Zypern während der venezianischen Herrschaft (1489–1571)

Venezianische Herrschaft Venedig expandierte zu einer bedeutenden Macht. Handelsniederlassungen in Tyros, Konstantinopel, Sidon und auf Kreta zeugen davon. Insgesamt dauerte die venezianische Herrschaft nur etwas über 80 Jahre, denn zwei Ereignisse veränderten die Orientierung der um Macht ringenden Staaten. 1492 entdeckte Columbus Amerika, womit der Westen zu einer neuen Orientierungsrichtung wurde. Vasco da Gama fand 1496 den Seeweg um Afrika herum nach Indien, so dass die Bedeutung Zyperns für den Orienthandel sank.

Die Osmanen

Unter Selim I und Selim II stiegen die Osmanen zur Großmacht auf und bedrohten ständig die Venezianer auf Zypern. Das hatte Konsequenzen: Da die Venezianer sich zu einem aufwändigen Festungsbau gezwungen sahen, wurde die Bevölkerung immer mehr unterdrückt und zu hohen Abgaben verpflichtet. Ein Umstand, der zu einem Aufbegehren führte, das aber blutig niedergeschlagen wurde. Fieberhaft wurden die Befestigungen von Kerýneia, Famagusta und Nikosía ausgebaut. Unbeirrt sahen die Venezianer in Zypern nur eine Militärbasis und ein Land, das auszubeuten ist. Angesichts der Bedrohung durch die Osmanen konnten die Venezianer wenig Rücksicht auf Kunst und Kultur nehmen. Alles was sich außerhalb der Stadtmauern von Nikosía befand, wurde kurzerhand abgerissen: gotische Kirchen, Herrenhäuser und der Königspalast der Lusignans. Noch heute zeugen die „Venezianischen Wälle“ von Nikosía von der ursprünglichen Verteidigungsanlage der Stadt.

Im Juli 1570 tauchte eine Flotte von 350 Schiffen vor der Südküste Zyperns bei Lárnaka auf. Die Osmanen hatten ein leichtes Spiel, denn die Venezianer leisteten keinen bedeutenden Widerstand: Sie verließen sich auf die Stadtfestungen und warteten außerdem auf eine von Papst Pius V. zusammen mit Venedig und Spanien aufgestellte Hilfsflotte. Zunächst fiel Nikosía, dann machten sich die Osmanen nach Famagusta auf: Nach 10-monatiger Belagerung siegten sie auch hier im August 1571.



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