Zypern Übersicht - Resieziele, Sehenswürdigkeiten und Städte auf Zypern


Agía Nápa - Einwohner: ca. 2.500, Höhe: Meereshöhe (Agía = heilig und Nápa = Waldland) – an diese einstige Bedeutung des Ortes erinnern nur noch der Name und ein Kloster. Der Legende nach verfolgten hier ein Jäger und sein Hund einen Wildhasen, der aber plötzlich in einer Höhle verschwand. Dort spürte der Jäger nicht nur den Hasen, sondern auch eine lichtumflutete Ikone der Jungfrau Maria auf, die wie viele andere Ikonen hier vermutlich zur Zeit des Bildersturms versteckt wurde. Das war der Anlass zur Gründung des Klosters von Agía Nápa. Die Kirche ist mitten im Dorf geblieben, mehr aber nicht, denn das ehemalige Fischerdorf ist heute nicht nur umtriebiges touristisches Zentrum, sondern auch – so sagen zumindest Insider – die Nummer 1 der europäischen Party-Ferienorte noch vor Ibiza.
 
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Lárnaka - ca. 70.000 Einwohner, Höhenlage: Meereshöhe„Ich werde niemals den ersten Eindruck vergessen, den ich von der Stadt Lárnaka, meinem zukünftigen amtlichen Wohnsitz empfing, als das Schiff langsam dem Ankerplatz zudampfte. Es wurde etwa eine englische Meile von der Küste der Anker ausgeworfen, weil sich daselbst kein Hafen, sondern nur eine offene Bucht befand. In dieser Entfernung sah die Stadt just wie ein Bild der Zerstörung aus: kein Lebenszeichen, keine Vegetation sichtbar, mit Ausnahme einiger einsamer Palmbäume, deren lange Blätter gleichsam trauernd herabhingen. In der Tat war mein erster Gedanke, an Bord zu bleiben und nicht auf einer so verlassen erscheinenden Insel zu landen ...“ schrieb 1870 Luigi Palma di Cesnola über seinen ersten Eindruck von Lárnaka.

Es ist noch nicht solange her, dass die fremden Besucher gar nicht gerne und freiwillig nach Lárnaka kamen: Als ungesund galt das Klima, als langweilig das Leben und nicht wenige von ihnen starben während ihres Aufenthalts auf Zypern, damals grassierte noch die Malaria auf der Insel. Tatsächlich vermutet man, der Name käme vom griechischen Wort larnax, was „Sarkophag“ bedeutet – man hat tatsächlich viele Gräber des ehemaligen Kition hier in der Gegend gefunden. Doch Lästermäuler behaupten, der Name beziehe sich auf den Ort selbst, der wirklich wie ein Grab wäre.
 
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Limassol (Lemesós) - Einwohner: ca. 156.000, Höhenlage: MeereshöheLimassol, nach Nikosía die zweitgrößte Stadt und wichtigstes Touristenzentrum der Insel, liegt kaum eine Autostunde südlich des Tróodos-Gebirges. Seit türkische Truppen 1974 den Nordteil Zyperns besetzten, hat sich die Südküste jedoch stark verändert – und nicht immer zu ihrem Besten.

Limassol ist heute doppelt so groß wie vor der türkischen Invasion und gleicht in seinem Außenbezirk einer zusammengewürfelten Ansammlung von Betonklötzen und Bürohäusern. Nach der Teilung der Insel hat sich Limassol zu einem der wichtigsten Touristenzentren und zum bedeutendsten Hafen des Südens entwickelt. Viele Flüchtlinge aus dem nun türkisch besetzten Teil fanden in Limassol eine neue Heimat. Der Bürgerkrieg im nahen Libanon ließ viele Libanesen nach Limassol fliehen, wo sie Häuser und Appartements kauften. Ebenso schufen sich viele libanesische Firmen ein zweites Standbein, indem sie dort eine Filiale eröffneten. Am meisten fallen aber im Stadtbild die vielen Russen auf – seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben sich hier viele neureiche, russische Geschäftsleute niedergelassen, deren Weste allerdings nicht immer ganz blütenweiß sein soll.

So abschreckend Limassol entlang der verbauten Küstenstraße auch aussehen mag – rund um das alte türkische Viertel und die Markthalle hat die Stadt durchaus Flair zu bieten.
 
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Páfos & PólisPólis (Einwohner: ca. 2.000, Höhenlage: Meereshöhe)
Noch zu Beginn der britischen Verwaltung gingen hier an der Küste Piraten und sogar Sklavenhändler ihren Geschäften nach und im Landesinneren sollen Räuber die Reisenden überfallen haben.
Ein britischer Kolonialbeamter bezeichnete 1879 die Einwohner von Pólis als einen Haufen Diebe und Halsabschneider. 1972 schrieb der britische Autor Colin Thubron: „Inmitten ernster Menschen schlenderte ich die Straßen entlang, gesäumt von verlassenen Ladengeschäften und Häusern mit kaputten Dächern ... Es war die einzige Stadt, die ich gesehen habe, in die sich die Eulen abends hineinwagten und von den Dächern riefen“.
 
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Nikosía / Lefkosía (Lefkosía = die weiß Aussehende)
Einwohnerzahl: ca. 196.000, Höhenlage: 165 m
Wenn man sich Nikosía von Süden her nähert, durchfährt man ausgedehnte Industriegebiete; dann beginnt ein riesiges Häusermeer. Die Bebauung scheint ungeordnet: Da gibt es Vorstadtviertel mit gepflegten Gärten und schmucken Villen, moderne und nüchterne Zweckbauten, Hochhäuser ohne jeden Reiz, aber auch alte Viertel mit viel Flair, vor allem innerhalb der Stadtmauern.

Seit der türkischen Invasion stieg auch die Bevölkerung von Nikosía stark an, aus dem verschlafenen Provinzstädtchen, dessen Einwohner einst voll Neid auf die modernen Metropolen Athen, Beirut und Alexandria blickten, wurde eine verkehrsreiche Metropole – zumindest mit zyprischen Maßstäben gemessen.

Nikosía ist schon seit der Zeit der Lusignans Hauptstadt der Insel. Die Stadt ist nicht nur Sitz der Regierung und der obersten Landesbehörden, sondern auch kulturelles Zentrum. Seit 1974 ist Nikosía geteilt: die Green Line verläuft quer durch das Stadtgebiet. Parallelen zum früheren Schicksal Berlins drängen sich auf, doch sind die trennenden Barrikaden längst nicht so perfekt und massiv, wie es die Berliner Mauer war. Alles wirkt etwas weniger brutal, vorläufiger, improvisierter, die mediterrane Variante zum preußischen Perfektionismus – äußerlich gesehen zumindest. Aber in Wirklichkeit ist sie noch tiefgreifender als die Berliner Mauer, denn zwischen den beiden Volksgruppen hüben und drüben bestehen so gut wie keine wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen. Allerdings lässt so manches hoffen. Zum Beispiel haben sich die Bürgermeister von Nikosia-Nord und -Süd auf eine Zusammenarbeit bei der Abwasserentsorgung und Stadtsanierung geeinigt. Aber jetzt gibt es neue Hoffnung!
 
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Tróodos-Gebirge - Durchmesser: ca 60 km, Höhe: bis zu 1.952 mWenn man von allen Gebieten über 300 Meter Höhe ausgeht, dann gehört ein Drittel Zyperns zum Tróodos-Gebirge, dessen Ausläufer im Nordwesten bis ans Meer zur Akámas-Halbinsel reichen.

Im Süden schwingt das Gebirge zur Küste hin sanft ab, während es im Norden zur Ebene hin steil abfällt und im Nordosten bis auf 24 Kilometer an Nikosía heran reicht. Im Grunde besteht Zypern bis auf wenige Randbezirke aus diesem Gebirge, das die gesamte Westhälfte der Insel dominiert. „Das Land, das wir durchquerten, ist äußerst malerisch, die Ebene geht allmählich in wunderbar grüne Hügel über, an die sich eine imposante Bergkette mit schneebedeckten Gipfeln anschließt“ schrieb Ali Bey im Jahr 1806. Die schwarzen Pinien sind wohl der Grund, warum das Tróodos- Gebirge gerne als „Schwarzwald des Mittelmeers“ bezeichnet wird.
Das „grüne Herz“ der Insel war schon bei den britischen Kolonialherren beliebt, die bis 1960 auf Zypern blieben. Seit den 1980er Jahren ist der Tourismus in der Bergregion wieder im Aufwind. Im Winter von Januar bis März können Urlauber sogar Ski fahren. Im Sommer kommen vor allem Kletterer und Wanderer und Botanikfreunde.
 
Tabelle für Entfernungen einzelner Städte Zyperns zueinander
tabelle_zypern_entfernungen