten?
Die Burg liegt am Westrand des gleichnamigen Dorfes rund 14 Kilometer von Limassol. Komm morgens oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne weniger scharf ist. Für die enge Wendeltreppe brauchst du trittsicheres Schuhwerk. Plane für den Rundgang rund eine Stunde ein, mehr, wenn du das Gelände mit Aquädukt und Zuckermühle in Ruhe anschaust.
- Ein Tag in Limassol lässt sich gut mit einer Tour nach Kolóssi und zu den antiken Stätten westlich der Stadt kombinieren.
- Nahe liegt die antike Stadt Koúrion, die du in derselben Tour sehen kannst.
- Mehr über die Zeit der Kreuzfahrer erfährst du auf unserer Seite zu den Kreuzzügen.
Wie passt Kolóssi in eine Tour entlang der Südküste?
Von der Burg aus sind es nur wenige Minuten bis zu den Weinbergen, in denen die Commandaria entsteht. Wer sich für den Wein interessiert, fragt in den Dörfern am Rand des Tróodos nach Verkostungen. Die Verbindung zum Reiseziel Limassol macht aus der Burg einen entspannten Halbtagesausflug mit Meerblick vom Turmdach.
Was verrät der Name Kolóssi über die Ortsgeschichte?
Der Johanniterorden machte aus Kolóssi das Verwaltungszentrum seiner Besitzungen auf Zypern, die Großkommende, und nach ihr trägt der Süßwein seinen Namen. Die Region um das Dorf blieb deshalb über Jahrhunderte ein Wirtschaftsraum mit Weinbergen, Zuckerrohrfeldern, Oliven- und Johannisbrotbäumen. Der Turm war nur ein Teil davon, das Herz war der Betrieb im Umland. Dieser Zusammenhang macht den Besuch interessanter, wenn du auf dem Gelände zwischen Aquädukt, Mühle und Turm hin und her gehst und dir vorstellst, wie Wasser, Arbeit und Schutz ineinandergriffen.
Was kannst du aus einem Besuch mitnehmen?
Notiere dir die Wappen und Inschriften, denn sie erlauben eine Zuordnung zu den Bauphasen. Frage vor Ort nach aktuellen Hinweisen zur Besichtigung und zu Veranstaltungen. Wer den Turm erklimmt, sollte beim Abstieg auf der Wendeltreppe besonders vorsichtig sein, denn sie ist eng und die Stufen sind ausgetreten.
Wie bereitest du dich auf Hitze und Sonne vor?
Der Burghof und das Turmdach bieten wenig Schatten. Im Sommer lohnt sich ein Besuch gleich zur Öffnung oder am späten Nachmittag, dazu gehören Sonnenschutz, Kopfbedeckung und eine Flasche Wasser. Die Mauern des Turms halten die Räume im Inneren dagegen angenehm kühl, was du besonders in Kapelle und Küche spürst. Bei der Planung hilft ein Blick auf die Öffnungszeiten im Schnellüberblick oben; prüfe sie vor der Fahrt, denn sie ändern sich je nach Saison.
Häufige Fragen zu Kolóssi
Wo liegt die Burg Kolóssi?
Kolóssi liegt rund 14 Kilometer westlich von Limassol im Süden Zyperns und ist gut mit dem Auto erreichbar.
Was kostet der Eintritt und wann ist geöffnet?
Die Burg ist täglich geöffnet – von April bis September 09:00 bis 19:30 Uhr, von Oktober bis Mai 09:00 bis 17:00 Uhr. Es wird ein kleines Eintrittsgeld erhoben; aktuelle Zeiten und Preise prüfst du am besten vor dem Besuch.
Woher kommt der Name Commandaria?
Der Verwaltungsbezirk der Johanniter rund um Kolóssi hieß „Commandaria“. Von diesem Namen leitet sich der berühmte zyprische Süßwein ab, der hier zuerst hergestellt wurde.
Kann man den Turm besteigen?
Ja. Über eine Wendeltreppe gelangst du bis aufs Dach des Wohnturms und genießt von dort den Blick aufs Meer und das Aquädukt.
Passend dazu: Commandaria.
Plane Kolóssi als Halbtagesausflug von Limassol ein und verbinde ihn mit weiteren Burgen und Ruinen. Die passende Pauschalreise nach Zypern findest du bei uns. Aktuelle Hinweise zur Einreise gibt das Auswärtige Amt.










