Famagusta Tor

Das Famagusta Tor ist eines der drei Tore in der venezianischen Stadtmauer von Nikosía. Im 16. Jahrhundert von Giulio Savorgnano als „Porta Giuliana“ erbaut, war es einst Wachposten und Fluchtweg. Heute dient das imposante Bauwerk als Kulturzentrum mit Konzerten, Theater und Ausstellungen.

Schnellfakten Famagusta Tor

Lageöstliche venezianische Stadtmauer von Nikosía
UrsprungsnamePorta Giuliana
Erbaut16. Jahrhundert
BaumeisterGiulio Savorgnano
HeuteKulturzentrum / Veranstaltungsort
Eintrittganzjährig frei

Warum heißt das Tor „Famagusta Tor“?

Ursprünglich trug das Tor den Namen „Porta Giuliana“ – benannt nach seinem Erbauer Giulio Savorgnano, der es im 16. Jahrhundert errichtete. Weil es an der Straße liegt, die von Nikosía aus in die ostzyprische Hafenstadt Famagusta führt, setzte sich mit der Zeit der heutige Name durch. Es ist eines von drei Toren, die einst den Zugang durch die venezianischen Mauern der Hauptstadt ermöglichten.

Wie ist das Famagusta Tor aufgebaut?

Das Tor besitzt einen halbrunden Durchgang, hinter dem sich ein großer, gewölbter Raum öffnet. Beidseitig des Gewölbes liegen Kammern, in denen einst die Wachen stationiert waren. Von der Stadt aus führt ein 35 Meter langer Graben in den Wallgraben – er war als Fluchtweg angelegt. Diese durchdachte Bauweise zeigt, wie ernst die Venezianer die Verteidigung ihrer Hauptstadt nahmen. Das Bauwerk ist Teil des venezianischen Mauerrings von Nikosía, der die Altstadt sternförmig umschließt und zu den eindrucksvollsten Festungsanlagen des Mittelmeerraums zählt.

Wie wurde aus der Verteidigungsanlage ein Kulturzentrum?

Heute dient das Famagusta Tor mit seiner imposanten Fassade als kulturelles Zentrum von Nikosía. Regelmäßig finden hier Theateraufführungen, Konzerte und Ausstellungen statt – darunter Auftritte international bekannter Künstler. Bei diesen Veranstaltungen lernst du die kulturelle Vielfalt der Insel hautnah kennen. Der Eintritt ist frei.

Was gibt es in der Umgebung zu erleben?

Ganz in der Nähe des Tores reihen sich zahlreiche Bars und Restaurants aneinander. Hier kannst du einheimische Spezialitäten kosten. Die zyprische Küche ist im Kern mediterran, durch die bewegte Geschichte der Insel aber von vielen Kulturen geprägt. Zu den landestypischen Gerichten zählen Gegrilltes und verschiedenste Eintöpfe, dazu Meze – kleine Vorspeisenteller, die in geselliger Runde geteilt werden. Das Tor liegt am Rand der Altstadt von Nikosía, sodass sich ein Besuch gut mit einem Bummel durch die historischen Gassen verbinden lässt. Wer mehr von der Inselgeschichte sehen will, findet rund um Nikosía viele weitere Burgen und Ruinen.

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Wann und warum wurden die venezianischen Mauern gebaut?

Die Stadtmauer von Nikosía wurde 1567 vom Festungsingenieur Giulio Savorgnano entworfen. Die Venezianer hatten erkannt, dass die mittelalterliche Befestigung der Stadt zu groß war und gegen neuere Artillerie keinen Schutz bot. Die neue Mauer fiel deutlich kleiner aus und umschloss die Stadt kreisförmig mit mehreren Bastionen. Das Famagusta Tor ist das größte der drei Tore und stand ursprünglich im Osten der Mauer, dort, wo die Straße nach Famagusta begann.

Nur wenige Jahre später, 1570, nahmen die Osmanen die Stadt ein. Die Mauer, auf die sich Venedig verlassen hatte, hielt der Belagerung also nicht stand. Mehr zum Gesamtbauwerk liest du auf unserer Seite zum Mauerring von Nikosía.

Wie sieht das Tor im Inneren aus?

Das Tor besteht aus einem langen, gewölbten Durchgang durch den Erdwall. In der Mitte sitzt eine Kuppel von rund elf Metern Durchmesser, die durch eine Öffnung im Scheitel beleuchtet wird. Das erinnert an das Pantheon in Rom, allerdings in deutlich kleinerem Maßstab. Der Durchgang war breit genug für zwei Fahrzeuge. Seitenkammern, die früher mit dem Durchgang verbunden waren, sind heute zugemauert. Der äußere Torbogen liegt in der Bastion Caraffa, ist beschädigt und hat seine ursprünglichen Türen verloren.

Als Vorbild gilt ein Tor in Candia, dem heutigen Heraklion auf Kreta, das der Baumeister Michele Sanmicheli entworfen hatte. Venedig verwendete solche Konzepte in vielen seiner Festungsstädte im östlichen Mittelmeer.

Was geschah mit dem Tor unter Osmanen und Briten?

Die Osmanen ließen das Tor 1821 instand setzen und ergänzten es um einen Ausguck, vermutlich im Hinblick auf einen befürchteten griechischen Aufstand. Unter britischer Verwaltung dienten die großen Räume als Lager für Brennstoffe und anderes Material. Zwischen 1934 und 1981 liefen Erhaltungsarbeiten, doch Feuchtigkeitsprobleme blieben bestehen, sodass das Tor zeitweise nicht genutzt wurde.

1980 beschloss die Stadtverwaltung, das Gebäude zu einem Kulturzentrum auszubauen. Dazu gehörten ein neuer Boden, Pflaster vor dem Tor, Dämmung, Belüftung und eine Beleuchtung für Ausstellungen. Mit der Fertigstellung 1981 wurde das Tor zu einem Veranstaltungsort, der auch das umliegende Viertel Taht-el-Kale wiederbelebte.

Kannst du das Tor heute von innen besichtigen?

Von außen bleibt das Tor als Teil der Mauer jederzeit sichtbar. Für das Innere nennt das offizielle Fremdenverkehrsamt Zeiten von Montag bis Freitag, vormittags und nachmittags, an Wochenenden und Feiertagen geschlossen und freien Eintritt. Nach einer Überschwemmung im Jahr 2018 war der Veranstaltungsraum wegen umfangreicher Restaurierung geschlossen, und es ist unklar, ob alle Arbeiten abgeschlossen sind. Frage deshalb vor dem Besuch bei der Stadtverwaltung nach, ob und wann das Innere zugänglich ist und welche Veranstaltungen laufen.

Wie gelangst du zum Tor und wie lange dauert der Besuch?

  • Anreise: Das Tor liegt an der Leoforos Athinon am östlichen Rand der Altstadt. Du erreichst es zu Fuß vom Zentrum innerhalb von etwa einer Viertelstunde, mit dem Auto am besten über die Ringstraße, wo sich allgemein öffentliche Parkplätze rund um die Altstadt finden.
  • Zeitbedarf: 15 bis 30 Minuten für das Tor selbst, mit Ausstellung oder Konzert deutlich länger.
  • Beste Zeit: Am späten Nachmittag, wenn das Licht warm auf den Stein fällt und in den umliegenden Lokalen der Abend beginnt.
  • Kombination: Zu Fuß verbindest du das Tor mit der Omeriye-Moschee und dem Hamam, anschließend lohnt ein Bummel durch die Altstadt von Nikosía.

Was macht das Tor für Fotografen und Geschichtsinteressierte besonders?

Das Tor zeigt auf engem Raum, wie die Venezianer Verteidigung und Architektur verbanden. Vom Wallgraben aus siehst du die Bastion Caraffa und den Durchgang durch den dicken Erdwall. Im Inneren wirkt die Kuppel mit dem Lichtauge besonders im Gegenlicht. Wer sich für Festungsbau interessiert, kann hier den Aufbau eines Stadttors nachvollziehen: Wall, Graben, Torgasse und Wachkammern gehören zusammen. Plane etwas Zeit für den Spaziergang entlang des Grabens ein, denn der Verlauf der Mauer ist von dort am besten zu erkennen. Mehr über die Entstehung der Stadt und ihre Geschichte erzählt unsere Seite zur Befestigung.

Mit Kindern ist der Ausflug unkompliziert: Der Durchgang ist kurz, und der Graben lässt sich ohne lange Wege erkunden. Achte auf festes Schuhwerk, denn das Pflaster rund um das Tor ist uneben.

Wenn du abends unterwegs bist, findest du in der Nähe zahlreiche Lokale, in denen Meze serviert werden. So verbindest du Geschichte und Genuss auf kurzem Weg.

Häufige Fragen zum Famagusta Tor

Wo befindet sich das Famagusta Tor?

Das Tor liegt am östlichen Abschnitt der venezianischen Stadtmauer von Nikosía, der geteilten Hauptstadt Zyperns.

Was kostet der Eintritt?

Der Eintritt ist frei. Bei Veranstaltungen können je nach Programm gesonderte Ticketpreise gelten.

Was kann man im Famagusta Tor sehen?

Neben dem historischen Bauwerk selbst erwarten dich wechselnde Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen im heutigen Kulturzentrum.

Gehört das Tor zur venezianischen Stadtmauer?

Ja. Es ist eines von drei Toren im sternförmigen Mauerring, den die Venezianer im 16. Jahrhundert um Nikosía errichteten.

Tipp der Redaktion
Verbinde das Famagusta Tor mit einem Rundgang durch Nikosía und dem venezianischen Mauerring. Die passende Pauschalreise nach Zypern findest du bei uns. Aktuelle Reisehinweise gibt das Auswärtige Amt.
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