Zypern während der EU-Verhandlungen (ab 1990)

1990 stellte die Republik Zypern einen Antrag auf Mitgliedschaft in der EU. Stellte die EU anfänglich noch die Bedingung, dass der Zypernkonflikt bereinigt sein müsse, so stellte sie später eine Mitgliedschaft in Aussicht. Denn Griechenland drohte mit einem Veto für die Ostererweiterung der EU, falls die Republik Zypern nicht Mitglied würde.

EU-Mitgliedschaft

Der zyperntürkische Präsident Denktas meinte zum zyperngriechischen Antrag auf EU-Mitgliedschaft: „Wir haben darauf aufmerksam gemacht, daß der unilaterale zyperngriechische EU-Beitrittsantrag ein großer byzantinischer Kniff ist. Zyperngriechen versuchen jetzt, durch die EU das zu erreichen, was sie mit Waffengewalt, Embargos und Druck nicht erreichen konnten. Die zyperngriechische Administration versucht, Zypern über die EU-Mitgliedschaft in eine zyperngriechische Republik umzuwandeln.“ Wenn die Republik Zypern Mitglied wird, könnte die Türkei, die ihrerseits seit Jahren um die EU-Mitgliedschaft ersucht, Nordzypern in den eigenen Staat integrieren.

Zypernpolitik

Allerdings wird die Türkei seit längerem von einer schweren Wirtschaftskrise erschüttert. Sie kann sich die teure Truppenstationierung auf der Insel eigentlich schon längst nicht mehr leisten – zumal das unterentwickelte Nordzypern auch ansonsten jährlich Unsummen an Hilfsgeldern benötigt. Nicht einmal die türkischen Militärs stehen noch uneingeschränkt zur bisherigen Zypernpolitik. Ebenfalls ist unter den türkischen Zyprioten in den vergangenen Jahren der Ärger über die katastrophale Wirtschaftslage und die internationale Isolation stark gewachsen. Angesichts des Aufschwungs im griechischen Süden wünscht man sich endlich einen Ausgleich zwischen den Inselteilen und Teilhabe – zum Beispiel am blühenden Tourismusgeschäft.



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