Zypern in der römischen Zeit (58 v. Chr.–326 n. Chr.)

Zwei Hauptereignisse kennzeichneten diese Zeit: Die Einführung des Christentums und der blutige Aufstand der Juden. Die Bevölkerung wuchs bis auf 1 Million Menschen heran (ca. 40 % mehr als heute). Es war eine Zeit des Wohlstands, man lebte vom Wein-, Oliven- und Getreideanbau, baute Eisen, Kupfer und Silber ab. Die Römer annektierten 58 v. Chr. Zypern und schlugen es der Provinz Kilikien zu. Erster römischer Statthalter wurde Cato, von dem Alexander Drummond 1765 berichtete: „Cato eroberte die Insel mit leichter Mühe, und schickte unendlichen Reichthum nach Hause, welchen er den von der Schwelgerei entkräfteten und in der Wollust ersoffenen Einwohnern abgenommen hatte“. Und nach Plutarch soll Cato „aus Zypern mehr Schätze für Rom nach Hause gebracht haben als Pompejus mit all seinen Kriegen und Triumphen“. Julius Cäsar (74 v. Chr.) und nach ihm Mark Antonius (36 v. Chr.) schenkten Zypern ihrer Geliebten Kleopatra. „Deine Süße, meine Geliebte, ist wie der Nama-Wein Zyperns“, soll Mark Antonius zu Kleopatra gesagt haben, als er ihr die Insel gab.

Seeschlacht bei Actium

Nach der gewonnenen Seeschlacht bei Actium 30 v. Chr. wurde Zypern endgültig Besitz der Römer. Zypern war 27–22 v. Chr. direkt dem römischen Kaiser unterstellt. Die Verwaltung der Insel wurde 22 v. Chr. von einem Prokonsul übernommen, Páfos zur Provinzhauptstadt ernannt. Die Apostel Paulus und Barnabas kamen 15 n. Chr. nach Zypern und verkündeten das Christentum. Sie zogen von Salamis nach Páfos, wo sie den römischen Prokonsul Sergius Paulus zum christlichen Glauben bekehrten. In einem zensorischen Akt schlugen die ersten Christen den griechischen Skulpturen die Geschlechtsteile, den Kopf und sonstige Gliedmaßen ab. Nach der Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr. flüchteten viele Juden nach Zypern. 116 n. Chr. kam es dann zum großen Aufstand der jüdischen Gläubigen, die ihren hebräischen Monoteismus standfest vertraten und sich gegen den griechischen Polytheismus auflehnten. In den Auseinandersetzungen sollen 240.000 Menschen umgekommen sein, darunter alle nichtjüdischen Bürger von Salamis. Die Römer bekamen die Unruhen unter Kontrolle, verboten aber den Juden den Aufenthalt auf Zypern. In der Folge begann sich allmählich das Christentum auszubreiten. Baudenkmäler aus dieser Zeit sind in Páfos, Koúrion und Salamis zu sehen.



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