Salamis
Salamis war die bedeutendste antike Stadt Zyperns: gegründet um das 11. Jahrhundert vor Christus, beherrschte sie über ein Jahrtausend die Ostküste der Insel. Heute liegt das weitläufige Ruinengelände im türkisch verwalteten Nordteil nahe Famagusta und beeindruckt mit dem Gymnasion samt Säulenhalle, einem römischen Theater, Thermen, Agora und frühchristlichen Basiliken. Es gilt als wichtigste kulturelle Sehenswürdigkeit Nordzyperns.
| Lage | Ostküste Zyperns, ca. 9 km nördlich von Famagusta (türkisch verwalteter Nordteil) |
| Typ | Antike Ruinenstadt / archäologische Ausgrabungsstätte |
| Gegründet | um das 11. Jahrhundert v. Chr. (der Legende nach durch Teukros) |
| Highlights | Gymnasion mit Säulenhalle, römisches Theater, Thermen, Agora, Basilika, Königsgräber |
| Beste Besuchszeit | Frühling und Herbst (vormittags, da kaum Schatten) |
| Zugang | frei zugänglich gegen Eintritt; weitläufiges Gelände, festes Schuhwerk empfohlen |
Was ist Salamis?
Salamis ist die bedeutendste antike Stadt Zyperns und die wohl wichtigste kulturelle Sehenswürdigkeit im türkisch verwalteten Nordteil der Insel. Nur wenige Kilometer von der Hafenstadt Famagusta entfernt liegen die ausgedehnten Überreste einer Metropole, die zu ihren Hochzeiten über 100.000 Einwohner zählte und deren Macht und Reichtum weit über Zypern hinaus ausstrahlten.
Das große Ruinengelände, das heute zu besichtigen ist, macht nur einen kleinen Teil der einstigen Stadt aus – und ist dennoch eine äußerst beeindruckende Angelegenheit. Wer sich für die alte Geschichte Zyperns interessiert, findet hier eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der Insel: Marmorsäulen, ein gut erhaltenes Theater und weitläufige Bäder zeichnen das Bild einer Stadt, die über Jahrhunderte zu den wichtigsten Zentren des östlichen Mittelmeers gehörte.
Was gibt es in Salamis zu sehen?
Das Highlight der Ausgrabungen ist das Gymnasion, dessen Marmorsäulen noch heute stehen und eine eindrucksvolle Säulenhalle bilden. Daran schließen die antiken Thermen an, die zusammen mit erhaltenen Latrinen einen anschaulichen Einblick in den Alltag der Bewohner geben. Wasserkanäle, Mosaikböden und Reste der Heizungssysteme lassen erahnen, wie aufwendig der römische Badebetrieb war.
Ein weiterer Anziehungspunkt ist das römische Theater, das in seiner Blütezeit rund 15.000 Besucher fasste und nach der teilweisen Rekonstruktion bis heute genutzt wird. Auf dem weitläufigen Areal verteilen sich außerdem:
- die Agora, der zentrale Markt- und Versammlungsplatz der Stadt
- frühchristliche Basiliken aus byzantinischer Zeit mit Resten von Mosaikfußböden
- die riesige Nekropole (Totenstadt) mit ihren Königsgräbern, in denen man einst einen Thron aus Silber und Elfenbein fand
- Reste von Wasserleitungen, einer Zisterne und der Stadtbefestigung
Die meisten sichtbaren Ruinen stammen nicht aus der Gründungszeit, sondern aus der spätrömischen und byzantinischen Epoche. Da das Gelände kaum Schatten bietet und teils von Gras überwuchert wird, sollte man festes Schuhwerk tragen und ausreichend Wasser mitnehmen.
Welche Geschichte hat Salamis?
Der Legende nach wurde Salamis von Teukros gegründet, einem Veteranen des Trojanischen Krieges. Tatsächlich reicht die Besiedlung bis ins 11. Jahrhundert vor Christus zurück, und für rund ein Jahrtausend galt die Stadt als wichtigster Ort Zyperns. Bereits um 500 v. Chr. wurden hier eigene Münzen geprägt – ein deutlicher Hinweis auf den materiellen Reichtum der Stadt.
Über viele Jahrhunderte stellte Salamis stets einen eigenen König, ehe es um 50 v. Chr. zur Kolonie des Römischen Reiches wurde. In römischer und byzantinischer Zeit erlebte die Stadt unter dem zeitweiligen Namen Constantia eine zweite Blüte. Mehrere schwere Erdbeben im 4. Jahrhundert zerstörten weite Teile der Bauten; vieles, was Besucher heute sehen, wurde danach wieder aufgebaut. Der Niedergang folgte im 7. Jahrhundert mit den arabischen Überfällen, in deren Verlauf die Stadt schließlich aufgegeben wurde.
Die archäologischen Ausgrabungen begannen erst Anfang der 1950er Jahre unter Leitung von Vassos Karageorghis, der damit auch den Kulturtourismus auf Zypern voranbringen wollte. Das erfolgreiche Grabungsprojekt wurde 1974 jäh unterbrochen, und seither liegt ein Großteil des Geländes noch unter der Erde verborgen.
Wo liegt Salamis und wie kommt man hin?
Salamis liegt an der Ostküste Zyperns, etwa neun Kilometer nördlich von Famagusta im türkisch verwalteten Nordteil der Insel. Reisende aus dem südlichen, griechisch geprägten Teil Zyperns überqueren dafür einen der offiziellen Grenzübergänge – der Übergang erfolgt unkompliziert mit dem Personalausweis oder Reisepass. Wer mit einem im Süden gemieteten Wagen über die Grenze fährt, sollte vorab die Versicherungsbedingungen prüfen und gegebenenfalls eine Zusatzversicherung abschließen.
Am bequemsten erreicht man das Gelände mit dem Mietwagen, da öffentliche Verbindungen im Norden begrenzt sind. Direkt nebenan lohnt ein Abstecher zum St.-Barnabas-Kloster, das nur wenige Kilometer entfernt liegt und sich gut mit dem Besuch von Salamis verbinden lässt. Weitere lohnende Ziele in der Region findest du in unserer Übersicht der Reiseziele auf Zypern.
Wann sollte man Salamis besuchen?
Da das Ruinengelände weitläufig ist und kaum Schatten bietet, empfehlen sich die milderen Jahreszeiten Frühling und Herbst. In den Hochsommermonaten Juli und August kann die Hitze auf dem offenen Areal sehr belastend werden – dann sollte man den Besuch in die frühen Vormittagsstunden legen. Für die Erkundung des gesamten Geländes inklusive Theater, Gymnasion und Thermen sollte man rund zwei bis drei Stunden einplanen.
Ein Besuch lässt sich gut mit einem Tagesausflug nach Famagusta und zum benachbarten St.-Barnabas-Kloster kombinieren. Wer die antiken Stätten Zyperns systematisch erkunden möchte, findet weitere Anregungen unter unseren Sehenswürdigkeiten der Insel.
Häufige Fragen zu Salamis
Warum ist Salamis so bedeutend?
Salamis war über rund ein Jahrtausend die wichtigste Stadt Zyperns und beherrschte als Handels- und Königsstadt die Ostküste. Mit ihren bis zu 100.000 Einwohnern strahlten Macht und Reichtum weit über die Insel hinaus. Heute gilt das Ruinengelände als bedeutendste kulturelle Sehenswürdigkeit Nordzyperns.
Was kann man in Salamis besichtigen?
Zu den Höhepunkten zählen das Gymnasion mit seiner erhaltenen Säulenhalle, das römische Theater für einst 15.000 Zuschauer, die antiken Thermen mit Latrinen, die Agora, frühchristliche Basiliken sowie die Nekropole mit ihren Königsgräbern.
Wie kommt man von Famagusta nach Salamis?
Salamis liegt rund neun Kilometer nördlich von Famagusta. Am einfachsten erreicht man es mit dem Mietwagen. Reisende aus dem Süden Zyperns überqueren dafür einen offiziellen Grenzübergang in den türkisch verwalteten Nordteil.
Lohnt sich ein Besuch von Salamis?
Ja. Salamis ist eines der eindrucksvollsten antiken Zeugnisse Zyperns und lässt sich gut mit dem nahen St.-Barnabas-Kloster und der Hafenstadt Famagusta zu einem Tagesausflug verbinden.
Tauche tiefer ein in die alte Geschichte Zyperns, plane den Abstecher zum benachbarten St.-Barnabas-Kloster oder entdecke die Hafenstadt Famagusta und weitere Reiseziele auf Zypern.
















