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Páfos & PólisPólis (Einwohner: ca. 2.000, Höhenlage: Meereshöhe)
Noch zu Beginn der britischen Verwaltung gingen hier an der Küste Piraten und sogar Sklavenhändler ihren Geschäften nach und im Landesinneren sollen Räuber die Reisenden überfallen haben.
Ein britischer Kolonialbeamter bezeichnete 1879 die Einwohner von Pólis als einen Haufen Diebe und Halsabschneider. 1972 schrieb der britische Autor Colin Thubron: „Inmitten ernster Menschen schlenderte ich die Straßen entlang, gesäumt von verlassenen Ladengeschäften und Häusern mit kaputten Dächern ... Es war die einzige Stadt, die ich gesehen habe, in die sich die Eulen abends hineinwagten und von den Dächern riefen“.

1974 dann, als es noch ein geteiltes Deutschland gab, flog Interflug, die staatliche Fluggesellschaft der DDR, einmal wöchentlich von Berlin nach Zypern. Diese Verbindung ab Schönefeld wurde in einem Westberliner Stadtmagazin für damals spottbillige 440 Mark für Hin- und Rückflug beworben. Überwiegend Rucksacktouristen nutzten das Angebot, um auf dem Campingplatz von Pólis in der Bucht von Chrysochous den Sommer zu verbringen. „Unsere Stadt hieß in den 80er Jahren Klein-Berlin, und über jedem zweiten Balkon hingen zum Trocknen Streifenjeans“, sagt Michael Korakas, der Bürgermeister von Pólis.

Heute Pólis als einen Geheimtipp für Alternativurlaub zu beschreiben, würde nicht mehr stimmen. Es gibt auch hier schon eine Fußgängerzone, wo sich ein Café und eine Bar an die andere reihen. Andererseits liegt Pólis im noch immer idyllischen Westen der Insel und das Städtchen konnte sich den provinziellen Charme einer Kleinstadt bewahren.


Páfos (ca. 40.000 Einwohner, Höhenlage: 0–150 m)
Über Jahrhunderte war dieses Städtchen ein abgelegenes Provinzkaff, das über seinen antiken Ruinen vor sich hin träumte. Dann wollte ein Bauer namens Hasip im Jahr 1962 seinen neuen Pflug ausprobieren und stieß auf spektakuläre römische Mosaiken.

Dann kam 1974 die Teilung Zyperns, die Insel wurde neu strukturiert und auch der Tourismus, neue Straßen gebaut und Páfos mit dem übrigen Teil der Insel verbunden. Und dann 1984 mit dem Rest der Welt – damals wurde der Flughafen von Páfos eröffnet. Alte Ruinen, neue Straßen und Hotels und ein Flughafen – Páfos´ Karriere als Touristenort konnte nun beginnen. Die Eröffnung des Hotels Cypria Maris in den 1980er Jahren war noch eine richtige Sensation, andere Hotels folgten, allerdings weniger spektakulär.

Heute ist Páfos eine Mischung von umtriebigem Kleinstädtchen mit reichlich Tourismus, lebhaftem Fischerhafen, Hotels der gehobenen Klasse und Ausgrabungen, die mittlerweile zum „Archäologischen Park“ vereint wurden.


Sehenswertes

  • Grandiose Mosaiken, ein Odeon und die Festung Saranta Kolones sieht man im archäologischen Park in Káto Páfos, wo man nur einmal Eintritt für die Sehenswürdigkeiten bezahlt.
  • Das Wärmeflaschenset im Archäologischen Museum von Ktima-Páfos ist in seiner Art wohl weltweit einmalig.
  • Villen fürs Jenseits: die berühmten „Königsgräber“ aus dem 3. Jh. v. Chr.
  • Der Fabrika-Hügel ist mit Felshöhlen durchlöchert.
  • Ktima wird die knapp 2 km landeinwärts auf einer Anhöhe von 150 m gelegene Bezirkshauptstadt Páfos genannt.
  • Káto Páfos, auch als Nea (= neu) Páfos bezeichnet, liegt direkt am Hafen. Der Ort besteht zum überwiegenden Teil aus touristischer Infrastruktur.
  • Paláia Páfos (Alt-Páfos) liegt etwa 16 km südöstlich von Ktima (Richtung Limassol) und ist der Name für das antike Páfos mit seinem berühmten Aphrodite-Tempel.

Pétra tou Romioú
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Legendärer Aphrodite Felsen (Pétra tou Romioú)
Hinkommen: Auf der landeinwärts gelegenen Straßenseite parken. Links neben dem Restaurant/Kiosk geht man dann über eine Treppe zu einer Unterführung, die unter der Straße hindurch zum Strand führt.

Eine Magisterarbeit oder Dissertation könnte man über diesen Flecken Erde schreiben. Über das Phänomen, wie ein, wenn auch reizvolles, Fleckchen Erde zum touristischen Anziehungspunkt wurde. Die Felsformationen, die neben der Straße von Páfos nach Limassol im Meer liegen, sind schon ungewöhnlich, aber nicht außergewöhnlich spektakulär. Der „Fels der Griechen“, was Pétra tou Romioú bedeutet, geht auf die Legende um den byzantinischen Helden Dighenis zurück. Der schleuderte den arabischen Eindringlingen riesige Felsbrocken entgegen und zerstörte so ihre Flotte. Auch habe Aphrodite, angetan von der Schönheit der Landschaft, hier die Fluten verlassen, um auf immer an diesem Ort zu wohnen.

Eine Engländerin wollte den realistischen Kern dieser Legende aufdecken und fand heraus: Im Herbst, wenn das Meer wild gegen die Felsen schlägt, fliegt der gelb-weiße Schaum der Wogen weit ins Land hinein, bleibt an den Ästen der Bäume hängen, wo er bizarre Formen wie Gewänder oder wie Gestalten bildet, denn: „An den Felsen des Strandes von Páfos sammelt sich zuweilen, vermischt mit winzigen toten Schalentieren, ein bestimmter Seetang, der einen hell glänzenden Schaum erzeugt.“

Eigenartig ist auch die Tatsache, dass die Felsen nicht mit dem Küstengestein übereinstimmen. Man kann sich das nur so erklären, dass sie weit oben vom Abhang herunter gerollt sind – was für ein Getöse muss das gewesen sein! Wie es an einem solchen magischen Ort nicht anders sein kann, steht auch hier ein Wunschbaum, über und über mit Taschentüchern und Stofffetzen behängt. Der Sage nach werden Frauen, die hier bei Vollmond baden, mit überirdischer Schönheit gesegnet (Aphrodites Symbol war der Mond). Die Sage verspricht auch demjenigen, der dann dreimal um diesen Felsen herumschwimmt, ewige Jugend. Die Sage verrät uns aber leider nicht, wie oft man dreimal um diesen Felsen herumschwimmen muss ...


Höhlenkirche Agía Solomoní
Apostolou Pavlou, frei zugänglich

Das einzige antike Felsengrab in Páfos, das noch heute als christliches Heiligtum dient. Da die Katakombe südlich des nahen Fabrika-Hügels liegt, nimmt man an, dass die Anlage aus hellenistischer Zeit stammt. Namensgeberin der Quelle war Solomoní (Hannah), eine Jüdin, die während der Judenverfolgung in Palästina im 2. Jh. v. Chr. zusammen mit ihren sieben Söhnen zu Tode gefoltert wurde, weil sie den für Juden verbotenen Verzehr von Schweinefleisch ablehnten.

Im 9. Jh. wurde die Katakombe in eine christliche Kapelle umgewandelt und im 12. Jh. mit Fresken ausgemalt, die durch das eindringende Regenwasser heute stark beschädigt sind. Vom Innenhof der Anlage führt eine steile Treppe hinunter zu einem Brunnen, dessen Wasser man heilende Kräfte, besonders bei Augenleiden, nachsagt. Heute ist die Wasserqualität so schlecht, dass man sich eher eines zuzieht ...

Vor der Höhlenkirche Agía Solomoní steht eine etwa 300 Jahre alte Terpentinpistazie, ein sogenannter „Wunschbaum“; der mit bunten Tüchern behängt ist, wie man sie auch als buddhistische Gebetsfahnen kennt. Gläubige haben sie an die Zweige geknotet, um in der Kirche gesprochene Gebete wirksamer zu machen oder Hilfe bei Augenleiden zu erbitten. Sobald sich das Tuch zersetzt hat, wird das Gebet erhört werden (Tipp: Papiertaschentücher nehmen!). Ursprünglich schnitt ein Pilger, nachdem er eine Kerze angezündet und sich bekreuzigt hat, ein kleines Stück von seiner Kleidung ab und sagte, indem er den Fetzen um den Baum gehängt hat, „Mein Heiliger, ich flehe Dich an, lasse meine Krankheit sich von mir trennen, wie ich diesen Fetzen abgetrennt habe.“


Archäologischer Park
Geöffnet: Mai bis Sept. tgl. 8–19.30 Uhr, Okt. bis April tgl. 8–17 Uhr.

Haus des Dionysos
Gefunden wurde es durch Zufall bei Feldarbeiten im Frühjahr 1962. Der einstige Besitzer, ein Römer, muss ein reicher Mann gewesen sein, denn sein Anwesen umfasste stolze 2.000 m², wovon 556 m² mit Mosaiken belegt sind – sie wurden von der UNESCO in das „Weltkulturerbe der Menschheit“ aufgenommen. Sicherlich nicht ohne Grund, denn diese Mosaiken sind nicht nur schön, sondern sie erzählen auch viele spannende Geschichten.

Narziss
Narziss konnte den Frauen und Nymphen wenig abgewinnen. Dieser Tatsache konnte Aphrodite wiederum wenig abgewinnen und so verdammte sie den Frauen-Ignoranten dazu, für den Rest seines Lebens an Quellen und Flüssen zu sitzen, um sein eigenes Antlitz zu bewundern und in sich selbst verliebt zu sein. Irgendwann hatte sie aber doch Mitleid mit ihm und sie verwandelte ihn in eine Blume, die die Nähe von Wasser bevorzugt und die wir heute noch als Narzisse kennen.

Skylla, das Meeresungeheuer
Das Mosaik aus schwarz-weißen Kieselsteinen stammt wohl aus dem Vorläuferbau der römischen Villa. Archäologen datieren es in die hellenistische Zeit um das 4. Jh. v. Chr. zurück. Zu sehen ist hier Skylla,

Thisbe und Pyramos
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Mosaik von Thisbe und Pyramos
Pyramos ist der Mythologie zufolge der schönste Jüngling und Thisbe die schönste Jungfrau Babylons. Sie leben in Nachbarschaft und verlieben sich, doch die Eltern lehnen eine Heirat ab. Eines Tages verabreden sie sich an einem bestimmten Ort. Wer zuerst da ist, soll auf den anderen warten. Am besagten Abend ist Thisbe als erste da. Sie entdeckt eine Löwin, die an der Quelle trinken will (die Löwin ist im Mosaik durch einen Panther ersetzt). Überstürzt flieht sie, verliert dabei aber ihren Schleier, den sofort der Löwe bzw. der Panther in sein blutiges Maul nimmt. Als Pyramos kommt, ahnt er Schreckliches und – überzeugt, seine Geliebte sei vom Löwen (Panther) gefressen worden – begeht er Selbstmord. Von seinem Blut färben sich die Früchte des Maulbeerbaumes tiefrot. Thisbe findet später ihren toten Geliebten und entsetzt begeht auch sie Selbstmord.

Dionysos, Akme und Ikarios
In der Mitte ist Ikarios zu sehen. Er ist Gastgeber von Dionysos, der ihn im Weinanbau unterweist. Den ersten gekelterten Wein bietet er der lieblichen Akme, die dem Dionysos zuprostet, und zwei Hirten (rechts) an, die bald betrunken sind. (Laut der Inschrift waren das die ersten Weintrinker der Geschichte). Die Freunde der Hirten vermuten, dass Ikarios sie vergiftet habe. Deshalb werfen sie ihn in einen Brunnen.

Poseidon und Amymone
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Mosaik von Poseidon und Amymone
Der Gott des Meeres und des Wassers scheint mit schnellen Schritten auf Amymone zuzugehen. Ihm gegenüber sieht man Amymone, eine der 50 Danaiden, Töchter des Danos. Amymone ist nach Argos unterwegs, um Wasser zu holen. Poseidon stößt, um Amymone eine Freude zu bereiten, mit seinem Dreizack eine Quelle auf. Er schickt Amymone einen Satyr zu Hilfe, der sie aber sexuell belästigt. Poseidon will helfen, doch die Undankbare wehrt ihn mit einer abweisenden Armbewegung ab. Zwischen den beiden steht Eros, der bei ihnen das Feuer der Liebe wieder entfacht ...

Peneios, Daphne und Apollo
Auch wieder so ein Fall von sexueller Belästigung: Die Nymphe Daphne steht hier rechts neben dem liegenden Peneios. Apollo, der Gott der Schönheit, liebt Daphne. Schnell wie der Wind – zumindest der Mythologie nach – verfolgt er sie. Doch Daphne will lieber sterben, als seine Geliebte zu sein: „Verändere mein Äußeres, das mich in diese Lage brachte, oder lasse die Erde mich verschlucken“, fleht sie. Und prompt wird sie von Zeus in den Baum der Daphne verwandelt, den Lorbeerbaum. Apollo jedoch liebt sie sogar als Baum und trägt fortan Lorbeer als eine Krone und schmückt seine Köcher mit Lorbeerzweigen. Wenn das nicht wahre Liebe ist! Übrigens heißt Lorbeer heute noch auf griechisch daphni.

Hippolyt und Phädra
Und schon wieder geht’s um unerwiderte Liebe: Theseus liebt Phädra und entführt sie von Kreta nach Athen, um sie zu heiraten. Phädra aber liebt Hippolyt, den Sohn des Theseus, der sie aber seinerseits nicht liebt. Die bitter enttäuschte Phädra erzählt Theseus, dass Hippolyt ihr Avancen gemacht habe, worauf dieser seinen Vater Poseidon um Hilfe bittet. Der lässt, als Hippolyt mit einem Wagen an der Küste entlang fährt, aus den Wogen einen Stier auftauchen. Die Pferde scheuen, werfen den Wagen um und aus ist´s mit Hippolyt. Auch Phädra nimmt kein gutes Ende: Sie erhängt sich. Dies alles muss man wissen, um zu verstehen, warum Hippolyt auf dem Mosaik so abweisend dasitzt und Phädra auf ihrem Sessel so betrübt schaut. Eros lacht dabei höhnisch, während er der armen Phädra noch Öl ins feuerheiße Herz schüttet, während Hippolyt kalt und unnahbar bleibt.

Ganymedes und der Adler
Experten halten dieses Mosaik für das gelungenste Motiv, was Gestaltung und Farbzusammensetzung anbetrifft. Es geht hier um Zeus, der als Adler daherkommt und Ganymedes, den Sohn eines trojanischen Königs, auf den Olymp bringt, wo er als Mundschenk den Göttern dienen soll. Ob er da wohl viele Überstunden machen musste?

Mufflons
Hier springen vergnügte männliche Mufflons – die Wappentiere Zyperns – fröhlichen weiblichen Mufflons hinterher (sehr zum Verdruss einer älteren Dame, die angesichts der Szene meinte: „Die Männer müssen doch i m m e r den Frauen nachstellen!“).

Pfau und geometrische Muster
Hier sieht man ein überaus eitles Mannsbild, einen Pfau! Geometrische Muster lassen das andere Mosaik wie einen Teppich wirken.

Haus des Theseus
Mit über 100 Räumen gehörte es seinerzeit zu den größten und am üppigsten verzierten Wohnhäusern des Mittelmeerraumes. Die ab 1966 von einem polnischen Ausgrabungsteam freigelegte Villa liegt ca. 150 m südwestlich des Dionysos-Hauses. Es scheint festzustehen, dass das Haus des Theseus Sitz der römischen Prokonsuln auf Zypern war. In der palastartigen Anlage sind besonders zwei Mosaike bemerkenswert:

Theseus Kampf gegen den Minotaurus – Der Ariadnefaden
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Mosaik-Kreisbild von Thesus Kampf
Dieses Mosaik stammt aus dem 3. Jh. n. Chr. In einem Kreisbild holt Theseus zu einem Schlag gegen das Ungeheuer Minotaurus aus. Rechts daneben personifiziert eine Halbfigur Kreta. Links oben schaut Ariadne (die mit dem Faden) hinab, während links unten ein bärtiger Mann das Labyrinth betritt. Die Mythologie erzählt, dass die Athener dem König Minos von Kreta alljährlich sieben knusprige Jünglinge und Jungfrauen als Tribut übergeben mussten. Einmal begleitete Theseus die Gruppe bei der Übergabe. Ariadne verliebte sich in Theseus und gab ihm ihren berühmten Faden mit auf den Weg ins Labyrinth. Bevor der Minotaurus die jungen Leute fressen konnte, wurde er von Theseus erschlagen. Und weil der ja den Faden der Ariadne hinter sich hergezogen hatte, fanden alle miteinander entlang des Fadens wieder aus dem Labyrinth heraus, aus dem vor ihnen nie ein Mensch wieder herausgekommen war. Seither ist der Ariadne-Faden sprichwörtlich für ein Hilfsmittel, mit dem man sich in einer schwierigen Lage zurecht finden kann.

Achilles Mosaik – Die Achillesferse
Hier geht’s darum, dass der kleine Achilles nach seiner Geburt im Unsterblichkeit verleihenden Wasser des Styx gebadet wird. Doch seine Mama, noch etwas erschöpft von der Geburt, hält ihn dabei an der Ferse fest, nicht daran denkend, dass er nun für immer an dieser Stelle verletzlich bleiben wird. Dargestellt ist die Amme, die gerade mit einem Krug des Wunderwassers herbeieilt. Seither ist die Achillesferse sprichwörtlich für eine kleine verwundbare Stelle, die einem zum großen Verhängnis werden kann.

Das Haus des Orpheus
Die Villa liegt westlich des Theseus-Hauses. Entdeckt wurde sie während des Zweiten Weltkrieges, doch erst ab 1982 ausgegraben. Ein Mosaik zeigt einen derart himmlisch Harfe spielenden Orpheus, dass sogar die wilden Tiere gebannt zuhören. Eine andere Darstellung zeigt den bärenstarken Herkules im Kampf mit dem mythischen Löwen Nemea. Und auch eine wilde Amazone mit einem Pferdezaum und einer Doppelaxt ist zu sehen.

Das Haus des Aion
Hier kann man den Einfluss des aufkommenden Christentums auf den Dionysos- Kult erkennen. Unter anderem an der Darstellung des Dionysos als Kleinkind in den Armen des Gottes Hermes – ein selten vorkommendes Motiv, das den Darstellungen der Muttergottes mit dem Kind ähnelt. Aber auch der alte Schwerenöter Zeus ist zu sehen, der sich Leda als Schwan verkleidet nähert. Weiterhin gibt’s einen antiken Schönheitswettbewerb zwischen Cassopeia und den Nymphen des Meeres, als Richter steht zwischen den Kontrahentinnen Aion, der Zeitgott ohne Anfang und Ende. Gewonnen hat den Wettbewerb Cassopeia.

Saránta Kolónes (= Vierzig Säulen)
Die stark zerstörte, byzantinische Festung ist letzter Besichtigungspunkt bei einem Rundgang durch den Archäologischen Park. Ihren Namen hat die Festung von den 40 römischen Säulen, die man für ihren Bau vom benachbarten Forum benutzte und zum Teil zweckentfremdete; so liegt zum Beispiel eine dieser Säulen quer, sie diente als obere Kante der Futterkrippe für die Pferde. Wahrscheinlich wurde die Burg, von der aus man das Hafengebiet überblicken konnte, zum Schutz vor Arabereinfällen im frühen 7. Jh. gebaut. Nach dem Arabereinfall und dem Entmilitarisierungsvertrag im Jahr 688 n. Chr. zwischen Justinian II. und dem Kaiser Abd al Malik wurde die Anlage nicht mehr genutzt. Erst um 1100, im Zuge der Sicherungsmaßnahmen der Insel durch Alexios I., erlangte das Kastell wieder seine alte Bedeutung. Im Jahre 1191 besetzte Richard Löwenherz die Insel, und man übergab ihm auch die Burg, die dann 1222 von einem heftigen Erdbeben zerstört wurde. Man muss sich die Burganlage als sehr trutziges Gebäude vorstellen: Acht verschieden gebaute Türme und drei Meter dicke, mächtige Mauern schützten die fast quadratische Anlage (ca. 70 x 70 m). Ein innerer Mauerring umgab das Zentrum, in dem unterschiedliche Gebäudefunktionen untergebracht waren. Was man heute noch sieht, sind zwei Reihen Futterkrippen für die Pferde, eine Zisterne im Westen, ein Dampfbad im Norden und das Örtchen für die Legionäre, wenn sie mal müssen mussten. Markenzeichen dieser Anlage sind ihre beiden fotogenen Rundbögen.


Archäologisches Museum
Grivas Dhigenis, an der Ausfallstraße Richtung Limassol.
Geöffnet Mo.: bis Fr. 7.30 - 14.30 Uhr, Do. bis 18 Uhr. Sa. und feiertags 10–13 Uhr.

Erster Raum:
Die Ausstellungsstücke stammen aus dem Neolithikum und der Bronzezeit. Sie umfassen Werkzeuge, „Red-polished“ Keramik (frühe Bronzezeit), White-painted Keramik (mittlere Bronzezeit) und Dolche (späte Bronzezeit). Frühere Handelsbeziehungen zum griechischen Raum dokumentieren schwarz glasierte Stücke. Ebenso sind kleine Terrakotta-Figuren, teilweise noch bemalt, ausgestellt.

Besonders interessant:

  • die Instrumente eines Chirurgen (im ersten Raum in der Vitrine auf der linken Seite), dessen Grab unter dem Hotel Annabelle in Páfos zu sehen ist,
  • in der Mitte des Raumes dann das Skelett eines Mädchens aus dem nahen Lémpa, das nur 20 Jahre alt wurde und irgendwann ums Jahr 3000 v. Chr. gestorben sein muss,
  • eine Sammlung von Theatermasken aus Ton, man erkennt noch die Löcher, mit denen sie befestigt wurden.

Zweiter Raum:
Besonders interessant eine 1957 aus dem Meer bei Páfos geborgene, jedoch stark beschädigte Aphrodite-Figur.

Dritter Raum:
Die Ausstellungsstücke entstammen der hellenistischen und römischen Zeit. So findet man hier die Gegenstände, die bei der Freilegung des Dionysos-Hauses geborgen werden konnten. Des weiteren sind Terrakotta-Figuren zu sehen. Besonders interessant: die zwei rechteckigen Sarkophage in Form eines Hauses.

Vierter Raum:
Hier sind Gegenstände aus der byzantinischen und mittelalterlichen Zeit (4. bis 10. Jh.) untergebracht. Die römischen Töpferwaren und die byzantinischen Amphoren wurden bei Ausgrabungen im Haus des Dionysos gefunden. Besonders interessant: eine Darstellung des betrunkenen Herkules.

Letzter Raum:
Hier sind Funde aus der fränkischen (1192–1489) und der venezianischen Zeit (1489–1571) zu sehen.

Besonders interessant:

  • die fränkischen Grabsteine, die Auskunft über die in Zypern gestorbenen Adligen geben.
  • ein Fund von den Ausgrabungen im Bereich der fränkischen Kirche in Páfos: vier Engel tragen eine Art Baldachin. Die Darstellung aus der italienischen Renaissance geht vermutlich auf venezianischen Einfluss zurück.


Königsgräber
Geöffnet: Mo. bis Fr. 7–17 Uhr und Sa./So. 9–17 Uhr

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Prachtvolle Gräber mit Säulen und Pfeilern
Die Gräber hier sind so prachtvoll, dass sie eines Königs würdig wären, daher auch ihr Name. Tatsächlich liegen hier aber keine Könige begraben, die gab es damals auf Zypern nicht, sondern reiche ägyptische Beamte aus der Ptolemäerzeit vom 3. und 2. Jh. v. Chr. Auch sind es keine Gräber im üblichen Sinne, die hier tief ins Erdreich geschlagen wurden, sondern regelrechte Häuser mit einem von Pfeilern und Säulen umgebenen Atrium, hinter dem Treppen in die eigentlichen, in den Kalkstein getriebenen Grabkammern führen. Und wie es sich für eine schöne Immobilie gehört, wollten die Grabinhaber nicht auf einen schönen Ausblick verzichten und so blicken sie aus dem Jenseits und die Besucher im Diesseits auf das Meer vor Pápfos. Grabbeigaben wurden hier so gut wie keine mehr gefunden, da die Gräber schon während der Römerzeit ausgeraubt wurden, was noch übrig blieb, wurde dann von Grabräubern wie dem US-Konsul Luigi Palma di Cesnola weggebracht. Nur für die Diebe Wertloses, wie Skelette, Sarkophage, Stoffe und hin und wieder einen Metallbeschlag, haben sie zurückgelassen.

Die schönsten der Gräber sind die Haus-/Grabnummern 3 und 6, und auch 7 und 13 sind beachtenswerte.
Jenseits-Behausungen mit ihren Stufen und Felsbrunnen im Atrium.

Die Gräber wurden bis in die römische und frühchristliche Zeit für Bestattungen benutzt, einige von ihnen waren im Mittelalter sogar bewohnt. Übrigens, die lange geglaubte Theorie, dass diese Gräber den Christen einst als Katakomben dienten, wurde mittlerweile von Archäologen widerlegt.


Avgás-Schlucht (auch Avakas-Schlucht)
(Länge der Hauptschlucht: ca. 500 m, Breite: stellenweise nur 2 m, Höhe: bis zu 250 m aufragende Felswände)

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Avgás-Schlucht
Hinkommen:
Kurz vor Ágios Geórgios beim Café Sunset der Beschilderung nach Akámas auf einem weitgehend unbefestigten Küstenfahrweg folgen (man sollte diese Strecke nur mit einem Geländefahrzeug befahren). Links der Strecke passiert man den Dünenstrand, an dem im Juni Meeresschildkröten ihre Eier ablegen. Etwa 2 km nach Beginn der Piste steht hinter einer Brücke rechts ein Wegweiser zum Restaurant „The last castle“. Dem folgt man und fährt vor dem Restaurant nach rechts auf einem schmalen Sträßchen den Hang hinunter. Dort führt dann ein Weg ins linke Seitental der Schlucht.
Der Weg wird immer holpriger und ist bald nur noch mit dem Jeep zu befahren. Je nachdem, wo man parkt, sind es nur wenige oder bis 15 Gehminuten zum Eingang der Schlucht. Am einfachsten kommt man aber hin, wenn man den vielen weißen Jeeps folgt, die zur Avgás-Schlucht fahren, denn sie ist ein beliebtes Ziel von Jeeptouren! Man kann das Auto auch in Koloni (am Knick in der Dorfstraße) bei Pano Aródes abstellen und die gesamte Schlucht (3 km) bergabwärts in etwa drei Stunden bis an die Küste durchlaufen. Zurück fährt man dann von Ágios Geórgios mit dem Taxi.


Hinweise:

  • Man sollte bei dieser Wanderung festes, wasserdichtes Schuhwerk tragen, denn die Felsen sind stellenweise glitschig.
  • Wer nur den Hauptteil der Schlucht begeht und vor deren steilem Ende wieder umkehrt, braucht keinen Rucksack, denn der wäre bei der Kraxelei über die glatten Steine eher hinderlich.
  • Bei Regen darf die Schlucht wegen Gefahr von plötzlichem Wassereinbruch auf keinen Fall begangen werden.

Ihren Namen erhielt die Schlucht vermutlich von den avga (= Eier), die hier einst auf den Klippen gesammelt wurden.

Eine Wanderung durch die Avgás-Schlucht ist eines der landschaftlich eindrucksvollsten Erlebnisse der Insel – obwohl die Wanderung durch den spektakulärsten Teil der Schlucht nur eine knappe Dreiviertelstunde dauert (um dann wieder auf dem gleichen Weg zurück zu gehen). Es ist schon ein gewaltiger Eindruck, zwischen den senkrecht, stellenweise sogar überhängenden, aufragenden Felswänden hindurchzugehen oder zu waten, denn immer wieder führt der Weg durch das Flussbett über Steine zur anderen Seite des Flüsschens. Die Sonne dringt nur zur Mittagszeit auf den Grund der steilen und schmalen Klamm vor. Hier wachsen hängende Pflanzen wie die endemische Centauria acamantis, aber auch Feigen- und Olivenbäume, wilde Johannisbrot- und Oleanderbäume.
Hinein in die Schlucht findet man leicht, wer aber am anderen Ende wieder rausklettern möchte, der sollte das nur in Begleitung von Ziegen oder einem Wanderführer tun!

Auch starke Niederschläge können zu einem frühzeitigen Ende der Wanderung führen, denn der Bach muss mehrmals überquert werden.


Lára-Bucht
Nördlich von Ágios Geórgios legen in der Lara-Bucht die Karetta-Schildkröten ihre Eier ab.

Zwei Arten der Meeresschildkröten legen noch immer Eier an der Küste Zyperns ab:

  • die Green Turtle (Chelonia mydas), die man auch wegen ihrer Nutzung als „Suppenschildkröte“ bezeichnet. Diese Schildkröte legt nur hier an der Westküste der Akámas-Halbinsel ihre Eier ab,
  • die Loggerhead Turtle (Caretta caretta), die auch noch an anderen relativ ruhigen Strandabschnitten Eier vergräbt.

Seit 1971 stehen die Meeresschildkröten auf Zypern unter Naturschutz. 1976 stellte man Überlegungen an, wie man den Lebensraum und die Überlebensmöglichkeiten der jungen Schildkröten verbessern könnte. 1978 schließlich wurde das Lára Projekt unter der Federführung des Department of Fisheries begonnen. An der Finanzierung war außer der zyprischen Regierung zeitweise auch der World Wildlife Fund beteiligt. Doch bevor das Projekt praktisch begonnen wurde, verschaffte man sich 1976 und 1977 einen Überblick über die Brutsituation der Meeresschildkröten, man fand dabei heraus, dass die Suppenschildkröte ausschließlich an den einsamen Stränden der Westküste brütet, insbesondere in der Region um Lára.
Meeresschildkröten gehören zu einer alten Gruppe von Reptilien, und haben, wie die marinen Säugetiere (zum Beispiel Delphine, Wale) ihren Evolutionsprozess umgekehrt und sich in die See zurückgezogen. Doch dieser Umkehrungsprozess ist nicht vollständig gelungen: Obwohl sich Meeresschildkröten sehr gut im Wasser zurechtfinden, schnelle Schwimmer sind und lange tauchen können, ist ihre Verwandtschaft zu den landorientierten Vorfahren doch unübersehbar. Wie diese müssen auch Meeresschildkröten Luft atmen und an Land zurückkehren, um ihre Eier zu legen.

Beide Arten der oben genannten Meeresschildkröten erreichen eine Länge von ca. einem bis eineinhalb Meter. Die Muttertiere kriechen im Abstand von zwei bis drei Jahren im Schutze der Nacht an Land, hinterlassen dabei eine Art Raupenspur und graben dann im Sand Nester in eineinhalb bis einem Meter Tiefe, wo sie ca. 100 Eier ablegen.

Beim Rückzug ins Meer glätten sie den Sand wieder und verwischen ihre Spur. Dieser Vorgang wiederholt sich bei den gleichen Muttertieren bis zu fünfmal im Zeitraum von Mitte Juni bis Mitte August. Diese Nester sind bevorzugte Delikatesse vor allem von Strandfüchsen, die sie ausrauben. Davon werden aber Krähen und Habichte angezogen, die sich am „Ausgrabungsfund“ gütlich tun. Falls die Nester ungestört geblieben sind – und in Lára werden sie mit umgestülpten Drahtkörben vor den Strandräubern geschützt – entschlüpfen den Eiern nachts die Jungen und eilen instinktiv dem Meer zu.

Man sammelt aber auch Eier an anderen Stränden und bringt sie hier nach Lára Bay, um sie unter den Schutz der besagten Käfige zu bringen. Doch überall, wo Menschen sind, versuchen sie, der Natur ins Handwerk zu pfuschen – so geschehen auch beim Láraprojekt. Jemand hatte die Idee, die Eier künstlich in Wärme isolierenden Polystyren-Dosen ausbrüten zu lassen.
Dabei stellte sich heraus, dass bereits leichte Temperaturschwankungen zu Veränderungen der Geschlechterzugehörigkeit führen:

  • Temperaturen von 29–30 °C förderten die Entwicklung weiblicher Tiere.
  • Temperaturen unter 29 °C, wie sie in den Polystyren-Kästen herrschten, förderten besonders die Entwicklung männlicher Tiere.
Da der Erfolg dieser Methode fragwürdig war und man bei der Stabilisierung der artgefährdeten Meeresschildkröten vor allem an weiblichen Nachkommen interessiert ist, experimentierte man anschließend, erfolgreicher, mit Brutstationen, deren Temperaturen exakt gesteuert werden können. Hinweis Zwischen Mai und August darf man mit dem Wagen auf keinen Fall direkt ans Ufer fahren (am besten natürlich, man ließe das gänzlich), da dann die kleinen Schildkröten schlüpfen und um ihr Leben ins Meer rennen.


Kloster Ágios Neófytos
Geöffnet: April bis September 9–13 Uhr und 14–18 Uhr. Oktober bis März 9–16 Uhr.

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Kloster Ágios Neófytos
Hier lebte einst der Einsiedler Neófytos, der den Anstoß zur Klostergründung gab. Neófytos wurde im Jahre 1134 n. Chr. im Dorf Káto Drys in der Nähe von Léfkara geboren. Seinem Elternhaus kehrte er jedoch den Rücken, als eine Heirat anstand. So zog er als 18-jähriger ins Kloster Ágios Chrysóstomos nahe der Burg Buffavento (heute türkisch besetztes Gebiet). Der Novize lernte dort Lesen und Schreiben. Zuhause, wo sieben andere Kinder lebten, war für diesen „Luxus“ kein Geld da. Danach besuchte er die heiligen Stätten in Jerusalem. Er beabsichtigte, dort zu bleiben, um an einem einsamen Ort mit einem Eremiten zu leben. Doch seine Erwartungen erfüllten sich nicht; er kehrte nach sechs Monaten wieder nach Zypern zurück und blieb für kurze Zeit in seinem Kloster.

Bald erhielt er vom Abt die Erlaubnis, dieses zu verlassen. Zu Fuß begab er sich auf den Weg nach Páfos, von wo aus er auf einem Schiff nach Latros, einem berühmten Mönchsstaat in Kleinasien, reisen wollte. Doch die Hafenwachen verhafteten ihn wegen zweier Münzen, mit denen er die Überfahrt hätte bezahlen müssen, aber nicht hatte: für 24 Stunden blieb er in Haft. Da er von nun an die Gegend nicht verlassen durfte, wanderte er in nördliche Richtung und fand eine Höhle an einem einsamen und friedvollen Ort – er beschloss, hier zu bleiben. Am 14. September 1159, drei Monate nach seiner Ankunft, begann er hier mit dem Bau der Einsiedelei, die er genau ein Jahr später fertiggestellt haben soll. Eigenhändig arbeitete er mit Axt und Spaten aus dem Gestein eine Kapelle und Zelle heraus. Einige der Fresken, die man heute an den Wänden und den Decken sieht, stammen noch aus dieser Zeit. Sogar sein späteres Grab grub er selbst aus und vermerkte: „Selbst wenn Du alles auf der Welt besessen hast, nicht mehr als dieses Grab wird deines sein.“

Neófytos war auch ein wacher Beobachter des politischen Geschehens. Seine Eindrücke legte er in Chroniken nieder. Heftige Kritik übte er an Richard Löwenherz und dem anschließenden Verkauf der Insel an die Lateiner. Neófytos starb im Jahre 1219 im Alter von 85 Jahren.

Erste Höhle – Kirchenraum
Die untere Hälfte der Westseite ist mit zwölf äußerst grimmig blickenden, lang und spitzbärtigen Heiligen (zwei davon sind nackte, behaarte Einsiedlermönche) bedeckt, die als Vorbild des Klosterlebens gelten. Die Aufschriften auf den Weihtüchern, die sie in den Händen halten, raten: demütig und gehorsam zu sein, zu fasten, zu beten, die Sünden zu bereuen und den Glauben an Gott über die Liebe zu den Eltern zu stellen. Auffallend ist der zwölfte Mönch ganz rechts in der Wandvertiefung, der wie beleidigt auf die anderen blickt.
Es handelt sich um Stefanos den Jüngeren, der im 8. Jh. lebte (die anderen elf stammen aus dem 4. bis 6. Jh.) und als Anführer im Kampf gegen die Ikonenbekämpfer mit weiteren 300 Mönchen ins Gefängnis geworfen wurde. Nach 11-monatiger Haft wurde er von einer aufgebrachten Menge misshandelt, erschlagen und anschließend sein Leichnam geschändet. Unter dem Pantokrator sind weitere sieben Einsiedler mit ihren Lebensmaximen zu sehen. Eine lautet: „Nach der Lehre der Väter ist dies der rechte Weg zur Glückseligkeit: nur einmal am Tag zu essen“.

Zweite Höhle – Bema – (Altarraum)
Hier befindet sich ein kleiner steinerner Altar. Der Einsiedler ist zwischen den Erzengeln Michael und Gabriel dargestellt, die ihn an der Schulter fassen. Die Inschrift hierzu lautet übersetzt: „Ich bete inbrünstig, dass ich einmal durch die Tugend meiner Lebensführung in den Kreis der Engel aufgenommen werde“ – „Oh heiliges Paar, ich ersuche euch mit all meiner Kraft, dass diese Darstellung eines Tages Wirklichkeit werden möge“. Die Malerei gilt als zeitgenössische Darstellung des Neófytos. Übrigens: Die Darstellung des Pantokrators – des Herren – kann man nur (ehrfürchtig) liegend oder kniend genau betrachten.

Dritte Höhle – Wohnraum (Cella) des Neófytos
Hier verbrachte dieser außergewöhnliche Mensch vier Jahrzehnte seines Lebens und von hier aus schrieb er mit unvergleichlichem Scharfsinn über die dramatischen historischen Ereignisse seiner Zeit. Bett, Tisch und Stuhl sind alle aus Stein und auch sein schon zu Lebzeiten von ihm selbst errichtetes Grab befindet sich hier. Um dieses ranken sich allerlei Wundergeschichten, so auch die: Wer auch immer sich in das Grab des Heiligen legt, es wird sich ihm in der Körpergröße und -form nach anpassen. Auch sollen sich hier zu Lebzeiten des Heiligen die Gebeine seiner verstorbenen Anhänger befunden haben.

In den Vertiefungen und Nischen seiner Wohnhöhle bewahrte Neófytos seine Papiere und Schreibgeräte auf. Hier schrieb er einige Bücher, unter anderem „Die Widrigkeiten, die das Land Zypern bedrängen“, ein Werk, das von den Verhältnissen auf der Insel im 12. Jh. handelt. Auf einer Darstellung blickt Christus von der Decke aus auf das Grab des Neófytos. Links vom Grab erkennt man Neófytos als kleine, kauernde Gestalt vor Christus. Der schmale niedrige Eingang wurde nach Auffinden der Heiligengebeine 1756 geschaffen, so dass auch Frauen zum Grab des Heiligen gelangen konnten.

Schon zu Lebzeiten des Heiligen hatte seine Einsiedelei einen derartigen Zulauf von Mönchen, dass Ágios Neófytos oberhalb der Kapelle einen weiteren Raum in den Felsen schlug, der nur mit einer Strickleiter zu erreichen war. Von diesem Hagíasterion nahm er an den Gottesdiensten teil, deren Klänge er durch einen extra dafür angelegten Schacht hören konnte. Während er einen neuen Pfad zu der Höhle anlegen wollte, entging er nur knapp dem Tod, als sich ein riesiger Felsbrocken löste und ihn teilweise begrub.

Von der Einsiedelei schaut man zur Klosteranlage hinüber. Die der Muttergottes gewidmete Basilika ist wahrscheinlich im 15. Jh. entstanden und enthält wertvolle Ikonen. Vorn links in der Klosterkirche befindet sich auch der versilberte Schädel des Neófytos, der von den Gläubigen als eine besondere Reliquie verehrt wird. Er wird in einer silbernen, pyramidenförmigen Lade aufbewahrt.

Heute leben nur noch wenige Mönche hier. In der Osterwoche ziehen große Pilgerscharen um das Kloster, um an der österlichen Liturgie teilzunehmen. Die Teilnahme an den Osterfeierlichkeiten gerade hier soll Glück bringen.

Klostermuseum (Öffnungszeiten wie die des Klosters)
Es besteht aus einer sakralen Abteilung mit Ikonen, liturgischen Geräten und Priestergewändern aus der Zeit vom 12. bis zum 19. Jh. (unter anderem einem Holzkreuz, das aus der Einsiedelei des Neófytos stammen soll) und einer nichtkirchlichen Abteilung mit Gefäßen hauptsächlich aus der geometrischen Periode sowie Landkarten Zyperns aus verschiedenen Jahrhunderten. Wenn man die Frankfurter Landkarte aus dem Jahr 1719 mit anderen Landkarten vergleicht, so stellt man fest, dass die Frankfurter Karte erheblich schlechter als viele frühere Landkarten war!


Bäder des Adonis
Hinkommen: Die Bäder befinden sich 2 km nordwestlich des Dorfes Kili bei Páfos. Von Páfos aus liegen sie 12 km entfernt, man kann sie über Kili oder Tala oder über die Landstraße, die zum Dorf Akoursós führt, erreichen. Für die Fahrt empfiehlt sich ein Jeep.

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Smaragdfarbene Bäder des Adonis
Im Gegensatz zu den weitaus bekannteren Bädern der Aphrodite sind die abgeschieden liegenden Bäder des Adonis kaum bekannt. Sie sind erst seit 1996 über eine Straße zu erreichen und bislang auf kaum einer Karte verzeichnet. Auch werden sie bis heute nur von wenigen Jeepsafari-Veranstaltern angeboten und von Ausflugsbussen bis jetzt noch nicht angefahren.

Constantinos an der Kasse ist ein gottesfürchtiger Mann, der gerne von der allgöttlichen Macht und der Sintflut erzählt, dieses idyllische Fleckchen Erde im Besitz Gottes und nicht in Privatbesitz wähnt, und derweil den saftigen Eintrittspreis stellvertretend für den Allmächtigen kassiert. Zweifel an sich und seinen Preisen kennt Constantinos nicht, denn er weiß: Dieses Fleckchen Erde ist ein Gottesgeschenk. Ist es auch.

Zwei etwa 10 m hohe Wasserfälle fallen hier in zwei Teiche von smaragdgrüner Farbe, die von Felsen umgeben sind. Taue liegen bereit, auf dass man sich wie Tarzan von Ast zu Ast oder ins Wasser schwingt. Und das ist Pflicht, darauf besteht Constantinos. Denn dieses Wasser, das sei wunderwirkend: Bei Frauen verstärke es das Weibliche und bei Männern das Männliche und es wäre allgemein von wundersam seelenheilender Wirkung. Das Prinzip Frau und Mann könne man auch aus der Luft erkennen, denn das längliche obere Becken mitsamt seinem buschigen Umfeld sähe aus wie ein Mann und eine Frau bei der Liebe.

Auch die Mythologie rund um dieses Gewässer weiß von den Freuden der Liebe zu berichten: Adonis war der Ehemann der schönen Aphrodite und mit der pflegte er nach der Liebe hier zu baden. Auf einer Strecke von fünf bis sechs Kilometern flussaufwärts gäbe es noch viele weitere schöne Wasserbecken, berichtet Constantinos. Nach und nach würden weitere Pools zugänglich gemacht werden. Doch bis dahin rät Constantinos dringend davon ab, tiefer in den oberen Teil der Schlucht vorzudringen. Schlangen lauerten dort, auch giftige. Auch könne man leicht in Gefahr kommen, wie das deutsche Ehepaar, das den Abhang herunterrutschte und den ganzen Tag dort festsaß, bis abends er, Constantinos der Befreier, kam. Am stimmungsvollsten ist das Licht bei den Bädern des Adonis morgens gegen 9 Uhr.


Bäder der Aphrodite
Vom Parkplatz bei den „Baths of Aphrodite“ führt ein schmaler, gepflasterter Weg in wenigen Minuten zu diesem sagenumwobenen Ort. Ob es denn geholfen hätte, fragte schmunzelnd ein älterer Brite, dem wir auf dem Rückweg vom Bad der Aphrodite begegnen. Er spielte (etwas uncharmant!) darauf an, dass ein (verbotenes!) Bad bzw. ein nicht zu empfehlendes Kosten des Wassers in diesem Tümpel zu jugendlicher Schönheit und Kraft sowie zu Glück in der Liebe verhelfe.

Die strengen Verbotsschilder am Rande des Teiches „Do not enter the pool“ und „Please do not swim“ gehen aufs 19. Jh. zurück, als die Leute reihenweise in die Bäder der Aphrodite gehüpft sind mit dem Wunsch, sich zu verjüngen.

In diesem natürlichen Wasserbecken mit einer Quelle unter einem Felsüberhang überraschte Akámas, der Sohn des Theseus, der Mythologie nach die nackte Aphrodite und die tat, was sie tun musste: Sie vernaschte den knackigen Jüngling auf der Stelle. Beide wurden von einer Frau, der personifizierten Verleumdung, bei den olympischen Göttern verraten. Aphrodite musste auf den Olymp zurückkehren!

Geografisch ist aber mit diesem mystischen Ort vielleicht eine weiter westlich gelegene Meeresbucht, die Fontana Amorosa, gemeint. Von der die Bewohner der Umgebung auch glauben, dass sie die eigentliche Liebesquelle sei. Welche immer die richtige Quelle sein mag: es wird jedenfalls behauptet, dass derjenige, der aus der Quelle trinke, jugendliche Schönheit und Kraft erlange und sich sofort verliebe. Im Zweifelsfalle trinke man also an beiden Stellen (und wenn man sich seine Gesundheit erhalten will, dann weder an der einen noch an der anderen).

Fototipp:
Beste Fotografierzeit vor allem für die auf der ersten Wanderhälfte liegenden Naturschönheiten sind die Vormittagsstunden, denn nachmittags befinden sich die tief unten liegenden Buchten im Schatten.


Wanderung zur Fontana Amorosa (einfacher Weg 6 km):
Als gesamte Wanderzeit muss man mit ca. 3 Stunden rechnen. Der Weg ist durchweg leicht und weist insgesamt nur wenige Steigungen auf. Der Küstenweg beginnt unterhalb der Abzweigung des asphaltierten Weges zum Bad der Aphrodite. Wer nicht den gesamten Weg laufen möchte, der wird bereits nach ca. 30-45 Minuten Wanderung durch herrliche Ausblicke auf türkisfarbene Meeresbuchten, die vom Land aus nicht zugänglich sind, belohnt. Später, wenn der Weg auf ein Plateau hinabführt, liegt gleich zu Beginn an der rechten Seite eine interessante Felsenformation: durch einen Felsenschlund wird das Meerwasser hindurch gepresst und sorgt damit für eine wilde Szenerie. Im weiteren Verlauf bis zur Fontana Amorosa ist der Weg eher monoton, führt aber an kleinen und einsamen Sandbuchten entlang.
Die Fontana Amorosa mit ihrem Kiesstrand ist keine spektakuläre Bucht und wirkt eher enttäuschend, hier ist der Weg das Ziel. Denn an der Liebesquelle angekommen, einem einbetonierten Wasserbecken, fragt man sich unwillkürlich, ob es das denn nun schon gewesen war. Allerdings hat das kühle Nass der Legende zufolge (wie auch das umseitig erwähnte Bad der Aphrodite) ganz merkwürdige Eigenschaften: Wer davon trinkt, wird schön und jung und verliebt sich alsbald so unsterblich wie ehemals die Liebesgöttin – und zwar in den oder die Nächstbeste(n)! Also, Vorsicht!

Sollten Sie noch weiter vordringen wollen, dann gelangen Sie zum Kap Arnauti, auch Kap Akámas genannt, geographisch der westlichste Punkt der Insel. Kurz vor dieser Nordwest-Spitze Zyperns ist das Containerschiff Agnello aufgelaufen, dessen Wrack noch zu sehen, aber mittlerweile in zwei Teile auseinander gebrochen ist.

Etwas weiter in Richtung Osten erstrecken sich einige flachere Felsen, wo man gut Sonnenbaden kann. Im Süden des Kaps ragen einige spektakuläre Felsen auf, sie liegen allerdings zu weit im Meer draußen, um sie zu erreichen.

Hinweise

  • Bis vor einiger Zeit konnte man die schmale Straße ab den Bädern der Aphrodite zur Fontana Amorosa auch mit einem Geländefahrzeug zurücklegen – heute ist die schmale Straße nur noch als Einbahnstraße ab der Fontana Amorosa zu befahren.
  • Kap Arnauti und der ganze Küstenstrich im Nordwesten der Akámas-Halbinsel werden von Ausflugsbooten ab Pólis oder Lakkí angefahren.


Die Halbinsel Akámas (Höhenlage: 0–668 m)
Irgendwo auf der Akámas-Halbinsel soll es einen Ort geben, wo bis heute eine noch unerforschte Kraft den Menschen von der Halbinsel fernhält. Das mag schon stimmen, denn es waren erst die Späthippies der 1980er Jahre, die (neben den Briten, die bis ins Ende des zweiten Jahrtausend hier ihre Schießübungen abzuhalten pflegten), diesen ursprünglichen Teil der Insel „entdeckten“.

Hier fanden sie eine noch intakte Landschaft ohne Bettenburgen, Schnellstraßen und Touristenmassen, denn nirgendwo ist Zypern so ruhig, nirgendwo so unberührt vom Bauboom, der den Süden Zyperns in den vergangenen zwei Jahrzehnten so vehement verändert hat. Und nirgendwo musste sich die Tourismusindustrie so zügeln – bis jetzt jedenfalls.

Bis heute ist die Halbinsel ein bevorzugtes Ziel für Wanderer, Mountainbiker und alle, denen nicht der Sinn nach dem lauten Strandleben an der Südküste steht.

Tiere und Pflanzen, deren Lebensräume anderswo längst verschwunden sind, haben auf Akámas noch ihr Refugium. Rund 530 verschiedene Pflanzenarten, ein Drittel der auf Zypern existierenden Pflanzen, verwandeln die Halbinsel Akámas im Frühjahr in eine farbenfrohe impressionistische Szenerie. Pinien und Wacholderbüsche bedecken die zerklüftete Hügelkette der Insel.

Am Rande der Naturpfade der Akámas sieht man Zypressen, Eukalyptusund Erdbeerbäume. In diesem Gebiet kann man 186 verschiedene Vogelarten beobachten. 16 Schmetterlingsarten, Schlangen und weitere 20 Spezies Reptilien leben in dem Naturschutzgebiet der Akámas Halbinsel. Am Kap Arnaúti gibt es sogar noch eine Kolonie von Mönchsrobben. Man glaubt, dass die Gegend ihren Namen von dem griechischen mythologischen Helden Akámas, Sohn von Theseus, bekommen hat, selbiger nach dem trojanischen Krieg nach Zypern gekommen war und die Stadt Akamantis gegründet hatte.


Umgebungsplan von Páfos
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