Nikosía
Nikosía / Lefkosía (Lefkosía = die weiß Aussehende) Einwohnerzahl: ca. 196.000, Höhenlage: 165 m.
Wenn man sich Nikosía von Süden her nähert, durchfährt man ausgedehnte Industriegebiete; dann beginnt ein riesiges Häusermeer. Die Bebauung scheint ungeordnet: Da gibt es Vorstadtviertel mit gepflegten Gärten und schmucken Villen, moderne und nüchterne Zweckbauten, Hochhäuser ohne jeden Reiz, aber auch alte Viertel mit viel Flair, vor allem innerhalb der Stadtmauern.
Seit der türkischen Invasion stieg auch die Bevölkerung von Nikosía stark an, aus dem verschlafenen Provinzstädtchen, dessen Einwohner einst voll Neid auf die modernen Metropolen Athen, Beirut und Alexandria blickten, wurde eine verkehrsreiche Metropole – zumindest mit zyprischen Maßstäben gemessen.
Nikosía ist schon seit der Zeit der Lusignans Hauptstadt der Insel. Die Stadt ist nicht nur Sitz der Regierung und der obersten Landesbehörden, sondern auch kulturelles Zentrum. Seit 1974 ist Nikosía geteilt: die Green Line verläuft quer durch das Stadtgebiet. Parallelen zum früheren Schicksal Berlins drängen sich auf, doch sind die trennenden Barrikaden längst nicht so perfekt und massiv, wie es die Berliner Mauer war. Alles wirkt etwas weniger brutal, vorläufiger, improvisierter, die mediterrane Variante zum preußischen Perfektionismus – äußerlich gesehen zumindest. Aber in Wirklichkeit ist sie noch tiefgreifender als die Berliner Mauer, denn zwischen den beiden Volksgruppen hüben und drüben bestehen so gut wie keine wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen. Allerdings lässt so manches hoffen. Zum Beispiel haben sich die Bürgermeister von Nikosia-Nord und -Süd auf eine Zusammenarbeit bei der Abwasserentsorgung und Stadtsanierung geeinigt. Aber jetzt gibt es neue Hoffnung!
Drei Gesichter hat Nikosia
das eher nüchterne, zweckorientierte Nikosía außerhalb der Mauern mit Geschäften, Hotels, Industrievierteln, die pittoreske Altstadt innerhalb der venezianischen Wälle, der türkisch besetzte Nordteil der Stadt, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und wo praktisch nichts neu gebaut und angelegt wurde. Für Touristen eine malerische Szenerie, für die dort lebenden Menschen verbinden sich damit eher Stagnation und Resignation.
Sehenswertes
- Im Zypern-Museum stehen nicht nur das Wahrzeichen von Zypern, die Aphrodite von Soli, sondern auch die kostbarsten archäologischen Funde, die von Archäologen und Sammlern nicht ins Ausland verschleppt wurden.
- Das hervorragend aufgemachte Leventis-Museum in der Laiki Yitoniá führt tief in die Vergangenheit und den damaligen Alltag der Menschen von Nikosía.
- Weniger touristisch als im restaurierten Stadtviertel Laiki Yitoniá geht es im östlichen Teil der Altstadt zu, wo noch viele kleine Handwerksbetriebe arbeiten.
- Mauerring Nikosía
- Erzbischöflicher Palast
- Die Bronzestatue Makarios
- Das Byzantinisches Ikonen-Museum
- Die Ömerye-Moschee
- Der Hamam
- Das Zypern-Museum