Essen
Die zyprische Küche ist eine genussvolle Mischung aus griechischen, türkischen, levantinischen und mediterranen Einflüssen – frisch, herzhaft und reich an Olivenöl, Kräutern und Gemüse. Wer einen ersten Eindruck gewinnen will, bestellt ein Meze: eine Abfolge von bis zu zwanzig kleinen Gerichten. Unbedingt probieren sollte man Halloumi, gegrilltes Fleisch und süße Loukmades.
Auf einen Blick
- Stil: mediterran-orientalisch, mit griechischen, türkischen und levantinischen Wurzeln
- Must-try: Meze, gegrillter Halloumi, Souvla, Sheftalia, Stifado, Kleftiko
- Vorspeisen: Tzatziki, Tahini, Oliven, gefüllte Weinblätter
- Süßes: Loukmades, Loukoumi, in Sirup eingelegte Früchte (Glyko)
- Getränke: Commandaria-Wein, Zivania, zyprischer Kaffee, Keo-Bier
- Tipp: ein Meze ist ideal, um sich durch die ganze Vielfalt zu probieren
Was ist typisch für die zyprische Küche?
Wer die Küche Griechenlands und der Türkei mag und ein Faible für die Aromen des Nahen Ostens hat, wird Zypern lieben. Über Jahrhunderte haben hier griechische, türkische, levantinische, venezianische und sogar britische Einflüsse eine eigenständige, abwechslungsreiche Inselküche geformt. Im Mittelpunkt stehen frische, saisonale Zutaten: sonnengereiftes Gemüse, Olivenöl, Zitronen, Kräuter wie Minze und Koriander, Hülsenfrüchte sowie Fleisch vom Grill und Fisch aus dem Mittelmeer.
Essen ist auf Zypern vor allem ein geselliges Ereignis, für das man sich Zeit nimmt. Mahlzeiten ziehen sich über Stunden, werden geteilt und mit Familie und Freunden zelebriert. Wer die Küche kennenlernen möchte, sollte sich auf dieses langsame, kommunikative Genießen einlassen – am besten in einer traditionellen Taverna.
Was ist ein Meze?
Das Meze ist die zyprische Variante des Buffets und der beste Einstieg in die Inselküche. Statt eines einzelnen Hauptgerichts kommen nach und nach bis zu zwanzig oder mehr kleine Speisen auf den Tisch, von denen sich alle bedienen. So probiert man sich quer durch die Vielfalt der Küche. Viele Tavernen bieten wahlweise ein Fisch-Meze oder ein Fleisch-Meze an, manche auch eine gemischte Variante.
Den Auftakt bilden meist Brot, Oliven und Dips wie Tzatziki (Joghurt mit Gurke und Knoblauch) und Tahini aus Sesampaste, Knoblauch und Zitronensaft. Es folgen Salate, Schafskäse (Feta), gefüllte Weinblätter und natürlich Halloumi, bevor die warmen Fleisch- und Fischgerichte serviert werden. Planen Sie für ein echtes Meze reichlich Zeit und Appetit ein.
Welche Gerichte sollte man unbedingt probieren?
Das Herzstück der Inselküche ist Halloumi, ein fester Käse aus Kuh-, Ziegen- und Schafsmilch, traditionell mit Minze verfeinert. Sein Clou: Er schmilzt beim Erhitzen nicht, sondern lässt sich hervorragend grillen oder braten und entfaltet dabei sein volles Aroma.
Beim Fleisch dominiert der Grill. Probieren sollte man Souvla (große, langsam über Holzkohle gegarte Fleischstücke am Spieß), Sheftalia (würzige Bratwürstchen aus Hackfleisch), Stifado (in Würzessig geschmortes Rind- oder Kaninchenfleisch mit Zwiebeln) und Kleftiko (stundenlang im Ofen gegartes Lamm, das vom Knochen fällt). Typisch sind außerdem Afelia (Schweinefleisch in Rotwein und Koriander), Lounza (geräucherter Schweinerücken) sowie Koupepia/Dolmades (gefüllte Weinblätter). Vom Meer kommen rote Meerbarben, Kalamares und frischer Fisch. Dazu passen gegrilltes Gemüse, Kartoffeln und frisches Brot.
Welche regionalen und saisonalen Spezialitäten gibt es?
Neben den Grill-Klassikern lohnt der Blick auf herzhafte Hausmannskost. Typisch sind Koupes (knusprige Bulgur-Röllchen mit würziger Fleischfüllung), Makaronia tou fournou (überbackener Nudelauflauf, der zyprischen Variante der Pastitsio), Tava (im Tontopf geschmortes Fleisch mit Kümmel und Zwiebeln) sowie deftige Eintöpfe mit Louvi (Schwarzaugenbohnen) oder Kolokasi (einer Wurzelknolle). Als Beilage dient häufig Pourgouri, ein Bulgur-Pilaw.
Vieles ist saisonal und an Feste gebunden: Zu Ostern werden die herzhaften Käse-Eier-Gebäcke Flaounes gebacken, im Winter wärmt die fermentierte Getreidesuppe Trahanas. Im Frühling kommen wilde Kräuter und junges Gemüse auf den Tisch, im Sommer sonnengereifte Tomaten und Melonen, im Herbst Trauben und Feigen. Wer auf dem Wochenmarkt einkauft, schmeckt diese Saisonalität am deutlichsten.
Was isst man zum Frühstück und für zwischendurch?
Das traditionelle Frühstück ist einfach und herzhaft: frisches Dorfbrot, Halloumi, Oliven, Tomaten, Gurken, ein gekochtes Ei und dazu Obst – begleitet von zyprischem Kaffee. In den Hotels gibt es daneben das übliche internationale Buffet.
Für zwischendurch lohnt der Gang zum Imbiss oder zur Bäckerei: Ein Souvlaki oder Sheftalia im Pitabrot mit Salat und Tzatziki sättigt unterwegs, dazu locken Käse- und Spinatteigtaschen (Tyropita und Spanakopita), die erwähnten Koupes sowie frisch gepresster Orangensaft. An heißen Tagen erfrischt ein eisgekühlter Frappé. So lässt sich die Inselküche auch in kleinen Portionen über den ganzen Tag verteilt genießen.
Was gibt es Süßes auf Zypern?
Die zyprische Nascherei ist süß und oft uralt. Klassiker sind Loukmades – frittierte Teigbällchen, die in Honig- oder Zuckersirup getaucht werden – sowie Loukoumi, die zyprische Variante von „Turkish Delight“, besonders bekannt aus dem Dorf Geroskipou. Dazu kommen Glyko (in Sirup eingelegte Früchte), Soutzoukos (in eingedicktem Traubensaft getauchte Mandelketten) und Pastelli aus Johannisbrotsirup. Beliebt sind außerdem cremige Desserts wie Mahalepi, ein kühler Pudding mit Rosenwasser, und Galaktoboureko, eine in Sirup getränkte Grießcreme im knusprigen Filoteig. Viele dieser Süßspeisen gehen auf osmanische und levantinische Wurzeln zurück und werden gern zu Kaffee oder einem Gläschen Zivania gereicht. Den krönenden Abschluss bildet oft eine Platte mit frischem, sonnengereiftem Obst, das die Insel dank ihres milden Klimas im Überfluss hervorbringt.
Was trinkt man auf Zypern?
Zypern blickt auf eine jahrtausendealte Weinkultur zurück. Berühmtester Tropfen ist der süße Dessertwein Commandaria, einer der ältesten benannten Weine der Welt. Daneben keltern zahlreiche kleine Weingüter in den Weindörfern (Krasochoria) rund um Omodos kräftige Rot- und frische Weißweine. Hochprozentig wird es mit Zivania, einem klaren Traubenbrand. Alkoholfrei genießt man den starken, ungefilterten zyprischen Kaffee, der in einem kleinen Kupferkännchen zubereitet wird – auf Wunsch ohne Zucker (sketo), mittelsüß (metrio) oder süß (glykys); den Satz lässt man im Tässchen zurück. Dazu gibt es einheimische Biere wie Keo und Leon sowie frisch gepresste Säfte. Welche kulinarischen Spezialitäten sich als Mitbringsel eignen, lesen Sie auf unserer Seite zum Einkaufen auf Zypern.
Wo und wann isst man am besten?
Am authentischsten speist man in einer traditionellen Taverna, oft familiengeführt und mit Tischen unter Weinlauben. Besonders gut – und meist günstiger – isst man in den Bergdörfern abseits der Touristenzentren, wo viele Zutaten aus eigenem Anbau stammen. Gegessen wird, mediterran-typisch, eher spät: Das Abendessen beginnt selten vor 20 Uhr und zieht sich entspannt in die Nacht.
Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten, denn viele Meze-Bestandteile – Dips, Salate, Hülsenfrüchte, Halloumi und gegrilltes Gemüse – sind fleischlos. Wer regionale Produkte kaufen möchte, wird auf den Wochenmärkten fündig. Welche Reisezeit die angenehmste für lange Abende im Freien ist, zeigt unsere Seite zur besten Reisezeit für Zypern. Offizielle Tipps rund um die Inselküche bietet zudem die Tourismusbehörde der Republik Zypern.
Praktische Tipps für den Restaurantbesuch
Ein Meze wird in der Regel zu einem festen Preis pro Person angeboten und lohnt sich erst ab zwei Personen – allein schafft man die Fülle der Gänge kaum. Beliebte Tavernen sind in der Hauptsaison abends gut besucht, eine Reservierung ist dann ratsam. Die Atmosphäre ist fast überall leger; festliche Kleidung braucht es nicht, und Kinder sind herzlich willkommen.
Beim Trinkgeld sind etwa fünf bis zehn Prozent üblich, sofern keine Servicepauschale auf der Rechnung steht. Leitungswasser ist meist unbedenklich, viele Gäste bestellen aber Flaschenwasser. Wer abseits der Touristenmeilen isst, findet oft die ehrlichste Küche zu fairen Preisen – ein gutes Zeichen ist, wenn auch Einheimische am Tisch sitzen.
Häufige Fragen zur zyprischen Küche
Was muss man auf Zypern unbedingt essen?
Ganz oben stehen ein Meze, gegrillter Halloumi sowie Fleisch vom Grill wie Souvla, Sheftalia und Kleftiko. Zum Abschluss lohnen sich süße Loukmades und ein Glas Commandaria.
Was ist der Unterschied zwischen Meze und einzelnen Gerichten?
Beim Meze kommen viele kleine Speisen nach und nach auf den Tisch, sodass man die ganze Bandbreite probiert. Alle Gerichte gibt es aber auch einzeln zu bestellen, wenn man gezielt Appetit auf eine Spezialität hat.
Ist die zyprische Küche für Vegetarier geeignet?
Ja. Viele Vorspeisen und Meze-Bestandteile wie Tzatziki, Tahini, Salate, gefüllte Weinblätter, Hülsenfrüchte und gegrillter Halloumi sind fleischlos – ein vegetarisches Meze ist gut machbar.
Wie spät isst man auf Zypern zu Abend?
Eher spät: Das Abendessen beginnt häufig erst gegen 20 oder 21 Uhr. In Tavernen lässt man sich Zeit, denn Essen ist auf Zypern ein geselliges Ereignis.
Was kostet ein Meze?
Das Meze wird meist zu einem festen Preis pro Person berechnet und ist angesichts der vielen Gänge ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die genauen Preise unterscheiden sich je nach Taverne und danach, ob es sich um ein Fleisch-, Fisch- oder gemischtes Meze handelt.
Bekommt man auf Zypern auch internationale Küche?
Ja. Gerade in den Urlaubsorten und größeren Städten gibt es neben Tavernen auch italienische, asiatische und internationale Restaurants sowie – ein britisches Erbe – zahlreiche Pubs. Wer die Insel kulinarisch kennenlernen möchte, bleibt aber am besten bei der einheimischen Küche.
Häufige Fragen zum Essen auf Zypern
Was ist typisch für die zypriotische Küche?
Charakteristisch sind die Meze-Tradition mit vielen kleinen Gerichten, der gegrillte Halloumi-Käse sowie herzhafte Fleisch- und Gemüsespeisen mit mediterranen Kräutern.
Was versteht man unter einem Meze?
Ein Meze ist eine Abfolge zahlreicher kleiner Gerichte, die nacheinander serviert und am Tisch geteilt werden – von Dips über gegrillten Halloumi bis zu Fleisch und Fisch.
Welche Hauptgerichte sind auf Zypern bekannt?
Beliebt sind Souvlaki, die Bratwürstchen Sheftalia, das im Ofen gegarte Lamm Kléftiko sowie der Schmortopf Stifado.
Ist die zypriotische Küche vegetarierfreundlich?
Ja, dank vieler Gemüse-, Hülsenfrucht- und Käsegerichte sowie zahlreicher Meze-Beilagen finden sich reichlich fleischlose Optionen.
