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Beziehungen zu Zypern Politische Beziehungen Zwischen der Republik Zypern und Deutschland bestehen enge und gute Beziehungen auf Regierungsebene. Diese haben sich wegen der besonderen Rolle Zyperns bei der Evakuierung von Flüchtlingen während des Libanonkrieges im Sommer 2006 und der sich anschließenden und nach wie vor andauernde Gastgeberrolle für das deutsche UNIFIL-MTF-Kontingent in Limassol/Zypern noch verstärkt. Außenminister George Lillikas traf mit seinem deutschen Amtskollegen Steinmeier vor dessen Reise nach Beirut am 8. August 2006 am Flughafen Larnaca zusammen. Er hielt sich darüber hinaus am 27. September 2006 zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen in Berlin auf. Im Januar 2007 führte Bundestagspräsident Dr. Lammert Gespräche mit Staatspräsident Papadopoulos, Parlamentspräsidenten Christofias und weiteren zyprischen Parlamentariern. Auch auf parlamentarischer Ebene besteht ein reger Austausch. Mitglieder von parlamentarischen Ausschüssen des Bundestages und verschiedener Länderparlamente pflegen Kontakte zum Abgeordnetenhaus der Republik Zypern, Regierungsstellen und Vertretern der Zivilgesellschaft. Wirtschaftsbeziehungen Schon früh nach der Unabhängigkeit Zyperns wurde zwischen beiden Ländern ein Handels- und Wirtschaftsabkommen abgeschlossen (1961), dem ein Luftverkehrsabkommen (1967), ein Doppelbesteuerungsabkommen (1974) und ein Abkommen über den grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr folgten (1980). Große Teile dieser Abkommen gingen ab 1987 in EU-Recht über, das seit dem 1. Mai 2004 mit dem vollzogenen Beitritt Zyperns zur EU auch in Zypern gilt. Zur Zeit verhandeln beide Regierungen eine Anpassung des Doppelbesteuerungsabkommens. Die deutsche Außenhandelsstatistik weist für 2006 einen Exportüberschuss Deutschlands gegenüber Zypern in Höhe von 394,9 Mio. Euro aus; bei deutschen Exporten nach Zypern im Werte von 735,1 Mio. Euro und deutschen Importen aus Zypern für 340,2 Mio. Euro. In der für Zypern bedeutenden Tourismusindustrie rangiert Deutschland nach den mit großem Abstand an erster Stelle stehenden Briten mit 152.800 Touristen an zweiter Stelle. Eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Zypern gibt es auf dem Schifffahrtssektor. Zahlreiche deutsche Reedereien und Schiffmanagement-Unternehmen haben ihren Sitz in Limassol auf Zypern. Kulturelle Beziehungen Deutschland unterhält enge Kulturbeziehungen zu beiden Bevölkerungsteilen der Insel. Das deutsche Kulturinstitut (Goethe-Zentrum, GZ) in Nikosia setzt als private Kulturgesellschaft die Sprach- und Programmarbeit des 1999 geschlossenen Goethe-Instituts fort. In jeder Volksgruppe gibt es einen Kulturverein (Deutsch-Zyprischer Kulturverein im Süden und Deutsch-Türkischzyprischer Kulturverein im Norden), die eng mit dem Goethe-Zentrum und der Botschaft zusammenarbeiten. Darüber hinaus bereichern weitere deutsch-zyprische Vereinigungen (Deutschlehrer- und Ehemaligenvereine) das deutsche kulturelle Angebot auf der Insel. Ein Kulturabkommen mit der Republik Zypern wurde 1971 abgeschlossen. Deutsch als Fremdsprache ist unter Griechenzyprern weniger verbreitet als im Norden der Insel. Im Süden spielt Deutsch als Schulsprache nach Englisch und Französisch nur als Wahlfach ab Klasse 11 neben anderen EU-Sprachen und Russisch eine Rolle. Im türkisch besetzten Nordteil der Insel kann Deutsch bereits als zweite Sprache gewählt werden. Das Interesse an Deutsch als Fremdsprache ist aber auch dort zurückgegangen, seitdem Schüler Fremdsprachen zugunsten anderer Fächer abwählen können. Viele Zyprer aus beiden Volksgruppen haben in Deutschland studiert, nicht wenige mit Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und anderer Stiftungen. Seit Mai 1997 besteht an der Universität Münster ein Zentrum für interdisziplinäre Zypernstudien Und seit dem Wintersemester 2003 ist erstmals ein DAAD-Lektor an der Universität von Zypern tätig. Weitere deutsche Dozenten an anderen höheren Bildungseinrichtungen im Süden und Norden der Insel tragen dazu bei, bestehende Hochschulkontakte zu vertiefen, neue zu knüpfen und das Interesse an einem Studium in Deutschland zu wecken. Im Jahr 2004 wurde ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Hochschulabschlüssen (Äquivalenzabkommen) unterzeichnet, das den Zugang zyprischer und deutscher Studierender zu deutschen und zyprischen Hochschulen sowie die spätere Führung dort erworbener Hochschulgrade im jeweiligen Partnerland erleichtern soll. Quelle: Auswärtiges Amt |