Königsgräber

Die Königsgräber von Páfos sind eine monumentale, in den Fels gehauene Nekropole aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. und Teil des UNESCO-Welterbes Páfos. Trotz ihres Namens liegen hier keine Könige, sondern hohe Beamte und Aristokraten der ptolemäischen Zeit. Die prächtigen Atriumgräber mit dorischen Säulenhöfen am Meer von Káto Páfos machen die Anlage zu einem der eindrucksvollsten Ausflugsziele Zyperns.

Schnellfakten Königsgräber von Páfos

LageKáto Páfos, Südwestküste Zyperns
TypIn den Fels gehauene Nekropole (Atriumgräber)
Entstehung4. Jh. v. Chr. – 3. Jh. n. Chr.
HighlightsSäulenhöfe, unterirdische Grabkammern, Meerblick
StatusTeil des UNESCO-Welterbes Páfos
GeöffnetMo.–Fr. 7–17 Uhr, Sa./So. 9–17 Uhr
Beste BesuchszeitFrühling und Herbst, früher Vormittag wegen Schatten

Was sind die Königsgräber von Páfos?

Die Königsgräber von Páfos sind eine ausgedehnte antike Nekropole, deren Grabkammern direkt in den weichen Kalkstein der Küste getrieben wurden. Anders als ihr Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um schlichte Grüfte, sondern um regelrechte Häuser mit einem von Pfeilern und Säulen umgebenen Atrium, hinter dem Treppen in die eigentlichen, tief in den Fels gehauenen Grabkammern hinabführen. Architektonisch greifen die schönsten Anlagen das ptolemäisch-alexandrinische Vorbild auf: ein offener Innenhof, gesäumt von Säulen im dorischen Stil, wie man ihn von Wohnhäusern der Lebenden kannte.

Königsgräber von PáfosGenutzt wurde die Anlage über einen erstaunlich langen Zeitraum vom 4. Jahrhundert vor Christus bis ins 3. Jahrhundert nach Christus. Die Gräber wurden bis in die römische und frühchristliche Zeit für Bestattungen verwendet, einige von ihnen waren im Mittelalter sogar bewohnt. Zusammen mit den römischen Mosaiken und den übrigen Ausgrabungen der Stadt gehören die Königsgräber zum archäologischen Erbe von Páfos, das als Ganzes zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Warum heißen sie „Königsgräber“, wenn keine Könige dort liegen?

Der Name führt in die Irre, ist aber leicht erklärt: Die Gräber sind so prachtvoll, dass sie eines Königs würdig wären – daher die Bezeichnung. Tatsächlich liegen hier jedoch keine Könige begraben, die gab es zu dieser Zeit auf Zypern ohnehin nicht mehr. Bestattet wurden stattdessen reiche Beamte und Aristokraten aus der Ptolemäerzeit, also Angehörige der ägyptisch-griechischen Oberschicht, die Zypern vom 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. an verwaltete. Wer es sich leisten konnte, ließ sich eine repräsentative letzte Ruhestätte in den Fels schlagen, die den Reichtum und den Status der Familie über den Tod hinaus zeigte.

Und wie es sich für eine schöne Immobilie gehört, wollten die Grabinhaber nicht auf einen guten Ausblick verzichten: So blicken sie aus dem Jenseits – und mit ihnen die Besucher im Diesseits – auf das offene Meer vor Páfos. Mehr zum historischen Hintergrund findest du in unserem Überblick zur alten Geschichte Zyperns.

Was gibt es bei den Königsgräbern zu sehen?

Das Gelände erstreckt sich weitläufig über die felsige Küste und lädt zum Erkunden ein. Im Mittelpunkt stehen die Atriumgräber mit ihren Säulenhöfen: Über einen offenen Innenhof gelangt man zu den unterirdischen Kammern, in denen einst die Sarkophage standen. Die schönsten Anlagen sind die Grabnummern 3 und 6; auch die Gräber 7 und 13 sind beachtenswerte Jenseits-Behausungen mit ihren in den Stein gehauenen Stufen und Felsbrunnen im Atrium.

Grabbeigaben wird man hier kaum noch finden – die Gräber wurden bereits während der Römerzeit ausgeraubt. Was übrig blieb, schafften später Grabräuber wie der US-Konsul Luigi Palma di Cesnola fort. Zurückgelassen wurde nur, was für die Diebe wertlos war: Skelette, Sarkophage, Stoffreste und hin und wieder ein Metallbeschlag. Eine hartnäckige Legende besagte lange, die Höhlen hätten den frühen Christen als Katakomben gedient – diese Theorie ist von Archäologen inzwischen widerlegt.

Wo liegen die Königsgräber und wie kommt man hin?

Die Königsgräber liegen im Stadtteil Káto Páfos, dem unteren, küstennahen Teil der Stadt, nur wenige Minuten nördlich des Hafens. Vom touristischen Zentrum rund um die Hafenpromenade erreicht man die Anlage bequem zu Fuß in etwa 20 bis 30 Minuten entlang der Küste oder in wenigen Minuten mit dem Auto; vor Ort gibt es Parkmöglichkeiten. Wer mehrere Sehenswürdigkeiten verbinden möchte, kombiniert den Besuch gut mit dem nahen archäologischen Park und den römischen Mosaiken.

Die Königsgräber sind ein fester Bestandteil eines Besuchs in Páfos und lassen sich problemlos in einen Tagesausflug einplanen. Ein Mietwagen erleichtert die Anreise und die Weiterfahrt zu den übrigen Sehenswürdigkeiten Zyperns in der Umgebung.

Wann sollte man die Königsgräber besuchen und worauf achten?

Das Gelände ist nur spärlich beschattet, und die hellen Kalksteinflächen reflektieren die Sonne kräftig. Ein Besuch am frühen Vormittag oder gegen Abend ist daher angenehmer als in der Mittagshitze; Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser gehören ins Gepäck. Da man über unebenen Fels läuft und in mehrere Grabkammern hinabsteigt, empfiehlt sich festes, trittsicheres Schuhwerk statt Sandalen.

Für die Erkundung des weitläufigen Areals sollte man etwa ein bis zwei Stunden einplanen. Im Frühling und Herbst sind die Temperaturen am erträglichsten, und das Licht der tieferstehenden Sonne lässt die Säulenhöfe besonders stimmungsvoll wirken.

Häufige Fragen zu den Königsgräbern von Páfos

Liegen tatsächlich Könige in den Königsgräbern von Páfos?

Nein. Der Name verweist nur auf die königliche Pracht der Anlagen. Bestattet wurden hier reiche Beamte und Aristokraten der ptolemäischen Zeit, nicht Könige – die gab es damals auf Zypern nicht mehr.

Wie alt sind die Königsgräber von Páfos?

Die Nekropole wurde vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. genutzt. Die Gräber dienten bis in die römische und frühchristliche Zeit für Bestattungen, einige waren im Mittelalter sogar bewohnt.

Welche Gräber sind die schönsten?

Besonders sehenswert sind die Grabnummern 3 und 6 mit ihren Säulenhöfen. Auch die Gräber 7 und 13 lohnen sich mit ihren in den Fels gehauenen Stufen und Felsbrunnen im Atrium.

Sind in den Gräbern noch Grabbeigaben zu sehen?

Kaum. Die Gräber wurden bereits in der Römerzeit ausgeraubt, später trugen Grabräuber wie der US-Konsul Luigi Palma di Cesnola weitere Funde fort. Zu sehen ist heute vor allem die beeindruckende Felsarchitektur.

Mehr von Páfos entdecken
Die Königsgräber sind nur einer von vielen antiken Schätzen der Stadt: Verbinde deinen Besuch mit dem archäologischen Park und seinen römischen Mosaiken, lies mehr über die alte Geschichte Zyperns oder plane deinen Aufenthalt rund um Páfos. Weitere Anregungen liefern unsere Übersichten der Sehenswürdigkeiten und Reiseziele auf Zypern.
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