Kítion – antike Stadt mitten in Lárnaka
Kítion liegt mitten in Lárnaka und war eine der großen Stadtkönigreiche der Antike. Die Siedlung entstand um 1300 v. Chr., im Heiligtumsviertel Kathari verehrten die Menschen eine Große Göttin und schmolzen Kupfer, später bauten Phönizier dort einen Tempel der Astarte. Im Jahr 312 v. Chr. zerstörte Ptolemaios I. die Stadt.
| Lage | Lárnaka, Leoforos Archiepiskopou Kyprianou |
| Gründung | um 1300 v. Chr. |
| Grabungsbereiche | Kítion-Kathari (Heiligtumsviertel) und Kítion-Bamboula (Hafenhöhe) |
| Besonderheit | Tempel und Werkstätten für die Kupferverhüttung |
| Phönizische Zeit | ab dem 9. Jahrhundert v. Chr., Tempel der Astarte |
| Ende | 312 v. Chr. durch Ptolemaios I. zerstört |
| Route | Teil der Aphrodite-Kulturroute, rollstuhlgerecht mit Behindertenparkplatz |
Was ist Kítion und wo liegt die Stätte?
Kítion ist der antike Name der Stadt, auf der das heutige Lárnaka steht. Die Ausgrabungsstätte liegt mitten im Stadtgebiet an der Leoforos Archiepiskopou Kyprianou, im Zentrum der Hafenstadt. Sie zeigt, wie eine Küstenstadt Zyperns in der Bronzezeit lebte und glaubte. Der Ort ist rollstuhlgerecht und hat einen Behindertenparkplatz.
Die archäologische Zone besteht aus zwei Teilen. Kítion-Kathari ist das Heiligtumsviertel mit den ältesten Spuren von Besiedlung und Kult. Kítion-Bamboula liegt oberhalb des antiken Hafens und gehört vor allem zur phönizischen Zeit. Beide Bereiche sind Teil der Aphrodite-Kulturroute, die die Altertümerverwaltung und die Zyprische Tourismusorganisation gemeinsam eingerichtet haben. Die Route verbindet die drei Kernstätten Palaipáfos, Amathous bei Limassol und Kítion.
Wann und von wem wurde Kítion gegründet?
Lárnaka liegt auf einer sehr alten Stadt, die um 1300 v. Chr. gegründet wurde. Die Reste liefern den ersten klaren Hinweis darauf, dass die mykenischen Achäer im 13. Jahrhundert v. Chr. nach Lárnaka kamen. Sie blieben bis zum Ende des 11. Jahrhunderts v. Chr. Um das Ende des 13. Jahrhunderts ließen sie die Stadt umbauen und mit zyklopischen Mauern aus riesigen Kalksteinblöcken befestigen.
Etwa 1300 v. Chr. entstand außerdem ein orientalisch geprägtes Heiligtum der Großen Göttin. Die Zeit um 1200 bis 1050 v. Chr. brachte Raubzüge der „Seevölker“ an den Küsten Zyperns, und achäische Griechen siedelten sich an mehreren Küstenorten an, darunter Salamis, Kourion und Páfos. Das Heiligtumsviertel selbst wurde um 1000 v. Chr. aufgegeben. Den Platz nahm später eine neue Stadt ein, deren Aufstieg mit den Phöniziern verbunden ist.
Warum spielte Kupfer in Kítion eine so große Rolle?
Die Grabungen im Viertel Kathari haben Heiligtümer und später Tempel freigelegt, neben denen Werkstätten für die Kupferverhüttung lagen. Die Große Göttin war offenbar eine Fruchtbarkeitsgöttin, die alles Land beschützte, die Pflanzen ebenso wie das Kupfer, den Reichtum Zyperns in der Bronzezeit. Eine Bronzestatuette des 12. Jahrhunderts v. Chr. zeigt sie nackt, die Hände an die Brüste gelegt, stehend auf einem Barren in Form einer Ochsenhaut. Ein männlicher Begleitgott, ebenfalls ein Schutzherr der Metallverarbeitung, steht auf einem ähnlichen Barren. Kupferschlacke vom Industriekomplex neben dem Tempel (1) der Großen Göttin belegt die Arbeit der Schmelzer, und drei Bronzewerkzeuge fanden sich als Gründungsbeigabe im Tempel (4).
Aus dieser Verbindung entstand ein Mythos: Die Griechen erzählten, Aphrodite sei mit Hephaistos verheiratet gewesen, dem Schmied der Götter, der ihr einen Palast aus Gold und Edelsteinen gebaut habe, in einsamer Lage irgendwo auf der Insel, am ehesten im Gebiet des Akamas. Kinyras, der König von Páfos und Priester der Göttin, galt zugleich als Erfinder von Werkzeugen und Metallverarbeitung. Das Wort für Kupfer in mehreren europäischen Sprachen geht auf den Inselnamen zurück: cupro im Italienischen, cobre im Spanischen, cuivre im Französischen, copper im Englischen und Kupfer im Deutschen. So hat die Insel des Kupfers der Göttin Zyperns auch ihren Namen für ein Metall gegeben.

Was änderte sich mit den Phöniziern?
Im 9. Jahrhundert v. Chr. kamen Phönizier nach Zypern und gründeten an derselben Stelle eine neue Stadt, die Kítion hieß. Sie bauten den alten Tempel um und weihten ihn ihrer Göttin Astarte, der orientalischen Entsprechung der Aphrodite. Dort wurde sie bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. verehrt. Der Tempel der Aphrodite-Astarte ist der architektonisch interessanteste Rest der Stätte.
Daneben gab es ein zweites Heiligtumsviertel, Kítion-Bamboula oberhalb des Hafens, mit Heiligtümern der phönizischen Gottheiten Astarte und Melkart. In der Nähe fanden die Archäologen Tempel im ägyptischen Stil aus der Zeit der 18. ägyptischen Dynastie. Sie sind älter als ihre griechischen Gegenstücke und dienten der vorgriechischen zyprischen Bevölkerung. Wie eng Kítion mit den Kulturen des östlichen Mittelmeers verflochten war, zeigt dieses Nebeneinander von mykenischen, ägyptischen und phönizischen Einflüssen.
Wie liefen die Kulthandlungen in den Tempeln ab?
Von den Ritualen im Viertel Kathari zeugen reiche Funde. In den offenen Höfen der Tempel standen Opferaltäre und Tische für Gaben. Auf dem Boden der Tempel (1) und (5) lagen Schädel von Rindern und anderen Tieren. Diese Stierschädel dienten möglicherweise bei Zeremonien als Masken im Rahmen von Fruchtbarkeitsriten, und auch menschliche Masken sind belegt, etwa eine Tonmaske des 11. Jahrhunderts v. Chr. Im geschlossenen Allerheiligsten bewahrten die Priester Kultgegenstände auf: eine Elfenbeinpfeife aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. und ein durchlöchertes Gefäß, in dem Opium verbrannt und eingeatmet wurde. Opium diente dort religiösen Zwecken. Eine bronzene Votivniere mit Zeichen der kyprominoischen Silbenschrift weist auf Wahrsagung aus den Eingeweiden von Tieren hin; Priester nutzten sie, um Schülern die Technik beizubringen.
Wie ein Heiligtum organisiert war, zeigt eine Inschrift aus Bamboula aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., die die Ausgaben des Astarte-Heiligtums auflistet. Neben den Sängern und Bäckern der „Heiligen Königin“ beschäftigte das Heiligtum Magistrate, Architekten, einen Schreiber, Handwerker, Opferpriester, einen „Meister des Wassers“, Barbiere, Diener sowie Jungen und Mädchen. Das Heiligtum war also ein Wirtschaftsbetrieb mit eigener Verwaltung.
Warum war der Hafen von Kítion so wichtig?
Schon in der Antike war Kítion für seinen Hafen bekannt. Über ihn wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse in den östlichen Mittelmeerraum, nach Ägypten und in die Ägäis ausgeführt. Dank seiner strategischen Lage war der Hafen zudem ein hervorragender Marinestützpunkt. An den Mauern der Gebäude am antiken Hafen sind Schiffszeichnungen eingeritzt, die besonders interessant sind.
Das Ende kam im Jahr 312 v. Chr.: Ptolemaios I. Soter, der ägyptische Herrscher, besetzte Kítion und zerstörte die Stadt. Die Besiedlung riss dennoch nicht ab, sie setzte sich bis in die christliche Zeit fort. Wie sich die Stadt später entwickelte, verfolgst du auf den Seiten zur kypro-klassischen Zeit und zur Hellenisierung. Die Altertümerverwaltung gehörte nach der Unabhängigkeit Anfang der 1960er-Jahre zu den ersten, die Kítion ausgruben.

Welche Funde zeigt das Bezirksmuseum von Lárnaka?
Das Archäologische Bezirksmuseum von Lárnaka am Kalograion-Platz besitzt eine wichtige Sammlung von Kultgegenständen und Figuren der Zyprischen Göttin. Die Stücke wurden in Kítion und in anderen Orten der Region gefunden, etwa in Choirokoitía, Kalavasos, Arsos und Achna. Neben Idolen aus der Jungsteinzeit (4900 bis 3900 v. Chr.), die auf einen Fruchtbarkeitskult hinweisen, sind Fundstücke aus den Tempeln von Kítion ausgestellt: der Gott Bes aus Elfenbein, eine weibliche Elfenbeinfigur, die Elfenbeinpfeife für Opium und Kosmetikgegenstände aus Elfenbein.
Weitere Stücke sind archaische Kalksteinstatuen und Tonfiguren des 6. Jahrhunderts v. Chr., drei kleine Hathor-Stelen von der Akropolis von Kítion, eine Musikerinnenfigur aus Formguss, drei schwangere Göttinnen und mehrere kleine weibliche Köpfe aus Kalkstein aus dem Heiligtum der Artemis Paralia, das am Salzsee von Lárnaka lag. Die Göttin wurde dort vermutlich als Schutzherrin der Salzgewinnung verehrt, vom ersten Jahrtausend v. Chr. bis in die römische Zeit, zuletzt unter dem Namen Artemis Paralia.
Eine zweite Sammlung zeigt das Pierides-Museum im Kulturzentrum in der Zinonos-Kitieos-Straße. Es zeigt Gegenstände aus verschiedenen Orten Zyperns, darunter eine bedeutende Sammlung geformter Figuren aus Achna. Zu sehen sind kupfersteinzeitliche Idole aus Speckstein (3500 bis 2500 v. Chr.), spätbronzezeitliche Tonfiguren mit betonten Brüsten (1450 bis 1200 v. Chr.), eine Tonfigur mit hoher Kopfbedeckung und erhobenen Händen aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. sowie fünf Tamburinspielerinnen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Im Römischen Glassaal fällt ein kleines Glasfragment mit einer stehenden Aphrodite auf. So kannst du die Entwicklung der Göttin von der Kupfersteinzeit bis in die römische Zeit an einem Tag in Lárnaka nachvollziehen.
Wie verbindest du Kítion mit anderen Zielen in Lárnaka?
Der Salzsee liegt drei Kilometer südlich des Stadtzentrums. Er führt von Oktober bis Mai Wasser und ist Rastplatz für ziehende Flamingos; im Sommer trocknet er aus und hinterlässt eine Salzkruste. Ein Naturpfad von 4 Kilometern Länge (etwa eine Stunde) gehört zur Aphrodite-Kulturroute, weil viele Pflanzen und Muscheln der Göttin zugeordnet werden, darunter Wildrose, Granatapfel, Myrte, Narzisse und Anemone. Am Ufer liegt außerdem die Moschee Hala Sultan Tekke.
Weitere Ziele in der Stadt sind die Kirche Agios Lazaros und das Dorf Kiti mit der Panagia Angeloktisti. Die Aphrodite-Route empfiehlt für die Region Lárnaka und Agia Napa ein bis zwei Tage und für das Gebiet um Limassol einen halben Tag. Von Lárnaka sind es etwa 40 Kilometer nach Agia Napa und 45 Kilometer nach Nikosia; zwischen Limassol und Lárnaka liegen rund 70 Kilometer. Kítion erreichst du aus allen Hotels der Stadt mit dem Mietwagen oder zu Fuß. Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich; erfrage sie vor dem Besuch bei der Altertümerverwaltung (Department of Antiquities).
Häufige Fragen zu Kítion
Wo liegt Kítion?
Mitten in Lárnaka, an der Leoforos Archiepiskopou Kyprianou. Die Stätte ist rollstuhlgerecht.
Wann wurde Kítion gegründet?
Um 1300 v. Chr. Die mykenischen Achäer kamen im 13. Jahrhundert v. Chr. und befestigten die Stadt mit zyklopischen Mauern.
Was ist Kítion-Kathari?
Das Heiligtumsviertel mit Tempeln der Großen Göttin und Werkstätten für die Kupferverhüttung. Es wurde um 1000 v. Chr. aufgegeben.
Wer zerstörte Kítion?
Ptolemaios I. Soter besetzte die Stadt im Jahr 312 v. Chr. und zerstörte sie. Die Besiedlung dauerte bis in die christliche Zeit an.
Wo sind die Funde aus Kítion zu sehen?
Im Archäologischen Bezirksmuseum von Lárnaka, darunter Kultgegenstände aus Elfenbein und Figuren der Göttin.
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