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Quicknavigation: Lárnaka Sehenswertes | Stadtplan von Lárnaka | Kirche Ágios Lazaros | Hala-Sultan-Tekke | Kiti – Panagía Angelolókistos | Steinzeitsiedlung Choirokoitía | Kloster Stavrovoúni und Kloster Agía Varvára | Umgebungsplan von Lárnaka Lárnaka - ca. 70.000 Einwohner, Höhenlage: Meereshöhe„Ich werde niemals den ersten Eindruck vergessen, den ich von der Stadt Lárnaka, meinem zukünftigen amtlichen Wohnsitz empfing, als das Schiff langsam dem Ankerplatz zudampfte. Es wurde etwa eine englische Meile von der Küste der Anker ausgeworfen, weil sich daselbst kein Hafen, sondern nur eine offene Bucht befand. In dieser Entfernung sah die Stadt just wie ein Bild der Zerstörung aus: kein Lebenszeichen, keine Vegetation sichtbar, mit Ausnahme einiger einsamer Palmbäume, deren lange Blätter gleichsam trauernd herabhingen. In der Tat war mein erster Gedanke, an Bord zu bleiben und nicht auf einer so verlassen erscheinenden Insel zu landen ...“ schrieb 1870 Luigi Palma di Cesnola über seinen ersten Eindruck von Lárnaka. Es ist noch nicht solange her, dass die fremden Besucher gar nicht gerne und freiwillig nach Lárnaka kamen: Als ungesund galt das Klima, als langweilig das Leben und nicht wenige von ihnen starben während ihres Aufenthalts auf Zypern, damals grassierte noch die Malaria auf der Insel. Tatsächlich vermutet man, der Name käme vom griechischen Wort larnax, was „Sarkophag“ bedeutet – man hat tatsächlich viele Gräber des ehemaligen Kition hier in der Gegend gefunden. Doch Lästermäuler behaupten, der Name beziehe sich auf den Ort selbst, der wirklich wie ein Grab wäre. Lárnaka, das Anfang des 20. Jh. an Bedeutung verloren hatte, erlebte nach der türkischen Invasion 1974 einen großen Aufschwung. Nachdem der Seehafen von Famagusta nicht mehr zugänglich war, wurde der Hafen von Lárnaka nach dem von Limassol zum zweitwichtigsten Seehafen der Insel. Die einzige Erdölraffinerie Zyperns wurde am Stadtrand erbaut und Lárnaka zur Drehscheibe im Nahostverkehr, wo sich viele westeuropäische Firmen und arabische Geschäftsleute niedergelassen haben. Auch wenn Lárnaka noch immer den Flair einer Provinzstadt aufweist: An der Uferpromenade brodelt heute das Leben. Sie wurde verkehrsberuhigt, ein amerikanischer Architekt hat die Pläne für die neue Prachtpromenade entworfen. Konzept: das Meer, dann der Strand, die Oleanderbüsche, die Straße, die hohen nostalgischen Lampen, die ebenfalls hohen Dattelpalmen, die Cafés und dann die klassizistischen Kolonialgebäude mit ihren Restaurants und Hotels – alles fein säuberlich hintereinander. Diese klare Strukturierung hat nichts Spektakuläres an sich – und wirkt doch nicht so möbliert wie manch eine mitteleuropäische Fußgängerzone. Lárnakas Promenade ist einfach überstrahlt von einer großen Leichtigkeit des Seins. Sehenswertes
Stadtplan von Lárnaka ![]() Kirche Ágios Lazaros Öffnungszeiten der Kirche: April bis Aug.: Mo bis Sa. 8–12.30 Uhr, 15.30– 18.30 Uhr Sept. bis März: Mo. 8– 12.30 und 14.30–17 Uhr. Museum: Mo. bis- Fr. 8.30–13 Uhr und 14– 17 Uhr.
Sarkophag des Lazarus unter dem Altarraum
Nachdem Lazarus endgültig ins Jenseits verschieden war, wurden seine Gebeine nach ihrer Auffindung vom byzantinischen Kaiser Leon VI. nach Konstantinopel gebracht, dort von den Kreuzfahrern geraubt und zur endgültigen Ruhe in die Kirche St. Lazare in Autun im französischen Burgund (nach anderen Quellen nach Marseille) gebracht. Seine Gebeine hätten nun in Frieden ruhen können, hätte man nicht in den 1970er Jahren in einer bis dato vergessenen Krypta unter dem Altarraum einige Sarkophage entdeckt, einer davon wurde als der 890 aufgefundene Sarkophag des Heiligen und der darin gefundene Schädel eindeutig als der des Lazarus identifiziert ... Ob die Schädelreliquie, heute in der Kirche unter einem geschnitzten, goldenen Baldachin im Altarraum ausgestellt, nun wirklich die jenes Homo Sanctus oder die irgendeines Homo Sapiens ist, ist allein eine Frage des Glaubens. Die Zyprioten jedenfalls sind sich seit der Entdeckung der Gruft sicher, dass ihre Vorfahren dem Kaiser Leon VI die Gebeine von irgendjemandem, aber nicht die des Lazarus übergeben und die echten Lazarus-Gebeine klammheimlich umgelagert haben. Und so kommt es, dass dieses Haupt (und nur dieses!) das echte des Lazarus ist und die Lazarus-Häupter in Burgund und in Marseille Fälschungen sind ... In der ansonsten eher schmucklosen Kirche hängt eine sehenswerte Ikone des Heiligen, die allerdings unschuldigen Kindern Unglück oder gar den Tod bringen soll. Brautleute, die in der Lazarus-Kirche heiraten, brauchen viel Liebe und Vertrauen ins Leben – denn eine Heirat in dieser Kirche soll frühen Tod oder eine baldige Scheidung bringen. Die im 10. Jh. erbaute Kirche teilte nicht das Schicksal so vieler anderer Kirchen auf Zypern – die Umwandlung in eine türkische Moschee – weil die Christen seinerzeit ein hohes „Lösegeld“ für ihren Erhalt bezahlten. Ihr Glockenturm wurde von den Franken erbaut – die orthodoxe Kirche kennt keine Glockentürme, sondern nur kleine Glockengiebel. Außerhalb des Gotteshauses (neben der Toilette) sind hinter einem schwarzen Gitter interessante Grabsteine zu sehen: Mary, die Frau von Samuel Palmer, die am 15. Mai 1720 zusammen mit ihrer kleinen Tochter beerdigt wurde. Wilhelm, der Seemann, der 1849 nur 32jährig gestorben ist. Ein anderer Wilhelm, der nur 29 Jahre alt wurde, Ian, der Kaufmann, starb 1693 mit 21 Jahren. Elisabeth Pfauz, eine Deutsche, geboren in Venedig, wurde 1792 beerdigt. Sie waren wohl alle Kaufleute bzw. deren Angehörige der Levant Company, einer Schwestergesellschaft der Ostindien-Kompanie, die im 17. Jh. chinesische Seide aus Asien nach Europa verschiffte – alle hier Beerdigten sind in jungen Jahren verstorben, vermutlich an Malaria. Hala-Sultan-Tekke
Ehemaliges Derwischkloster - die Hala Sultan Tekke
Das schattige Gelände der Moschee, die ein wenig an die arabische Welt erinnert, betritt man durch ein hohes Tor. Hier liegt die klosterähnliche Anlage (Tekke), die bis zur Teilung der Insel ein prädestiniertes islamisches Pilgerziel war, das neben Mekka, Medina und dem Felsendom von Jerusalem zu den wichtigsten Stätten der islamischen Welt zählt. In der Moschee befindet sich der Grabschrein der Hala Sultan (türkisch), der „hochgeachteten Mutter“ oder im Arabischen der „Umm Haram“. Sie soll eine Tante von Mohammeds Vertrautem Anas ibn Malik gewesen sein. Als Frau des Statthalters von Palästrine begleitete sie ihren Mann im Jahre 647 n. Chr. auf dem Eroberungsfeldzug nach Zypern. An der Stelle, wo heute die Moschee steht, soll sie nach einem Sturz vom Maultier (oder war’s ein Esel oder gar ein Pferd? – Die Quellen sind hier unterschiedlich!) ihren Verletzungen erlegen sein. Ihr Sarg steht unter einem imposanten Trilithon, den waagrechten Abschluss bildet ein Meteorit (eine einem Hünengrab ähnliche Konstruktion), der in etwa 5 m Höhe auf zwei senkrechten Steinen ruht und zum Zeichen der Trauer mitgrünen Tüchern bedeckt ist. Um diese Steine ranken sich einige Legenden: Am Vorabend des Begräbnisses hätten sie sich „selbstständig“ aus der Gegend um Jerusalem fortbewegt, um danach nach Zypern zu schwimmen ... Engel hätten sie von der Halbinsel Sinai nach Zypern transportiert ... Der quer liegende Meteorit sei nachts aus Mekka nach Zypern geflogen und habe dann sehr lange Zeit in der Luft geschwebt, bis man ihn, um die Gläubigen zu schützen, abgestützt hätte. Eine Legende, die an das schwebende Kreuz vom nahen Kloster Stavrovoúni erinnert, nach dem Motto: was die Orthodoxen können, können wir Muslime schon lange ... (oder umgekehrt!). Bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges pflegten die an Lárnaka vorbeifahrenden Schiffe, die unter der Flagge von Moslems fuhren, Umm Haram mit Kanonendonner zu grüßen. In der Moschee ist weiterhin die Großmutter (nicht die leibliche, sie war nur eine der Nebenfrauen) des verstorbenen Königs Hussein von Jordanien beerdigt, die 1929 im Exil auf Zypern verstarb. Kiti – Panagía Angelolókistos Geöffnet: Mo. bis Sa. 8–12 Uhr und 14–16 Uhr. So. 9.30–12 und 14–16 Uhr Das Dorf mit dem ungewöhnlichen Namen leitet sich von dem antiken Kition ab. Vermutlich sind dessen Einwohner im 7. Jh. v. Chr. aus Furcht vor Arabereinfällen hierher geflohen. Die Kirche in der Ortsmitte ist nicht nur von außen, sondern auch von innen eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges.
Römische Kapelle aus dem 13. Jh. mit seltenem Mosaik
Auf Zypern gibt es nur ein einziges weiteres frühchristliches Mosaik, zu sehen im Ikonenmuseum in Nikosía. Das Mosaik von Kiti zeigt vor goldenem Hintergrund Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Die Muttergottes wird umrahmt von den Erzengeln Michael und Gabriel, deren Flügel Pfauenfedern haben und die von beiden Seiten eine von einem Kreuz gekrönte Kugel bringen – die man für die Weltkugel halten könnte. Ist sie aber nicht. Denn damals, im 6. Jh. wusste man von Galileis „und sie ist doch rund“ noch lange nichts. Auch ist die auf diesem Mosaik dargestellte Kugel nicht die Scheibe, für die man damals noch die Welt hielt, sondern eine Kugel, das Symbol für die Vollkommenheit schlechthin. Auffallend sind die große Dynamik der beschwingt schreitenden Engel und die menschliche Darstellung des Jesuskindes. Gold, Silber und Perlmutt in den Mosaiksteinchen steigern den Glanz und die Lebendigkeit der Figuren zusätzlich. Steinzeitsiedlung Choirokoitía Geöffnet tgl.: 9.30–17 Uhr, im Sommer bis 19.30 Uhr Noch bis vor einigen Jahren galt diese zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Anlage als die älteste Steinzeitsiedlung Zyperns. Mittlerweile hat man weitere 17 Siedlungen aus dieser Zeit gefunden.
Steinhäuser in Hanglage
Auf jeden Fall war die Erstbesiedlung Zyperns in der Steinzeit ein durchorganisiertes Unternehmen, bei der die Neusiedler mit Pflanzensamen, Damwild, Schafen, Ziegen und Schweinen im Reisegepäck ankamen. Choirokoitía bot die Nähe zum Maronifluss und somit Wasserversorgung und strategisch war seine Lage am Berghang optimal, da man Feinde bereits von weitem erkennen konnte. Die Menschen lebten in runden (vielleicht bienenkorbartigen) Lehmziegelhäusern, in denen sich Herdstellen, Sitzbänke sowie Tische befanden. Sie lebten von der Jagd, worauf viele aus Obsidian – einem vulkanischen Glas – hergestellte Klingen und Pfeilspitzen weisen. Im Übrigen leitet sich aus der Tatsache, dass man hier Obsidian-Werkzeug fand, die Vermutung ab, dass die Bewohner Handelsbeziehungen nach Vorderasien oder Südosteuropa hatten, da es auf Zypern keine Obsidian-Vorkommen gab. Ebenso fand man Tierknochen, die zum Teil zu Haushaltsgeräten gestaltet wurden, woraus man auch ableitete, dass die Menschen schon Haustiere kannten. Sichelklingen deuten auf Getreideanbau hin. Die Choirokoitía-Kultur verschwand um 5200 v. Chr. plötzlich, nach einer Pause von 1.500 Jahren wurde der Ort wieder besiedelt, um dann 3500 v. Chr. für immer verlassen zu werden. Nahrungsmangel, Krankheit, ein Klimaumschwung, neue Einwanderer oder Naturkatastrophen mögen die Gründe gewesen sein – Choirokoitía gibt noch heute Rätsel auf. Die Lebenserwartung der Menschen lag bei Männern um 35, bei Frauen um 33,5 Jahren (im Gegensatz zu heute wurden damals also die Männer älter!). Die Toten wurden in Hockstellung auf der Seite liegend begraben, unterhalb des Raumes, wo ihre Angehörigen lebten. Der Blick war zumeist nach Osten, zum Licht hin, gerichtet. In mehreren Hütten fand man unter dem Boden 26 Skelette von Kindern und Erwachsenen, die teilweise mit einem Stein beschwert waren, vielleicht wollte man ihre Wiedergeburt verhindern – diesen noch ungeklärten Brauch gibt es auch in anderen Kulturen. Die Schädel der Erwachsenen hatten einen abgeflachten Hinterkopf; vermutlich bandagierte man die Säulinge auf ein Brett, um diese rituelle Deformation zu erzielen. Die schönsten Gräberfunde sind im ersten Saal des Zypern-Museums in Nikosía ausgestellt. Tipp: Beste Fotografierzeit ist der Vormittag. Je weiter man nach oben steigt, desto besser erkennt man die Gesamtanlage. Kloster Stavrovoúni und Kloster Agía Varvára (Barbara) Geöffnet: von April bis Aug. 8–12 und 15–18 Uhr. von Sept. bis März 8–12 Uhr und 14–17 Uhr. Zugang durch den Klosterladen. Während Frauen in den 1970er Jahren (allerdings OHNE Lippenstift!) noch Zutritt zum Kloster hatten, dürfen heute nur noch Männer in diese heilige, einstmals von einer Frau gegründete Stätte. Die Mönche haben dennoch mehrmals im Jahr ein Herz für Frauen, denn dann wird für die weibliche Minderheit das heilige Kreuz außerhalb des Klosters ausgestellt! Schon die Auffahrt zum Kloster ist ein Erlebnis für sich. In Serpentinen geht es hinauf auf den 768 m hohen Kegelberg, vorbei an Gebüsch und Kiefernwäldern – immer grandioser wird die Aussicht.
Mönch beim Bemalen eine Ikone
Der Legende nach landete im Jahr 327 n. Chr. die heilige Helena, die Mutter Konstantins des Großen (des ersten christlichen Kaisers Roms), auf ihrer Rückreise von Jerusalem nach Konstantinopel in Zypern. Sie hatte Teile des heiligen Kreuzes sowie das Kreuz des reumütigen Schächers im Gepäck. In der Nacht soll ihr dann ein Engel im Traum erschienen sein und befohlen haben, auf Zypern eine Kirche zu errichten. In jener Nacht verschwand das Kreuz, ein Diener Helenas fand es auf dem Gipfel des Berges wieder, auf dem das Heilig-Kreuz-Kloster ca. 327 n. Chr. gegründet wurde. Aus Teilen der Kreuzreliquie formte Helena ein neues Kreuz, das sie dann in der Kirche zurückließ. Manche vermuten, sie habe damit beabsichtigt, die Spuren des heidnischen Kultes auf diesem Berg auszulöschen. Im Jahr 1425 schleppten plündernde Sarazenen die Kreuzesreliquie fort. Das Kloster entwickelte sich in der Folgezeit zu einem der großen Wallfahrtsorte der Insel, besonders unter der Herrschaft der Lusignans, als hier Benediktiner-Mönche einzogen. 1426 wurde das Kloster zerstört, erst drei Jahrhunderte später zogen hier wieder Mönche ein. Heute ist ganz rechts in der Ikonotase ein größeres, silberverziertes Kreuz aus dem Jahr 1476 zu sehen, das ein kleines Fragment der antiken Kreuzesreliquie enthalten soll. Weiterhin wird im Kloster eine mehr als 1.000 Jahre alte getöpferte Platte aufbewahrt, auf der die Namen der damals im Kloster lebenden fünf Mönche eingraviert sind. Mann geht also hinein ins Kloster und Frau bleibt draußen vor dem großen braunen Eisentor und fragt sich, welche andere Dämonen außer den Frauen diese frommen Gottesmänner denn noch so fürchten. Nun könnte ja Frau im kleinen Kirchlein St. Phanourios außerhalb der Klostermauern Erbauung suchen (dafür scheint es da zu sein), aber Frau freut sich lieber am grandiosen Ausblick von hier oben: Besonders am frühen Morgen, wenn die Luft noch klar ist, kann man die grünen Weinberge, silbrig aufleuchtende Olivenhaine und die Weizenfelder der Tiefebene erkennen sowie den Salzsee bei Lárnaka. Im Westen zieht sich das Tróodos-Gebirge bis zum Olympos hinauf und der Blick reicht an klaren Tagen bis nach Nikosía und Famagusta. Gelegentlich kann man am Horizont gar die libanesische Küste erspähen. Von der wechselvollen Klostergeschichte zeugt eine Geheimkrypta (vor dem Klostereingang), in der sich die Mönche vor unliebsamen Besuchern verbargen. Heute ist dort eine moderne, Konstantin und Helena geweihte, Kapelle eingerichtet. Umgebungsplan von Lárnaka Hotels in Lárnaka auf Zypern suchen |

