Geschichte
Zyperns Geschichte reicht über 10.000 Jahre zurück – von den ersten Siedlern der Steinzeit über die kupferreiche Bronzezeit, griechische Besiedlung, Römer und Byzanz bis zu Kreuzfahrern, Venezianern, Osmanen und britischer Verwaltung. 1960 wurde die Insel unabhängig, seit 1974 ist sie geteilt. Diese bewegte Vergangenheit hat überall auf Zypern sichtbare Spuren hinterlassen.
| Älteste Siedlungen | ca. 8200 v. Chr. (Jungsteinzeit) |
| Prägende Ressource | Kupfer – gab der Insel ihren Namen |
| Griechische Besiedlung | ab ca. 1400 v. Chr. (Achäer) |
| Große Herrscher | Ptolemäer, Römer, Byzanz, Lusignan, Venedig, Osmanen, Briten |
| Unabhängigkeit | 1960 |
| Teilung | seit 1974 |
| EU-Beitritt | 1. Mai 2004 |
Welche Epochen prägten Zyperns Geschichte?
Kaum eine Mittelmeerinsel hat in ihrer Geschichte so viele Herren erlebt wie Zypern. Durch ihre Lage zwischen Europa, Kleinasien und dem Orient war die Insel über Jahrtausende ein Knotenpunkt von Handel, Kultur und Macht – und damit immer wieder Ziel fremder Eroberer. Auf die ersten Siedler der Steinzeit folgten die kupferreiche Bronzezeit, griechische Einwanderer, Assyrer, Ägypter und Perser, die Ptolemäer, das Römische Reich, Byzanz, die Kreuzfahrer-Dynastie der Lusignan, die Republik Venedig, das Osmanische Reich und schließlich die britische Verwaltung. 1960 wurde Zypern unabhängig, seit 1974 ist die Insel geteilt. Jede dieser Epochen hat Bauten, Kunstwerke und Traditionen hinterlassen, die das heutige Zypern prägen.
Wie begann die Besiedlung Zyperns?
Die ältesten bekannten Siedlungen auf Zypern stammen aus der Zeit zwischen 8200 und 3900 v. Chr. – die Insel zählt damit zu den frühesten besiedelten Regionen des Mittelmeerraums. Um 3000 v. Chr. belegen Schmuckfunde den Handel mit der kretisch-minoischen Kultur. In dieser Phase wurden die reichen Kupfervorkommen der Insel zum entscheidenden Faktor: Sie brachten Wohlstand und enge Handelsbeziehungen zum Nahen Osten, nach Ägypten und zu den Inseln der Ägäis. Das Kupfer gab Zypern vermutlich sogar seinen Namen – das lateinische cuprum ist mit der Insel verbunden.
In der Bronzezeit entwickelte sich Zypern zu einem bedeutenden Zentrum des Metallhandels. Um 1500 v. Chr. drangen die Ägypter auf die Insel vor, und ab etwa 1400 v. Chr. siedelten sich Achäer vom griechischen Festland an. Weitere Einwanderungswellen dorischer Stämme und griechischer Siedler aus Kleinasien folgten – seither wurden die griechische Sprache und Kultur auf Zypern bestimmend und prägen die Insel bis heute.
Welche Großmächte herrschten über Zypern?
Ab etwa 1050 v. Chr. begann eine lange Geschichte wechselnder Fremdherrschaft. Nacheinander beherrschten Assyrer, Ägypter und schließlich die Perser die Insel. Nach dem Tod Alexanders des Großen, der mit der Zerschlagung des Perserreiches auch Herr über Zypern geworden war, kam die Insel um 300 v. Chr. unter die Herrschaft der Ptolemäer und wurde ägyptische Provinz – eine Zeit kulturellen Aufschwungs.
Römer und Byzanz
58 v. Chr. wurde Zypern Teil des Römischen Reiches. Die Insel war wohlhabend und entwickelte sich später zu einem frühen Zentrum des Christentums. Mit der Teilung des Römischen Reiches fiel Zypern 330 n. Chr. an Byzanz. In der Zeit der byzantinischen Herrschaft griffen arabische Flotten die Insel immer wieder an, konnten aber zurückgeschlagen werden; danach folgte eine vergleichsweise ruhige Periode.
Kreuzfahrer und Lusignan
1191 eroberte Richard Löwenherz die Insel im Zuge der Kreuzzüge. Kurz darauf erwarb der französische Ritter Guy de Lusignan Zypern. Unter der Dynastie der Lusignan stieg der Wohlstand der Insel, und es entstanden zahlreiche prächtige gotische Kirchen, die bis heute zu sehen sind.
Venedig und Osmanen
Nach dem Tod der letzten Lusignan-Königin fiel Zypern 1489 an die Republik Venedig. Als Bollwerk gegen die aufstrebende türkische Großmacht bauten die Venezianer in der venezianischen Herrschaft die vorhandenen Festungen mächtig aus. 1570 griffen die Osmanen die Insel überraschend an. Nach zehn Monaten standhaften Widerstands musste die Festung von Famagusta kapitulieren, und es begann die fast drei Jahrhunderte währende osmanische Herrschaft.
Britische Verwaltung
Mit dem Niedergang ihrer Macht überließen die Osmanen Zypern 1878 in einem Pachtvertrag Großbritannien. 1925 wurde die Insel zur britischen Kronkolonie erklärt. In der Zeit der britischen Verwaltung wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg der Wunsch nach Selbstbestimmung, und ab 1955 verstärkten sich die Bewegungen für eine Vereinigung mit Griechenland.
Wie wurde Zypern unabhängig und warum ist es geteilt?
1960 erlangte Zypern durch Verträge der Großmächte seine Unabhängigkeit. Mit der Unabhängigkeitserklärung wurde Erzbischof Makarios zum ersten Staatspräsidenten gewählt; die Regierung setzte sich aus griechischen und türkischen Zyprioten zusammen. Schon bald kam es jedoch zu Spannungen zwischen beiden Bevölkerungsgruppen. 1963 verschärfte sich die Lage so weit, dass die Vereinten Nationen Friedenstruppen auf die Insel entsandten.
1974 putschten Kräfte, die einen Anschluss an Griechenland anstrebten, gegen Präsident Makarios, der ins Ausland floh. Die Türkei nahm den Umsturz zum Anlass, einen großen Teil der Insel militärisch zu besetzen. Seither ist Zypern entlang einer Pufferzone geteilt; die Hintergründe schildert unsere Seite zur türkischen Besetzung. 1983 erklärten die türkischen Zyprioten den Norden der Insel zur „Türkischen Republik Nordzypern“, die bis heute völkerrechtlich nur von der Türkei anerkannt wird.
In den folgenden Jahrzehnten gab es mehrere Verhandlungsanläufe zur Wiedervereinigung. 2004 scheiterte der vom UNO-Generalsekretär vorgelegte Annan-Plan an einem Nein der griechischen Zyprioten; am 1. Mai desselben Jahres wurde die Republik Zypern Mitglied der Europäischen Union. 2008 wurde mit der Ledra-Straße in Nikosia ein zentraler Grenzübergang in der Altstadt geöffnet. Eine dauerhafte politische Lösung der Teilung steht bis heute aus.
Wo sieht man Zyperns Geschichte heute?
Kaum eine Reise über die Insel kommt an ihrer Vergangenheit vorbei – die Epochen sind buchstäblich in Stein gemeißelt. Die griechisch-römische Antike erlebt man in den Mosaiken und Königsgräbern von Páfos, die zum UNESCO-Welterbe zählen. Aus der byzantinischen Zeit stammen die bemalten Scheunendachkirchen im Troodos-Gebirge, ebenfalls UNESCO-geschützt. Die Lusignan hinterließen gotische Kathedralen, die Venezianer ihre mächtigen Stadtmauern – etwa rund um die Altstadt von Nikosia. Auch die osmanische und die britische Zeit prägen Stadtbilder, Moscheen und Verwaltungsbauten. Wer auf Zyperns Spuren der Geschichte wandeln möchte, findet in unserer Übersicht der Reiseziele auf Zypern die passenden Ausgangspunkte für jede Epoche.
Häufige Fragen zu Zyperns Geschichte
Wie alt ist die Besiedlung Zyperns?
Die ältesten bekannten Siedlungen stammen aus der Zeit zwischen 8200 und 3900 v. Chr. Zypern gehört damit zu den am frühesten besiedelten Regionen des Mittelmeerraums.
Warum war Kupfer für Zypern so wichtig?
Die reichen Kupfervorkommen brachten der Insel schon in der Bronzezeit Wohlstand und Handelsbeziehungen zu Ägypten, dem Nahen Osten und der Ägäis. Das Metall ist eng mit dem Namen der Insel verbunden.
Seit wann ist Zypern geteilt?
Die Insel ist seit 1974 geteilt, als die Türkei nach einem Putsch einen großen Teil Zyperns besetzte. 1983 wurde der Norden als „Türkische Republik Nordzypern“ ausgerufen, die international nur von der Türkei anerkannt wird.
Wann wurde Zypern Mitglied der Europäischen Union?
Die Republik Zypern trat der EU am 1. Mai 2004 bei. Wenige Tage zuvor war der Annan-Plan zur Wiedervereinigung gescheitert.
Tauche tiefer ein in die einzelnen Zeitalter – von der Bronzezeit über die römische und byzantinische Epoche bis zur osmanischen und britischen Zeit. Anschließend findest du in unseren Reisezielen die Orte, an denen diese Geschichte lebendig wird.














