Literatur Zypern

Literatur auf Zypern ist im wahrsten Sinne des Wortes eine zweigeteilte, beziehungsweise ambivalente Angelegenheit. Zum einen sind die Werke griechisch geprägt, denn die Schriftsteller und Autorinnen, die über Zypern schreiben, befassen sich mit den historischen und politischen Gegebenheiten der Insel. Einesteils sind die literarischen Werke Bestandteil der griechischen Literatur, andererseits finden sich auch türkisch-zypriotische Schriftsteller. Letztere haben erste recht spät eine eigene nationale Identität entwickeln können.

Ausländische Literatur

Nicht unbeachtet sollte man jene Romanciers und Literaten lassen, die, vom Ausland kommend, über Zypern geschrieben haben und teils auch lange dort gelebt. So etwa der in Indien geborene Dramatiker Lawrence Durrell, der in den 1950er Jahren auf der Insel in der Nähe des Bergdorfes Bellapais gewohnt hat; sein Buch „Bittere Limonen. Erlebtes Cypern“ ist nicht nur ein Sittenbild der Gesellschaft seiner Zeit, sondern auch ein spannender Reiseführer.

Niki Marangou

Die zypriotische Autorin Niki Marangou, 1948 in Limassol geboren, hat Mitte der 1960er Jahre in Berlin studiert und ist 1970 nach Nikosia zurück gekehrt; sie beschreibt die geteilte Stadt Nikosia und die Veränderungen, die ihr jetziger Wohnort im Laufe der Jahre erfahren hat. „Nicossienses“ ist der Text überschrieben, anhand dessen man sich auf architektonische Spurensuche zwischen dem Berg Pentadaktylos, der Altstadt, der Hagia Sofia und noblen Vierteln mit neoklassizistischen Häusern begeben kann.

Nikos Orfanidis

Nikos Orfanidis, ein griechisch-zypriotischer Romancier, Dichter und Essayist, Jahrgang 1949, ist als Staatspreisträger für Essayistik und Lyrik bekannt geworden. In dieselbe Riege fällt der Name von Christos Chatzipapas, geboren 1947; er wurde mit dem Staatspreis für Prosa ausgezeichnet. Mit zu den nachhaltigsten Autoren zählt Costas Montis (1914 bis 2004). Eine Büste nahe dem Eleftheria Square in Nikosia erinnert an den einflussreichsten, vielseitigsten und produktivsten Schriftsteller Zyperns. Montis arbeitete als Zeitungskorrespondent und als Redakteur der Tageszeitung Ethnos; später übernahm er eine leitende Position in Sachen Tourismus. Zeitlebens befasste er sich mit der Schriftstellerei. Seine Bücher und Texte setzen sich vor allem mit sozialen und politischen Themen auseinander.

„Hier wo das Wunder noch wirkt“, lautet eins der Bücher von Kyriakos Charalambidis. in dem im Jahr 2000 Gedichte des zypriotischen Autors übersetzt wurden. Charalambidis stammt aus Famagusta. Er veröffentlichte seine ersten Gedichte 1961. Damals war er 21.

Romane und Belletristik

Lawrence Durrell (1957/2000), Bittere Limonen. Erlebtes Cypern, Rowohlt TB-V., Rnb. Bittere Limonen Der 1912 in Indien geborene Erzähler und Dramatiker Durrell war nach Reisen durch Griechenland und Ägypten, wo er auch als Presseattaché tätig war, von 1953 bis 1956 als Lehrer und später als Presseattaché auf Zypern. Neben dem Werk von Colin Thubron ist auch dieses Buch ein Klassiker. Durrell schildert sein Leben aus der Sicht eines konservativen Bürgers des Empire. In diesem Buch schildert er unter anderem äußerst farbig Trinkgelage mit Zyprioten oder lange Hauskaufpalaver, alles thematisiert vor dem Hintergrund des sich anbahnenden Befreiungskrieges gegen die britische Kolonialherrschaft. Gleichzeitig ist dieses Buch ein Reiseführer, in dem insbesondere der Nordteil der Insel um Kerýneia/Girne in all seiner Schönheit beschrieben wird. Hier in der Nähe in Bellapais wohnte der Autor während seiner Zeit auf Zypern. Insgesamt ein äußerst empfehlenswertes, sehr gut zu lesendes und mit feinem Humor geschriebenes Buch!

Leon Uris (1998), Exodus, Heyne, München Exodus Der Bestseller über den langen, sehr steinigen Weg zur Geburt des Staates Israel spielt zum Teil in einem Internierungslager auf Zypern, das die Briten an der Küste bei Famagusta für Juden eingerichtet haben, als diese versuchten, illegal nach Palästina einzuwandern.

Lotti Huber (1990), Diese Zitrone hat noch viel Saft, Edition dia Diese Zitrone hat noch viel Saft Nachdem Lotti Huber KZ- und Nazi-Deutschland verlassen hatte, eröffnete sie in Nordzypern ein Restaurant. Sie schildert in diesem Buch ihre 15 Jahre auf Zypern.

Dorothy Dunnett (1992), Das Spiel der Skorpione – Niccolo und der Kampf um Zypern Das Spiel der Skorpione Dicker Historienschmöker über das Zypern am Vorabend der venezianischen Herrschaft. Es geht um den Krieg zweier Lusignans, den „Skorpionen“. Beschrieben werden unteren anderem der Kampf um das Monopol der Zuckerplantagen, das Zypern und seine Verbündete Venedig eifersüchtig hüteten. Dorothy Dunnett beschreibt die ersten Versuche der Portugiesen, in den damaligen Kriegswirren Zuckerpflanzen zu schmuggeln.

Jetta Sachs-Collignon (1998), Caterina Cornaro. Königin von Zypern, Herrin von Asolo

Caterina Cornaro. Königin von Zypern, Herrin von Asolo Ein Roman aus der italienischen Renaissance, DTV, Mchn.: Fesselnd geschriebenes Buch für diejenigen, die solche Historienromane lieben. Ein Leben zwischen Glanz, Macht, Liebe und Verrat, zwischen rauschenden Festen und bitteren Demütigungen: Caterina Cornaro, die letzte Königin von Zypern (1454 bis 1510), aus bester venezianischer Familie stammend, ist kaum vierzehn, als der König von Zypern um ihre Hand anhalten lässt. Venedig hat soeben den Scheitelpunkt seiner Macht erreicht, und eine Verbindung mit dem Osmanischen Reich erscheint also machtpolitisch sinnvoll.

Raymond Benson (2000), Tod auf Zypern. Heyne Verlag, München Tod auf Zypern Eher mittelmäßiger James-Bond.

Michael Ondaatje (1997), Es liegt in der Familie. dtv, München Es liegt in der Familie Nach vielen Jahren unternimmt Ondaatje eine Entdeckungsreise ins Land seiner Vorfahren. Es ist die Rückkehr ins Ceylon der dreißiger und vierziger Jahre und in die eigene Familiengeschichte, es ist eine Suche nach der verlorenen Zeit, nach den Erinnerungen an die Eltern und Verwandten. Diese Reise in die eigene Vergangenheit ist reich an skurrilen Gestalten und kleinen und großen, grotesken und witzigen Abenteuern.



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