Quicknavigation: Berg Olympus | Tróodos-Gebirge Sehenswertes | Übersichtsplan Tróodos | Wanderwege im Tróodos | Myllomeri-Wasserfall | Scheunendachkirchen | Kloster Troodítissa | Kýkko-Kloster | Museum des Kýkko-Klosters | Kloster Machairás | Erzbischof Makarios III | Politik Makarios | Grabmal von Makarios | Ómodos | Panagía Chrysorogiatíssa | Kakopetriá | Umgebungsplan Tróodos

Tróodos-Gebirge - Durchmesser: ca 60 km, Höhe: bis zu 1.952 mWenn man von allen Gebieten über 300 Meter Höhe ausgeht, dann gehört ein Drittel Zyperns zum Tróodos-Gebirge, dessen Ausläufer im Nordwesten bis ans Meer zur Akámas-Halbinsel reichen.

Im Süden schwingt das Gebirge zur Küste hin sanft ab, während es im Norden zur Ebene hin steil abfällt und im Nordosten bis auf 24 Kilometer an Nikosía heran reicht. Im Grunde besteht Zypern bis auf wenige Randbezirke aus diesem Gebirge, das die gesamte Westhälfte der Insel dominiert. „Das Land, das wir durchquerten, ist äußerst malerisch, die Ebene geht allmählich in wunderbar grüne Hügel über, an die sich eine imposante Bergkette mit schneebedeckten Gipfeln anschließt“ schrieb Ali Bey im Jahr 1806. Die schwarzen Pinien sind wohl der Grund, warum das Tróodos- Gebirge gerne als „Schwarzwald des Mittelmeers“ bezeichnet wird.
Das „grüne Herz“ der Insel war schon bei den britischen Kolonialherren beliebt, die bis 1960 auf Zypern blieben. Seit den 1980er Jahren ist der Tourismus in der Bergregion wieder im Aufwind. Im Winter von Januar bis März können Urlauber sogar Ski fahren. Im Sommer kommen vor allem Kletterer und Wanderer und Botanikfreunde.

Das Tróodos-Gebirge, mit dem Berg Olympus (1.952 m) als höchste Erhebung, ist ein beliebtes Ausflugsgebiet der Zyprioten. Gerade in den Monaten Juli und August, wenn es in der Ebene sehr heiß ist, suchen die Menschen dort etwas Abkühlung, in den Abendstunden ist es dort oben erheblich kühler.
Im Winter schneit es des Öfteren, und sogar Skilifte sind vorhanden.
In den Pinienwäldern und an den Berghängen gedeihen gleich 127 endemische Pflanzen, die einzig und allein in dieser Region anzutreffen sind. Neben Lavendel und Steinrosen wachsen hier auch Orchideen. Vor allem Kirschen kommen aus der Tróodos-Region, aber auch viele Äpfel und Birnen.

Berg Olympus (Höhe: 1.952 m)
Der Berg, von den Zyprioten auch Chionístra (= Schneestelle oder auch Frostbeule) genannt, ist tatsächlich oft bis in den April hinein von Schnee bedeckt, im Januar und Februar gilt er sogar als schneesicher. Gekrönt wird der Olympus von einer einem Golfball ähnlichen, britischen Radarstation – einst soll sich an diesem heute so technisierten Ort der Sitz der Liebesgöttin Aphrodite befunden haben. Die Steinhaufen auf der westlichen Seite des Gipfels sollen den Ort markieren, an dem sich einst die Siedlung Palaia choria befunden habe. Die Steine wurden im 16. Jh. von venezianischen Soldaten als Verteidigungswall gegen die osmanischen Eroberer aufgeschichtet. Vergeblich, bald beherrschten die Osmanen ganz Zypern.

Sehenswertes

  • Ein bemaltes, biblische Geschichten erzählendes Schatzkästlein ist die von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommene Scheunendachkirche von Asínou.
  • Kunsthistorisch nicht bedeutsam, aber von anrührender Menschlichkeit und einer gewissen Komik sind die Ausmalungen der unscheinbaren Dorfkirche von Vyzakiá.
  • Wildromantisch der eine, steil herabfallend der andere – Pano Plátres hat gleich zwei sehenswerte Wasserfälle zu bieten.
  • Die ehemaligen Asbestminen von Pano Amíantos sind heute eine große Wunde im Gebirge, die nur langsam wieder zuwächst.



Übersichtsplan Tróodos
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Wanderwege im Tróodos (Eine Auswahl)

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Einer der vielen Wanderwege im Tróodos Gebirge
Artemis Trail:
Startpunkt: Oberhalb der Abzweigung der Straße Tróodos-Pródromos in Richtung Olympos.
Länge: Ein 7 km langer (der Sonne ausgesetzter) Weg rund um den Berg Olymp.

Atalante Trail:
Startpunkt: Gegenüber dem Postamt im Ort Tróodos.
Länge: 9 km. Benannt nach der mythologischen Waldnixe. Breiter, gut ausgeschilderter Naturlehrpfad, der den Berg Olymp fast eben verlaufend auf 1.750 m Höhe zu drei Vierteln umrundet.

Gerakiés – Kavállos (Rundweg):
Startpunkt: Am Hotel „top Trees“ in Gerakiés.
Länge: 4 km. Rundweg.

Kaleidonia Trail zum Kaleidonia-Wasserfall:
Startpunkt: Beginn nahe dem Sommerpalais des Präsidenten oder beim Restaurant Psilo Dendro.
Länge: 7 km. Der Trail führt entlang dem Fluss zum 20 m steil abfallenden Kaleidonia-Wasserfall. Auf der Strecke zwischen den Wasserfällen und dem teilweise steilen und Schwindelfreiheit erfordernden Aufstieg zur Straße nach Tróodos ist der Weg als Naturlehrpfad ausgeschildert.
Tipp: Am besten kommt man morgens gegen 10 Uhr, denn da leuchtet ein kleiner Regenbogen am Wasserfall. Auch sind dann die kichernden Schulklassen und Ausflugsgruppen noch nicht da, die hier gerne im Gänsemarsch durchlaufen. • Kambos tou Livadiou: Startpunkt: Kampos tou Livadiou (2 km außerhalb von Tróodos an der Straße nach Karvoúnas). Länge: 8 km. Weg durch dichten Schwarzkiefernwald, entlang an Felskanten mit Blick auf den Fluss tou Chromiou.


Myllomeri-Wasserfall

Persephone Trail:
Startpunkt: am Restaurant Civic an der Südseite des Hauptplatzes in Tróodos-Dorf.
Länge: hin und zurück 6 km. Benannt nach der Frühlingsgöttin Persephone. Der bequem begehbare Trail ohne große Höhenunterschiede führt zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Asbestgruben von Pano Amíantos – einem der spektakulärsten Aussichtspunkte der Insel, wo einem der ganze Süden Zyperns zu Füßen liegt.

Pouziaris Trail:
Startpunkt: an der Forellenfarm Psilo Dendro oberhalb von Pano Plátres.
Länge: bis 9,5 km. Schmale Pfade mit kurzen Anund Abstiegen führen auf den Hausberg von Pano Plátres, den 1.629 m hohen Pouziaris.
Höhenunterschied etwa 400 m.

Höhlen des Dhigenis – Agí Eirini:
Startpunkt: Dorf Agía Eirini.
Länge: 3,2 km. Der Weg führt zu den sogenannten „Höhlen des Dhigenis“, wo sich zyprische Partisanen im Unabhängigkeitskrieg von 1955-59 vor den Briten versteckten.


Die Scheunendachkirchen des Tróodosgebirges
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Scheunendachkirchen - kleinen Kirchen des Tróodos-Gebirges
Zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Zyperns zählen sicher die kleinen Kirchen des Tróodos-Gebirges, die sogenannten Scheunendachkirchen.
Ihren Namen erhielten sie von den lang herunter gezogenen Satteldächern, die den Kirchen das Aussehen von Scheunen geben. Die Expertenwelt ist sich nicht einig darüber, ob die Ziegeldächer der Kirchlein eine zyprische Erfindung sind oder ob sie Ende des 12. Jh. mit den Franken ins Land kamen. Man vermutet aber, dass die steilen Dächer wie ein Schutzschild über die ursprünglichen Kirchenkuppeln gelegt wurden, um sie gegen die extreme Witterung der Gebirgsregion zu schützen.

Insgesamt gibt es mehr als 25 Kirchen mit gut erhaltenen Wandmalereien im Tróodos. Durch die Scheunendächer und die damit verbundene gute Luftzirkulation im Kircheninneren ist der eigentliche Reichtum der Kirchen – die Fresken – bis heute außerordentlich gut erhalten geblieben.

In Tróodos gibt es neun byzantinische Scheunendachkirchen, die in die offizielle Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden sind:

  • Agios Ioánnis Lampadistís in Kalopanagiótis: drei Kirchen aus dem 11. bis 18. Jh. unter einem Dach.
  • Agios Nikoláos tis Stegis südlich von Kakopetriá
  • Panagía Theotókos und Panagía Eleousa Podithou in Galatás
  • Archangelos Michael in Pedoulás
  • Panagía tou Moutoullás, die älteste der Scheunendachkirchen
  • Panagía tou Asínou (Panagía Forviótissa) mit der prächtigsten Ausmalung aller neun Kirchen
  • Panagía tou Arakou in Lagouderá aus dem 12. Jh. mit beachtenswerten Fresken, unter anderem einem Letzten Abendmahl
  • Timios Stavros tou Agíasmáti in Peléndri: das Kirchlein aus dem 14. Jh. ist die abgelegenste der Scheunendachkirchen



Kloster Troodítissa
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Kloster Troodítissa
Das Kloster ist nur orthodoxen Besuchern zugänglich und für Touristen geschlossen. Im Kircheninneren ist insbesondere die Ikone der Heiligen Jungfrau sehenswert. Sie ist mit Silberblech beschlagen, nur ein kleines Stückchen des Holzes schaut hervor. Auf ihrer Rückseite klebt ein Stein, um den sich folgende Legende rankt: Ein Mann aus dem Libanon versprach dem Kloster seinen erstgeborenen Sohn, der dann tatsächlich dem Orden als Novize beitrat. Später wollte der Vater seinen Sohn wieder zurückholen. Da löste sich ein Stein vom Felsen, der den jungen Mann getötet hätte, wenn da nicht die Ikone über ihm geschwebt und den Stein abgehalten hätte. Der Sohn und sein Vater wussten dieses Zeichen zu deuten, der junge Mann blieb zeitlebens im Kloster.

Die Ikone im Kloster soll unfruchtbaren Frauen zu Kindern verhelfen. Eine Frau, deren Kinderwunsch erfüllt wurde, stiftete einen mit Silber beschlagenen Ledergürtel, der wiederum, wenn man ihn umlegt, die Wirksamkeit der Ikone unterstützen soll. Auch einigen Frauen aus Deutschland soll der Gürtel geholfen haben, einmal sogar per Ferntherapie: Eine bettlägerige Frau wurde durch ihre Schwiegermutter vertreten, die anstelle ihrer Tochter den Gürtel umlegte. Das hat sogar zweimal gewirkt ... Einen Haken hatte die Sache allerdings: Wurde ein Sohn geboren, so sollte er im Kloster Mönch werden, es sei denn, seine Eltern kauften ihn frei.


Kýkko-Kloster (Höhe: 1.160 m)
Ums Jahr 1140 war es gewesen, als Kaiser Alexios Komnenos dem Eremiten Isaias als Dank für die Heilung seiner gichtkranken Tochter eine Ikone der Heiligen Jungfrau schenkte.

Nicht nur, dass der Evangelist Lukas höchstpersönlich diese Ikone gemalt hatte, nein, sie ist obendrein auch noch eine der drei Ikonen, deren Holz der Apostel Lukas vom Erzengel Gabriel empfangen hatte!! Die Ikone soll in der Wachsmaltechnik ägyptischer Mumienportraits gemalt worden sein, womit sie tatsächlich 2.000 Jahre alt sein könnte. Überprüfen lässt sich aber diese Angelegenheit nicht, da die Ikone seit 200 Jahren hinter einer Platte aus getriebenem Silber und einem roten Teppich verborgen ist – denn zu heilig sei sie, als dass sie ein menschliches Auge erblicken solle! Auch würde jeder Sünder (also so ziemlich jeder ...) auf der Stelle geblendet werden, wenn er die Ikone sieht. Die Pinien rund um das Kloster seien aus Verehrung für die Ikone so gebeugt.

Das Kloster, das um die Ikone herum gebaut wurde, brannte im Laufe seiner Geschichte mehrmals ab, die heutigen Bauteile entstanden nach dem letzten Brand im Jahre 1913. Doch die Ikone überstand all diese Verwüstungen. Schon früh nach der Klostergründung erwies sie sich als sehr wunderwirkend, vor allen Dingen im Bereich der Regenmacherei. Und die zog alljährlich Großgrundbesitzer und staatliche Abgesandte aus dem östlichen Mittelmeerraum hierher, um für Regen zu bitten. Wenn der nun kam – aus welchen Gründen auch immer – wurde das Kloster nicht nur mit Kunstwerken und Edelmetallen bedacht, unter anderem etwa 50 wertvollen Leuchtern und Lampen, sondern vor allem auch mit Ländereien in der orthodoxen Welt, in Russland, Palästina und Syrien.

Heute defilieren auffallend viele orthodoxe Gläubige aus östlichen Ländern wie Serbien, Russland oder Bulgarien an der Ikone vorbei.

Weiterhin waren im 19. Jh. die Steuern für die orthodoxe Bevölkerung besonders hoch und so trennten sich viele Bauern durch Schenkungen an die Klöster von ihrem Landbesitz. Die Grundstücke in Russland hat das Kloster verloren, heute gehören vermutlich die immensen Flächen an teurem Bauland in Nikosía zum wertvollsten Teil des Klosterbesitzes. Rechts neben der Ikone sieht man einen Arm aus Bronze, der aussieht wie abgestorben. Er soll einem heidnischen(!) Neger(!) gehört haben, der sich erdreistet hat, an einer der Lampen, die die Ikone beleuchten, eine Zigarette anzuzünden. Weiterhin zu sehen ist das Schwert eines Schwertfisches, die Gabe eines Seemannes, den die Heilige Jungfrau vor dem Ertrinken gerettet habe.

Eine Taufe im Kýkko-Kloster gilt als besonders segensbringend, so herrscht an fast jedem Sonntagmorgen im Hochsommer auch ein Taufhochbetrieb, der manchen Dorfpfarrer, dem so einige Geschäfte entgehen, neidisch werden lässt. Fatal könnte es werden, wenn der Pope die jeweiligen Taufbecken der beiden Geschlechter verwechselt. Denn wer im gleichen Becken getauft wurde, ist von nun an miteinander verwandt und darf sich auch nicht heiraten – eine nicht ganz unproblematische Angelegenheit in früheren Zeiten, als die Auswahl an möglichen Ehepartnern in den kleinen Dörfer nicht groß war!

Kloster Kýkko hat sich nicht nur im Bereich der Regenmacherei als effektiv erwiesen, sondern auch im Widerstand gegen die Engländer: Hier wurde die Widerstandsbewegung koordiniert. Das Kloster war Treffpunkt der Guerillas und deren Nachschubbasis. Heute leben noch etwa 25 Mönche im Kloster, die sich – neben der Verwaltung der ausgedehnten Ländereien und der Klosterherberge – mit der Übersetzung alter orthodoxer Schriften beschäftigen.

Die Verwaltung des immensen Besitzes, den das Kýkko-Kloster heute noch hat, liegt in den Händen Weltlicher, die in Büros in Nikosía residieren. Zum Kloster gehört auch eine ausgedehnte Herberge (Rezeption im Innenhof). Die Unterkunft dort kostet – außer Spenden – theoretisch nichts und hat deshalb den Widerstand der zyprischen Hoteliers auf den Plan gerufen.

Heute dürfen nur noch Pilger hier übernachten. Wer auf vier Rädern kommt und Ausländer ist, gilt nicht als Pilger. Wer aber auf zwei Rädern kommt oder per pedes, der ist ein Pilger und der darf auch als Ausländer hier übernachten.


Museum des Kýkko-Klosters
Geöffnet Juni bis Okt.: tgl. 10–18 Uhr, Nov. bis Mai tgl. 10–16 Uhr. Tel. 22 59 07 68.

Kloster Kýkko ist für manch einen eine eher langweilige, uninspirierte Sehenswürdigkeit, ein Ort byzantinischer Macht und Pracht. Ganz anders sein 1997 eröffnetes Museum: Sowohl dessen Exponate als auch seine Ausstattung suchen ihresgleichen. Dezente, indirekte Beleuchtung, leise byzantinische Musik im Hintergrund – die sakral-feierliche Atmosphäre dieses Museums nimmt den Besucher gefangen. Die Exponate reichen bis in die vorchristliche Zeit und die byzantinische und nachbyzantinische Epoche zurück. Man geht von Vitrine zu Vitrine und staunt über des Menschen Fähigkeiten, manchmal aber auch über Skurriles:

  • „Sklavenringe“ aus dem 18. und 19. Jh.; wer sich diese Halsringe umlegte, wurde von einer Leidenschaft oder einer Geisteskrankheit befreit.
  • In der Vitrine hinter den liturgischen Gewändern steht ein Kreuz, das Holz aus dem Kreuz Christi enthalten soll.
  • Äußerst praktisch war sicher das Reliquienkästchen aus dem Jahr 1779 (rechte Vitrine vor den liturgischen Gewändern), wo man die Gebeine der verschiedenen Heiligen in einzelnen Schubladen ordentlich verstauen und sogar mit auf Reisen nehmen konnte!
  • In der zweiten Mittelvitrine ein unglaublich fein geschnitztes Kreuz aus dem 17. Jh. Während der ottomanischen Zeit verschwand es aus dem Kloster und wurde später von einer geheimnisvollen, nicht zyprischen, schwarzen Frau dort abgegeben. Dieser dunklen Dame verdankt es auch seinen Namen: „Kreuz der schwarzen Frau“.
  • Eine beidseitig beschriftete, 4 m lange Pergamentrolle aus dem 12. Jh. mit der sogenannten Chrysóstomos-Liturgie, die bis heute im orthodoxen Gottesdienst am meisten gefeiert wird.



Kloster Machairás (Höhenlage: etwa 800 m)
Mo, Di. und Do. 9.00-12 Uhr geöffnet (allerdings nur für Männer!)


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Eines der großen Klöster Zyperns - Kloster Machairás
Eines der großen Klöster Zyperns, Macht und Pracht des untergegangenen Byzanz sind hier erhalten geblieben. Während der Herrschaft der Ottomanen hielten die Mönche hier das alte Griechentum am Leben und unterhielten eine Schule für die Kinder der Griechenzyprioten.

Schon wegen der Fahrt durch die schöne Landschaft ist der Besuch dieses Klosters lohnend. Woher das Kloster seinen Namen „Machairás“ (Messer) hat, ist nicht gesichert. Eine der Theorien lautet, dass der Name „Machairás“ von dem eisigen und schneidenden Wind herrührt, der hier oben gelegentlich weht. Nach einer anderen Version hatten die Eremiten Ignatius und Neofytos 1172 eine von einem großen Messer oder Schwert bewachte Ikone der Muttergottes entdeckt. Um zur Ikone zu gelangen, bekamen die Mönche von „göttlicher Hand“ ein Messer, mit dem sie das Gestrüpp rund um die Höhle zerschnitten. Diese Szene ist auf den beiden großen Mosaiken beiderseits der Kirchentür dargestellt.

Aufgrund des Fundes erhielten die Einsiedler von Kaiser Manuel Komnenos Ländereien, um hier das Kloster zu bauen. Viele Klostergründungen Zyperns basieren auf der wundersamen Entdeckung einer Ikone. Das hat einen ganz realen Hintergrund: Während der arabischen Überfälle zwischen dem 8. und dem 10. Jh. und unter der Herrschaft der katholischen Franken vom 12. bis zum 15. Jh. mussten viele Kultgegenstände der orthodoxen Kirche versteckt werden. Im Laufe der Zeit wurden sie dann vergessen, um dann irgendwann wieder gefunden zu werden.

Ebenfalls einen realen Hintergrund hat die Wunder wirkende Ikone der Jungfrau von Machairás. Sie soll nämlich vor Seuchen schützen. Einst zog sich der Adel während der Herrschaft der Franken in dieses Kloster zurück, wenn in Nikosía Seuchen wüteten. Unter anderem im 14. Jh. der fränkische König Jaques I., der hier mit seiner Familie der Pest entkommen wollte. Abseits der Seuchenherde der Stadt blieben sie im gesünderen Tróodosklima vor Ansteckung verschont – die Panagia hat geholfen.

1892 wurde das Kloster durch einen Brand zerstört, ein Schicksal, das es mit anderen Klöstern teilt. Die segenspendende Ikone entging der Feuersbrunst wie durch ein Wunder. Noch immer ist sie ein beliebtes Pilgerziel, da sie angeblich die Heilung von Wunden beschleunigt und für Regen sorgt. Um von Krankheiten verschont zu werden, zeichnen die Gläubigen mit dem oben erwähnten Messer ein Kreuz auf den befallenen Körperteil, auch bei Taufen werden Kinder durch ein mit dem Messer geschlagenes Kreuz vor zukünftigen Krankheiten bewahrt.

Wie um viele Klöster Zyperns, rankt sich auch um dieses eine nette Geschichte: eines Tages kam ein Geschäftsmann mitsamt seiner Arbeiterkolonne ins Kloster. Er wollte wissen, wo denn der Marmorbruch zu finden sei. Sehr zum Erstaunen der Mönche, die nicht einen einzigen Stein- oder Marmorbruch in der Gegend kannten. Doch der Geschäftsmann bestand auf seiner Frage, hätte er doch in Büchern gelesen, dass es hier Marmor gebe. Plötzlich ging den frommen Männern ein Licht auf: die Rede war von der weißen Marmorplatte, auf der sie, während sie für Regen beteten, Weihrauch brannten.

Etwas weiter talabwärts gedenken die Zyprioten mit einer etwas bombastischen Statue eines Nationalhelden. Der EOKA-Widerstandskämpfer Grigoris Afxentiou versteckte sich hier (nachdem er von einem Bauern verraten worden war) mit dem Schwur: „Ich ziehe es vor, wie ein Hellene zu kämpfen und zu fallen.“ Durch einen von den Briten gelegten Brand starb er dann hier am 3. März 1957. Im Kloster wurde ein Raum eingerichtet, in dem die persönlichen Gegenstände und Fotos des Freiheitshelden ausgestellt sind. Seit kurzem gibt es auf dem Weg zum Machairás-Kloster ein weiteres Denkmal für Grigoris Afxentiou, das von weitem einer Haifischflosse ähnelt. Unterhalb des Denkmals auf dem Hügel sind auf eine drastische Art die verkohlten Reste des Freiheitskämpfers dargestellt.


Erzbischof Makarios III
Er war ein Mann aus Zypern, der Sohn eines Ziegenhirten, ein orthodoxer Erzbischof, eingewoben in einen politischen Konflikt, ein „zu großer Mann für eine kleine Insel“, wie der damalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger einmal über ihn sagte. Schwer vorstellbar, was aus Erzbischof Makarios geworden wäre, wenn er die Wahl gehabt hätte. Wenn er nicht auf Zypern geboren wäre, einer Insel, die wenig Perspektiven zu bieten hatte für einen, der sich wohl sein persönliches Lebensmosaik selbst zusammengebastelt hätte – wenn er denn das Thema dieses Mosaiks hätte wählen dürfen. Doch der Sohn eines Hirten hatte diese Wahl nie, nicht auf dieser Insel, nicht in diesen Lebensumständen. Schon ein Blick auf sein Äußeres ist schwer vorstellbar ohne seinen Mantel der orthodoxen Kirche.

Geboren am 13. August 1913 in Pano Panagía sollte Michalis Mouskos nach Abschluss der Dorfschule und dem Tod seiner Mutter eigentlich seinem Vater bei der Viehzucht helfen, aber sein Lehrer bestand darauf: „Der Junge ist zu begabt, um Ziegen zu hüten“. Dem Lehrer waren aber nicht nur Michalis‘ Intelligenz und sein großer Fleiß aufgefallen, sondern auch seine Beharrlichkeit, die sich zum Starrsinn steigern konnte. Fuchsteufelswild soll der kleine Michalis geworden sein, wenn Freunde nicht seinen Vorschlägen folgten. Gemäß des Lehrers Rat wurde er mit 13 Jahren Novize des Klosters Kýkko, besuchte dort die Klosterschule, später das Gymnasium in Nikosía und wurde schließlich nach Griechenland zum Studium geschickt.

Ein typischer Bildungsweg der damaligen Zeit, denn eine Ausbildung gab es seit der Antike in Zypern für Griechen nur durch die Klöster und deren Schulen. Dort wurden das Griechentum bewahrt, der Klerus ausgebildet und die Nöte der Bevölkerung gegenüber den fremden Machthabern formuliert. Von den 1950er bis in die 1970er Jahre war der aufrechte, stolze, stets schwarz gekleidete Makarios ein vertrauter Anblick in den abendlichen Nachrichtensendungen. Zeit seines Lebens liebte er Macht und Pracht: Er ließ sich gerne im Mercedes 600 herumchauffieren und unterschrieb stets mit roter Tinte, ein Vorrecht der zyprischen Kirchenfürsten. Härte, Zähigkeit, aber auch Freundlichkeit und diplomatisches Verhandlungsgeschick seien ihm eigen gewesen, eine Mischung, die Makarios´ Verhandlungspartner oft zur Verzweiflung brachte. Er war ein gewiefter Taktierer, der seine Gegner gegeneinander ausspielen konnte.

Während seiner gesamten politischen Karriere wurde Erzbischof Makarios abgöttisch geliebt, aber auch abgrundtief gehasst. Herny Kissinger mag mit der Äußerung über den zu großen Mann recht gehabt haben, ein Hotelier in Plátres sieht es ähnlich, aber ganz pragmatisch: „Er wollte viel zu viel auf einmal“.


Die Politik Makarios
Als Makarios im Oktober 1950 im Alter von 37 Jahren zum Erzbischof Zyperns gewählt wurde, wurde er nicht nur geistliches, sondern auch politisches Oberhaupt der Zyperngriechen. Seine Funktion der autokephalen (= eigenständigen) Kirche Zyperns als religiöser und politischer Führer in Personalunion entsprach der Weiterführung des ethnarchischen Prinzips der orthodoxen Kirchen während des Osmanischen Reiches.

Makarios’s innenpolitisches Ziel war eine Verringerung des Einflusses, den die türkischen Zyprioten in Verwaltung, Politik und Polizei gemäß der Verfassung hatten. Die türkischen Zyprioten sollten nicht mehr 30 oder 40 % der Posten in der Verwaltung einnehmen, sondern nur noch die 18 %, die ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entsprachen. Er duldete militärische Maßnahmen gegen türkische Zyprioten und trug so zu den Spannungen bei. Intuition und Launen sollen seine Politik bestimmt haben, eine wenig verlässliche Ausgangsbasis für die türkischen Zyprioten, die sich deswegen in ihre Enklaven zurückzogen. Ob aus Furcht vor Restriktionen oder als Boykott der neuen Republik – ist unklar. Außenpolitisch stand Erzbischof Makarios für die Minderung der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Großbritannien. Er war ein glühender Anhänger des ENOSIS-Gedankens, das heißt des Anschlusses der Zyperngriechen ans griechische Mutterland. Auch versprach er dem Volk in seiner Amtsantrittsrede, seinen Augen keinen Schlaf und sich keine Ruhe zu gönnen, „bis der heiß ersehnte Tag der Befreiung“ vom britischen Joch anbreche.

Nachdem seine Interventionen bei den Vereinten Nationen, den USA und in Griechenland ohne Ergebnis waren, befürwortete er den bewaffneten Kampf gegen die Briten. Unter General Grivas begann bald darauf die EOKA den Partisanenkampf gegen die Briten, die deswegen 1956 Makarios auf die Seychellen verbannten. Als er 1959 zurück nach Zypern kam, willigte er 1960 in die Unabhängigkeit Zyperns ein, um nicht die Teilung der Insel zu riskieren. Auch wenn er sich offiziell von dem ENOSIS-Gedanken distanziert hatte, den Führungsanspruch hatte für ihn die orthodoxe Kirche und nicht die „Barbaren aus der asiatischen Steppe“ – die Türken.

Dass die orthodoxe Kirche während der Osmanenherrschaft mit Hilfe der türkischen Inselherren wieder Macht erlangt hatte, spielte dabei für ihn keine Rolle. 1963 verlangte er eine Verfassungsrevision, bei der die Zyperntürken viele ihrer Rechte verloren hätten, es kam zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Griechen und Türken. Makarios hatte viele Gegner, so auch die Amerikaner, die es dem „Castro im Priesterrock“ verübelten, dass er mit der Sowjetunion liebäugelte und das US-Embargo gegen Nordvietnam nicht mittrug.

Auch vereitelte sein Beharren auf Blockfreiheit, Neutralität und Unabhängigkeit alle Versuche, das geostrategisch wichtig gelegene Zypern als Basis für militärische Einsätze im nahöstlichen Krisenherd zu nutzen.

Nach dem Militärputsch 1967 in Athen wandte er sich mehr und mehr von der Idee der ENOSIS ab, da er von einem Zusammenschluss mit einer Militärdiktatur wenig hielt – das führte zu einem zusehends verschlechterten Verhältnis zu den Obristen in Athen.

1974 forderte er den Abzug von 600 griechischen Offizieren, die die Nationalgarde Zyperns kommandierten. Mit Hilfe dieser Nationalgarde putschte Athen gegen den ehemaligen Verbündeten: Makarios konnte nach London fliehen, die Türkei nutzte die Gunst der Stunde und besetzte einen Großteil der Insel militärisch. Nach dem Sturz der Putschisten kehrte Makarios nach Zypern zurück, wo er bis zu seinem Tod am 3. August 1977 Präsident der griechischen Republik Zypern blieb.


Das Grabmal von Erzbischof Makarios III
„Das Herz Zyperns schlägt nicht mehr“, vermeldete der zyprische Rundfunk nach Makarios‘ Tod am 3. August 1977. Mehr als ein halbes Dutzend Mordanschläge waren auf ihn verübt worden, gestorben ist er dann aber doch um 5 Uhr morgens friedlich in seinem Bett. Beerdigt wurde er zwei Kilometer vom Kloster Kýkko auf dem Hügel Throni tis Panagías („Throne der Maria“). Es war der Wunsch des verstorbenen Erzbischofs, dort mit dieser Traumaussicht auf seine geliebte Insel Zypern begraben zu werden.

Erzbischof Makarios Werdegang als Geistlicher begann im Kýkko-Kloster und hier endete er auch. Neben seinem Grab stehen einige der zyprischen „Wunschbäume“, von denen in diesem Buch mehrfach zu lesen ist.


Panagía Chrysorogiatíssa (Höhenlage: 844 m)
2 km außerhalb von Panagía liegt dieses Kloster, dessen zungenbrecherischer Name von unklarer Bedeutung ist. „Rogia“ bedeutet Granatapfel und „chryso“ golden, übersetzt bedeutet der Name also „Jungfrau vom goldenen Granatapfel“, ein Hinweis auf die Nährkraft von Marias Brüsten. Panaretos, Bischof von Páfos ließ die Klosteranlage 1770 völlig restaurieren.

Heute empfängt einem hier eine idyllische Atmosphäre. Das Kloster, von Wäldern umgeben und an einem Berghang über dem Meer liegend, lädt zum Verweilen ein. In der kleinen Taverne des Klosters sitzen Einheimische, Mönche und Besucher.

Vom Frühling bis zum Herbst leuchtet hier im Innenhof eine herrliche Blütenpracht. Menschlich, überschaubar und gemütlich sind die Dimensionen dieser liebenswerten Klosteranlage.

Der Legende nach lebte hier ein Einsiedler namens Ignatios, der am Tage Mariä Entschlafung im Jahr 1152 ein merkwürdiges Leuchten in der Ferne sah. Ignatios folgte dem Licht, kam so nach Geroskipos, wo er in einer Höhle eine Marien-Ikone, gemalt vom Apostel Lukas, gefunden hatte. Diese Ikone soll zuvor im kleinasiatischen Isauria bereits Wunder gewirkt haben. Im Zuge der Bilderstürmerei hatte eine Frau die Ikone gerettet und sie ins Meer geworfen, später wurde sie dann an die Küsten Zyperns gespült. Ignatios nahm die Ikone mit auf seinen Berg und baute gemäß einer Bitte der Ikone eine Kirche. Kaiser Manuel I. Komnenos, der auch das Kloster Machairás gestiftet hatte, finanzierte diese Klostergründung.

Die Ikone des Lukas hängt hinter einem roten Vorhang in der Ikonostase und wurde 1801 komplett mit vergoldetem Silberrelief überzogen. Sie hilft bei Krankheiten allgemein, befreit Gefangene und unterstützt in Seenot Geratene – Votivgaben beweisen ihre Wunderkraft, die soweit geht, dass sie sogar vor Bomben schützt wie anno 1974, als eine türkische Bombe das Kloster nur ganz knapp verfehlte.

Neben weiteren Ikonen ist auch ein aus dem Jahr 1970 stammender Fund interessant: Ein türkischer Hirte entdeckte unterhalb von Panagía ein mit Silber überzogenes Holzkreuz. Der Abt des Klosters, Pater Dinonysios, war der erste Zypriote, der sich auf die Kunst der Ikonen-Restaurierung verstand. Über mehr als 500 Ikonen hat er vor dem Verfall gerettet.

Spezialität des Klosters sind aber noch ganz andere geistliche Werte, denn hier werden Weine gekeltert: Fünf verschiedene Weiß-, Rot- und Roséweine der Marke Monte Rogia, darunter der berühmte trockene Rotwein Ágios Elias mit dem Letzten Abendmahl auf dem Etikett. Die 84 Weinberge des Klosters wachsen bis in 1.500 m Höhe. Anfang der 1980er Jahre überzeugten zwei Franzosen den Abt, dass es sinnvoller sei, eigenen Wein zu produzieren, als die Trauben zu verkaufen.

Seit 1990 gehört zum Kloster auch ein kleines, wunderschön gestaltetes byzantinisches Museum – die Ikonen und liturgischen Geräte sind allerdings nur auf griechisch erklärt.


Ómodos Höhenlage: 750 m
Misst man die touristische Entwicklung eines Ortes an dem Kitsch, der dort verkauft wird, dann steht Ómodos auf dem Höhepunkt seiner touristischen Vermarktung – immerhin zählt der Ort mit Recht zu einem der schönsten der Insel.

Ómodos, umgeben von Weinreben, birgt in seiner Ortsmitte ein Kloster – was auf Zypern sehr ungewöhnlich ist. Vor dem Kloster erstreckt sich der verkehrsberuhigte, langgestreckte Ortsplatz inmitten eines engen Gassengewirrs mit blumengeschmückten Innenhöfen –

Ómodos ist zweifellos ein sehr fotogener Ort, in dem vieles an Griechenland erinnert. Berühmt ist Ómodos für seine Stickereien. Viele ältere Frauen stellen die Tischtücher und Deckchen, die hier verkauft werden, noch mit der Hand her.

Ómodos, als Ziel von Busausflügen angeboten, kann tagsüber sehr überlaufen sein, doch wenn die Ausflugsbusse Ómodos verlassen haben, wird es wieder ruhig im Ort. Neben den Spitzen gilt auch das kranzförmige Brot (arketana) als Spezialität des Ortes.

Sehenswertes

  • Dorfmuseum Beim Schlendern in den engen Gassen stößt man auf ein kleines Museum: ein traditionelles Wohnhaus, eingerichtet wie vor Jahrzehnten. In den einzelnen Räumen sind Hochzeitsfotos auf der Kommode, ein altes Radio, die Kinderwiege und die Stickereien vergangener Generationen zu sehen.


Kakopetriá (Einwohner. ca 3.000, Höhe: ca. 670 Meter)
„Schlechter Fels“ bedeutet der Name dieses Ortes. Einst soll es oberhalb des Ortes einen Felsen gegeben haben, dem man Glück bringende Eigenschaften nachsagte. Eines Tages ging ein jung verheiratetes Paar zu diesem Felsen, um von ihm Glück zu empfangen. Der Fels aber war dem Paar so gar nicht zugetan, denn er kam plötzlich ins Rollen (vielleicht durch ein Erdbeben) und erschlug die beiden Liebenden. Seither hat der Ort seinen neuen Namen.

Den Felsen (Petra tou Androginou) kann man heute noch sehen, allerdings auf einem sicheren Fundament aus Beton ...

Genau wie Plátres ist Kakopetriá ein beliebter Urlaubsort. Im Sommer trifft man dort viele Urlauber aus Nikosía, die dort Zuflucht vor der großen Hitze der Ebene suchen. Am Dorfplatz brodelt das Leben, die jungen Männer von Kakopetriá lassen den Motor ihrer schicken Schlitten aufheulen, immer rund um den Platz herum – sehen und gesehen werden in Kakopetría.

Auf einem Berggrat oberhalb des Flusses zieht sich der denkmalgeschützte alte Ortskern hin, wo dicht an dicht aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammende Häuser aus Naturstein und Lehmziegeln aneinander gekuschelt liegen.

Der Nachbarort Galatá ist inzwischen mit dem nördlich gelegen Kakopetriá beinahe zusammengewachsen. Insgesamt sechs byzantinische Kirchen gibt es hier zu besichtigen, vier stammen aus dem frühen 16. Jh.


Sehenswertes

  • Agios Nikoláos tis Stegis 3 km südwestlich von Kakopetriá am Ufer des Klarios. Geöffnet Di. bis Sa. 9–16 Uhr, So. 11–16 Uhr.
  • Naheliegend, warum diese Kirche „Heiliger Nikolaus auf dem Dach“ heißt: Ihr Dach ist wirklich recht gewaltig. Die Kirche stammt aus dem 11. Jh., ihre Vorhalle und Kuppel aus dem 12. Jh. Die Fresken im Kircheninneren reichen teilweise in die Entstehungszeit des Gotteshauses zurück, einige andere ins 17. Jh.
  • Im Narthex sind ein Jüngstes Gericht und ein heiliger Georg zu sehen, darüber das Märtyrium des Heiligen mit Rädern, Vierteilen und Kochen. Wie in der Kirche von Asínou sind auch hier die 40 auf einem See frierenden Märtyrer von Sebaste dargestellt.
  • Den schwarzbärtigen unbekannten Stifter der Kirche sieht man zusammen mit dem heiligen Nikolaus rechts von der Ikonostase.

    Eine eher seltene Darstellung ist die der Maria, die dem kleinen Jesus die Brust gibt – der Museumsführer erklärt, das sei die einzige Darstellung dieser Art weltweit.
  • Panagía Eleousa Podithou Ca. 2 km nördlich von Kakopetría in einem Hain links von der Straße nach Nikosía gelegen (die Kirchen sind ausgeschildert).Der Name der Kirche verweist auf das Poitou, den Stammsitz der französischen Lusignan. Sie wurde 1502 von Demetre de Coron und seiner Frau Helene gestiftet, das Bild des Paares sieht man an der Westseite der Kirche. Die Fresken im Kircheninneren folgen nicht immer der strengen byzantinischen Malerei, sondern zeigen, von der italienischen Renaissance beeinflusst, perspektivische Darstellungen und Personen mit individuellen Gesichtern. Ganz unbyzantinisch auch die kniende Maria mit einer über die Schulter fallenden blonden Haarpracht.



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