Erzbischöflicher Palast

Der Erzbischöfliche Palast ist der Amtssitz des Oberhaupts der orthodoxen Kirche Zyperns und liegt mitten in der Altstadt von Nikosía. Der repräsentative Bau aus der Zeit um die Unabhängigkeit ist nur von außen zu besichtigen, doch sein Umfeld lohnt den Besuch: das Byzantinische Museum mit bedeutender Ikonensammlung, die Johannes-Kathedrale und das Museum des Nationalen Kampfes liegen direkt nebenan.

Schnellfakten Erzbischöflicher Palast

LagePlateía Archiepiskópou Kyprianoú, Altstadt von Nikosía
TypRepräsentativer Palast, Sitz des Erzbischofs der orthodoxen Kirche Zyperns
Erbautum die Unabhängigkeit 1960/1961
HighlightsByzantinisches Museum, Ikonensammlung, Johannes-Kathedrale, Museum des Nationalen Kampfes
ZugangPalast selbst nur von außen bzw. zu besonderen Anlässen; Museen regulär
Beste BesuchszeitFrühjahr und Herbst (mildere Temperaturen in der Stadt)

Erzbischöflicher Palast in Nikosía

Was ist der Erzbischöfliche Palast?

Der Erzbischöfliche Palast ist der Amts- und Wohnsitz des Erzbischofs von Zypern, des Oberhaupts der autokephalen orthodoxen Kirche der Insel. Er steht an der Plateía Archiepiskópou Kyprianoú in der südlichen Altstadt von Nikosía, der geteilten Hauptstadt im Inneren der Insel.

Ein bisschen paradox ist das Bauwerk schon: Der Palast entstand anlässlich der Unabhängigkeit von den Briten zu Beginn der 1960er Jahre – und doch greift seine Architektur Formen des britischen Kolonialstils der 1950er Jahre auf. Wie sehr die Zyprioten die Engländer zugleich bewunderten und sich von ihnen befreien wollten, beschreibt Lawrence Durrell anschaulich in seinem Buch „Bittere Limonen“. Der prächtige Bau soll die Macht und den Reichtum der orthodoxen Kirche repräsentieren, die über Jahrhunderte nicht nur religiöse, sondern auch politische und kulturelle Führungsrolle auf Zypern innehatte.

Was kann man dort besichtigen?

Der Palast selbst ist nur von außen zu besichtigen und lediglich zu besonderen Anlässen zugänglich – dann lässt sich auch das Schlafzimmer des Erzbischofs ansehen, in dem das Herz von Makários III. als „Herz Zyperns“ aufbewahrt wird. Die eigentlichen Höhepunkte für Besucher liegen jedoch im unmittelbaren Umfeld des Palastes:

  • Byzantinisches Museum: In einem Trakt der Anlage zeigt das byzantinische Museum eine der bedeutendsten Sammlungen sakraler Kunst Zyperns. Die Ikonensammlung reicht vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit und dokumentiert Jahrhunderte orthodoxer Frömmigkeit. Wer sich für die alte Geschichte der Insel interessiert, findet hier Werke, die anderswo längst verloren gegangen sind.
  • Johannes-Kathedrale: Direkt neben dem Palast steht die kleine Kathedrale des Heiligen Johannes (Agios Ioánnis) aus dem 17. Jahrhundert. Ihr unscheinbares Äußeres täuscht – im Inneren überziehen farbige Wandmalereien sämtliche Flächen und erzählen biblische Szenen sowie die Auffindung des Apostelgrabs des Barnabas.
  • Museum des Nationalen Kampfes: In einem Seitentrakt dokumentiert dieses Museum mit Exponaten wie einem Galgen den Freiheitskampf der EOKA gegen die britische Kolonialherrschaft.

Zusammen bilden Palast, Kathedrale und Museen ein kompaktes Ensemble, das sich gut an einem Vormittag erkunden lässt.

Welche Rolle spielt der Palast?

Als Sitz des Erzbischofs ist der Palast bis heute das geistliche Zentrum der orthodoxen Kirche Zyperns. Untrennbar verbunden ist er mit Makários III., der von 1960 bis zu seinem Tod 1977 zugleich Erzbischof und erster Präsident der Republik Zypern war – eine in Europa einzigartige Verbindung von Kirchen- und Staatsamt.

Der Palast wurde dadurch auch zum Schauplatz der Zeitgeschichte. Am 15. Juli 1974 beschossen Putschisten der griechischen Militärjunta den Palast, um Makários III. zu stürzen; der Erzbischof konnte nur knapp entkommen. Der Staatsstreich löste wenige Tage später die türkische Militärintervention und die bis heute andauernde Teilung der Insel aus. Wer das Gebäude besucht, steht damit nicht nur vor einem religiösen Bauwerk, sondern vor einem Ort, an dem sich die jüngere Geschichte Zyperns verdichtet.

Wo liegt der Palast und wie kommt man hin?

Der Erzbischöfliche Palast liegt in der südlichen Altstadt von Nikosía, innerhalb der venezianischen Stadtmauern. Nikosía ist die Hauptstadt der Republik Zypern und liegt im Landesinneren, gut über die Autobahnen von Nikosía aus den Küstenstädten erreichbar.

Vom belebten Eleftheria-Platz und der Ledra-Straße aus erreicht man die Plateía Archiepiskópou Kyprianoú in wenigen Minuten zu Fuß. Da die Altstadtgassen eng und teils verkehrsberuhigt sind, parkt man am besten außerhalb der Mauern und läuft das letzte Stück. In der Umgebung liegen mit dem Erzbischof-Makários-Denkmal, dem Liberty-Monument und dem benachbarten Faneroméni-Viertel weitere Stationen für einen Altstadtbummel. Eine Einordnung in die Insel bieten unsere weiteren Reiseziele auf Zypern.

Tipps zum Besuch

Plant den Besuch am besten am Vormittag, wenn die Museen geöffnet und die Altstadtgassen noch nicht überlaufen sind. Kombiniert den Palast mit einem Spaziergang durch das alte Nikosía: die restaurierten Handwerkergassen, der Markt und der Grenzübergang an der Ledra-Straße liegen alle in Laufnähe.

Für den Besuch von Kathedrale und Kirchen gilt – wie überall auf der orthodoxen Insel – angemessene Kleidung mit bedeckten Schultern und Knien. Festes Schuhwerk ist auf dem alten Kopfsteinpflaster ratsam. Weitere lohnende Ziele in der Umgebung findet ihr in unserer Übersicht der Sehenswürdigkeiten Zyperns.

Häufige Fragen zum Erzbischöflichen Palast

Kann man den Erzbischöflichen Palast von innen besichtigen?

Der Palast selbst ist in der Regel nur von außen zu besichtigen und lediglich zu besonderen Anlässen zugänglich. Frei zugänglich sind dagegen das benachbarte Byzantinische Museum mit seiner Ikonensammlung, die Johannes-Kathedrale und das Museum des Nationalen Kampfes.

Was hat es mit dem „Herz Zyperns“ auf sich?

Im Schlafzimmer des Erzbischofs wird das Herz von Makários III. aufbewahrt, das als „Herz Zyperns“ verehrt wird. Es ist nur zu besonderen Anlässen zu sehen, wenn der Palast für Besucher geöffnet wird.

Warum ist der Palast für die Geschichte Zyperns wichtig?

Am 15. Juli 1974 beschossen Putschisten der griechischen Junta den Palast, um Erzbischof und Präsident Makários III. zu stürzen. Er entkam knapp; der Staatsstreich führte zur türkischen Intervention und zur Teilung der Insel.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Für Palast, Johannes-Kathedrale und das Byzantinische Museum reichen etwa zwei bis drei Stunden. In Verbindung mit einem Altstadtbummel durch Nikosía wird daraus ein gut gefüllter Halbtagesausflug.

Nikosía entdecken
Der Erzbischöfliche Palast ist einer der Höhepunkte in der Altstadt von Nikosía. Lasst euch von weiteren Sehenswürdigkeiten Zyperns inspirieren oder stöbert durch alle Reiseziele auf Zypern für die Planung eurer Rundreise.
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