Kupfersteinzeit

Die Kupfersteinzeit (Chalkolithikum, ca. 3900–2500 v. Chr.) ist die Übergangsepoche zwischen Steinzeit und Bronzezeit, in der die Menschen auf Zypern erstmals Kupfer entdeckten und verarbeiteten. Vor allem im Westen der Insel entstanden Dorfsiedlungen wie Erimi, Lemba und Kissonerga, in denen ein ausgeprägter Fruchtbarkeitskult mit kunstvollen Idolen aus blaugrünem Picrolith blühte.

Schnellfakten Kupfersteinzeit

Zeitraumca. 3900–2500 v. Chr.
Andere NamenChalkolithikum (von griech. chalkós „Kupfer“ + líthos „Stein“)
Vorherige EpocheJungsteinzeit (Neolithikum)
Folgende EpocheBronzezeit
Prägende EntwicklungErste Kupferverarbeitung; ausgeprägter Fruchtbarkeitskult
HauptsiedlungenErimi, Lemba, Kissonerga (Westzypern)
Spuren heutePicrolith-Idole (u. a. Idol von Pomos), Siedlungsreste, rekonstruiertes Dorf bei Lemba

Was kennzeichnete die Kupfersteinzeit auf Zypern?

Die Kupfersteinzeit, fachsprachlich Chalkolithikum, ist die Übergangsphase zwischen Steinzeit und Bronzezeit und umfasst auf Zypern grob die Jahrhunderte zwischen 3900 und 2500 v. Chr. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass die Menschen zwar bereits begannen, das Metall Kupfer zu nutzen, ihre Werkzeuge und Geräte aber überwiegend noch aus Stein, Knochen und Ton fertigten – Stein und Metall existierten also nebeneinander.

Die meisten Niederlassungen dieser Zeit finden sich in Westzypern. Dort entwickelte sich ein ausgeprägter Fruchtbarkeitskult, der die Kunst und das religiöse Leben der Epoche stark prägte. Im Vergleich zur vorangegangenen Jungsteinzeit wuchsen die Dörfer, die Keramik wurde feiner und farbiger bemalt, und kunsthandwerkliche Erzeugnisse erreichten ein neues Niveau.

Warum ist Kupfer für Zypern so wichtig?

In der Kupfersteinzeit wurde auf Zypern erstmals Kupfer entdeckt und bearbeitet – ein Rohstoff, der die Geschichte der Insel über Jahrtausende bestimmen sollte. Zypern verfügte über reiche Erzvorkommen, vor allem am Rand des Troodos-Gebirges, und stieg im Lauf der folgenden Epochen zu einem der bedeutendsten Kupferlieferanten des östlichen Mittelmeerraums auf.

So eng ist die Insel mit dem Metall verbunden, dass sie ihm vermutlich sogar ihren Namen verdankt: Das lateinische Wort für Kupfer lautet cuprum, abgeleitet vom griechischen Inselnamen Kýpros (Zypern). Kupfer galt seit der Antike schlicht als „das Erz aus Zypern“ – aes cyprium. Damit ist Zypern namensgebend für das Kupfer geworden, und der Beginn dieser Verbindung reicht bis in die Kupfersteinzeit zurück.

Wie lebten die Menschen in der Kupfersteinzeit?

Die Menschen lebten in festen Dorfsiedlungen, deren bekannteste Vertreter Erimi, Lemba und Kissonerga im Westen der Insel sind. Charakteristisch waren runde Häuser mit Lehm- oder Steinfundamenten, in denen Wohnen, Vorratshaltung und Handwerk eng beieinander lagen. Die Bewohner betrieben Ackerbau und Viehzucht, stellten bemalte Keramik her und tauschten Güter mit benachbarten Gemeinschaften.

Berühmt ist die Epoche vor allem für ihre Fruchtbarkeitsfiguren aus Picrolith, einem weichen, blaugrünen Gestein, das sich gut bearbeiten ließ. Diese stilisierten Idole stellen meist Frauen in hockender Haltung mit ausgebreiteten Armen dar und wurden oft als Anhänger getragen. Sie gelten als Ausdruck des erwähnten Fruchtbarkeitskults und zählen zu den eindrucksvollsten Zeugnissen prähistorischer Kunst auf Zypern.

Repliken des Idols von Pomos

Repliken des Idols von Pomos

Welche Spuren blieben aus dieser Zeit?

Die Kupfersteinzeit hat auf Zypern zahlreiche Funde hinterlassen, die heute ein lebendiges Bild der Epoche zeichnen. Dazu gehören die Picrolith-Idole – allen voran das vielfach abgebildete Idol von Pomos, dessen kreuzförmige Gestalt zu einem Wahrzeichen prähistorischer Inselkunst wurde – sowie bemalte Keramik, Werkzeuge und die Grundrisse runder Wohnhäuser.

Die Siedlung von Lemba ist besonders eindrücklich: Hier wurde ein Teil eines kupfersteinzeitlichen Dorfes rekonstruiert, sodass Besucher die runden Hütten und das Alltagsleben jener Zeit nachvollziehen können. Funde aus Erimi und Kissonerga sind zudem in den archäologischen Museen der Insel zu sehen. Wer sich für diese frühe Vergangenheit interessiert, findet entsprechende Stätten unter Zyperns Reisezielen.

Wie ging es nach der Kupfersteinzeit weiter?

Gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. ging die Kupfersteinzeit allmählich in die Bronzezeit über. Aus der bloßen Verarbeitung von reinem Kupfer entwickelte sich die Herstellung von Bronze, einer härteren Legierung aus Kupfer und Zinn, die weit bessere Werkzeuge und Waffen ermöglichte.

Damit gewann Zyperns Kupferreichtum endgültig überregionale Bedeutung: Die Insel wurde zu einem Knotenpunkt des Handels im östlichen Mittelmeerraum. Die in der Kupfersteinzeit begonnene Beziehung zwischen Mensch und Metall setzte sich somit fort und legte den Grundstein für den wirtschaftlichen Aufstieg, der die folgenden Epochen prägen sollte. Einen Überblick über alle Epochen bietet unsere Seite zur Geschichte Zyperns.

Häufige Fragen zur Kupfersteinzeit auf Zypern

Was bedeutet Chalkolithikum?

Chalkolithikum ist der Fachbegriff für die Kupfersteinzeit. Er setzt sich aus den griechischen Wörtern chalkós („Kupfer“) und líthos („Stein“) zusammen und beschreibt die Übergangszeit, in der Stein- und Kupferwerkzeuge nebeneinander verwendet wurden.

Warum heißt Zypern wie das Kupfer?

Das lateinische Wort für Kupfer, cuprum, leitet sich vom griechischen Inselnamen Kýpros ab. Kupfer galt in der Antike als „das Erz aus Zypern“, weil die Insel ein bedeutender Lieferant des Metalls war. Diese Verbindung begann in der Kupfersteinzeit.

Was sind die Idole aus Picrolith?

Picrolith-Idole sind kleine, stilisierte Fruchtbarkeitsfiguren aus blaugrünem Gestein. Sie zeigen meist Frauengestalten und wurden häufig als Anhänger getragen. Das bekannteste Beispiel ist das Idol von Pomos.

Wo kann man Spuren der Kupfersteinzeit auf Zypern sehen?

Funde stammen vor allem aus den westzyprischen Siedlungen Erimi, Lemba und Kissonerga. Bei Lemba wurde ein Teil eines kupfersteinzeitlichen Dorfes rekonstruiert, und die Idole sind in archäologischen Museen der Insel ausgestellt.

Mehr zur Geschichte Zyperns
Vertiefe die Epochen der Insel: vom Überblick zur Geschichte Zyperns über die vorangegangene Jungsteinzeit bis zur anschließenden Bronzezeit. Wo sich die antiken Spuren heute besichtigen lassen, zeigt unsere Übersicht der Reiseziele auf Zypern.