EU-Beitritt
Am 1. Mai 2004 trat die Republik Zypern der Europäischen Union bei – als geteilte Insel. EU-Recht gilt seither nur im griechisch geprägten Süden, im türkisch besetzten Norden ist es bis zu einer Lösung der Teilung ausgesetzt. Am 1. Januar 2008 löste der Euro das Zypern-Pfund als Währung ab. Für Reisende brachte das spürbare Erleichterungen.
| Beitritt zur EU | 1. Mai 2004 |
| Beitretender Staat | Republik Zypern |
| Vorherige Epoche | EU-Beitrittsverhandlungen |
| Euro-Einführung | 1. Januar 2008 |
| Prägende Themen | EU-Mitgliedschaft, fortbestehende Teilung, Wirtschaft & Tourismus |
| Spuren heute | Euro als Währung, EU-Freizügigkeit im Süden |
Wann trat Zypern der EU bei?
Die Republik Zypern trat am 1. Mai 2004 der Europäischen Union bei. Damit gehörte die Insel zur sogenannten Osterweiterung, bei der die EU gleichzeitig von 15 auf 25 Mitgliedstaaten anwuchs. Vorausgegangen waren mehrjährige EU-Beitrittsverhandlungen, in denen die Insel ihre Gesetze, Wirtschaft und Verwaltung an die Standards der Union anpasste.
Der Beitritt war für das Land ein bedeutender Schritt: Zypern wurde zum vollwertigen Mitglied einer Gemeinschaft mit gemeinsamem Binnenmarkt, gemeinsamen Rechtsstandards und politischer Mitsprache in Brüssel. Wirtschaftlich knüpfte die Insel damit noch enger an den europäischen Kontinent an, von dem sie geografisch im östlichen Mittelmeer weit entfernt liegt.
Was bedeutete der Beitritt für die geteilte Insel?
Zypern trat der EU als geteilte Insel bei. Seit den Ereignissen des Jahres 1974 ist das Land faktisch in zwei Teile gespalten: einen griechisch geprägten Süden, in dem die international anerkannte Republik Zypern regiert, und einen türkisch geprägten Norden. Mehr zu den Hintergründen dieser Teilung lesen Sie auf unserer Seite zur türkischen Besetzung Nordzyperns.
Rechtlich trat die gesamte Insel der EU bei, denn die Republik Zypern beansprucht das gesamte Staatsgebiet. In der Praxis gilt das EU-Recht jedoch nur in den Gebieten, die unter der tatsächlichen Kontrolle der Regierung in Nikosia stehen – also im Süden. In den nördlichen Landesteilen, die sich der Kontrolle der Republik entziehen, ist die Anwendung des EU-Rechts bis zu einer Lösung der Teilung ausgesetzt.
Geplant war ursprünglich der Beitritt einer ungeteilten Insel. EU-Vertreter hatten bis zuletzt auf eine Wiedervereinigung hingearbeitet, doch eine politische Lösung kam vor dem Beitrittstermin nicht zustande. So wurde Zypern zwar formal als ganzes Land Mitglied, faktisch profitiert aber bis heute vor allem der Süden von den Rechten und Pflichten der Mitgliedschaft.
Wann wurde der Euro eingeführt?
Am 1. Januar 2008 führte die Republik Zypern den Euro als offizielle Währung ein und löste damit das bisherige Zypern-Pfund ab. Die Insel wurde so Teil der Eurozone, des gemeinsamen Währungsraums der EU. Voraussetzung dafür waren die Erfüllung der wirtschaftlichen Stabilitätskriterien und ein fester Umrechnungskurs, zu dem die alte Währung in Euro getauscht wurde.
Die Euro-Einführung galt als logische Fortsetzung der EU-Mitgliedschaft und vertiefte die wirtschaftliche Einbindung der Insel. Für Handel, Banken und vor allem den Tourismus bedeutete die gemeinsame Währung eine deutliche Vereinfachung, da Wechselkurse und Umtauschgebühren im Verkehr mit anderen Euro-Ländern entfielen.
Was änderte sich für Reisende?
Für Urlauberinnen und Urlauber aus Deutschland und anderen EU-Ländern brachten Beitritt und Euro-Einführung mehrere spürbare Erleichterungen. Seit dem Beitritt 2004 gilt im Süden die EU-Freizügigkeit: Bürgerinnen und Bürger der Union können mit Personalausweis einreisen und sich frei bewegen. Seit 2008 wird mit dem Euro bezahlt, sodass kein Geldwechsel mehr nötig ist und Preise unmittelbar vergleichbar sind.
Auch sonst gelten im Süden viele vertraute EU-Standards, etwa bei Verbraucherschutz und Reiserechten. Wer die zahlreichen Reiseziele auf Zypern erkunden möchte, profitiert so von einem unkomplizierten Aufenthalt. Beim Übertritt in den Norden sollten Reisende sich jedoch über die geltenden Regelungen informieren, da dort eigene Bestimmungen gelten.
Wie ist die Lage heute?
Zypern ist bis heute Mitglied der Europäischen Union und Teil der Eurozone. Die Mitgliedschaft hat die wirtschaftliche Entwicklung geprägt: Der Süden ist eng in den europäischen Binnenmarkt eingebunden, und der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Insel. Die EU-Mitgliedschaft trug dazu bei, Zypern als Reiseziel weiter zu etablieren und die Infrastruktur auszubauen.
Zugleich bleibt die Teilung der Insel bestehen. Eine umfassende politische Lösung, die EU-Recht auch im Norden in Kraft setzen würde, steht weiterhin aus. Damit ist Zypern bis heute ein EU-Mitglied mit einer offenen Frage: Die europäische Einbindung des Südens und die ungelöste Teilung prägen die jüngere Geschichte der Insel gleichermaßen. Wie es zu dieser Konstellation kam, zeigt der Überblick über die gesamte Geschichte Zyperns.
Häufige Fragen zum EU-Beitritt Zyperns
Wann trat Zypern der EU bei?
Die Republik Zypern trat am 1. Mai 2004 der Europäischen Union bei, im Rahmen der großen Osterweiterung der Union.
Gilt das EU-Recht auf der ganzen Insel?
Formal trat die gesamte Insel bei, doch in der Praxis gilt das EU-Recht nur im Süden. Im türkisch besetzten Norden ist seine Anwendung bis zu einer Lösung der Teilung ausgesetzt.
Seit wann zahlt man auf Zypern mit dem Euro?
Die Republik Zypern führte den Euro am 1. Januar 2008 ein und löste damit das Zypern-Pfund ab. Seither ist die Insel Teil der Eurozone.
Was bedeutet die EU-Mitgliedschaft für Reisende?
EU-Bürger genießen im Süden Freizügigkeit und können mit Personalausweis einreisen. Bezahlt wird mit dem Euro, sodass kein Geldwechsel nötig ist.
Vertiefen Sie das Thema in unserem Überblick zur Geschichte Zyperns und zu den vorangegangenen EU-Beitrittsverhandlungen. Wie die Insel geteilt wurde, erklärt die Seite zur türkischen Besetzung. Planen Sie Ihre Reise mit unserer Übersicht der Reiseziele auf Zypern.












